Tagesarchiv für 25. April 2022

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Frankreich hat gewählt

Montag, den 25. April 2022
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SO 24.04.2022 | 20.20 Uhr | tagesschau24

Das ist ja noch mal gut gegangen. Emmanuel Macron hat die Präsidentschaftswahlen in Frankreich gegen die rechtsextreme Marine Le Pen gewonnen.
Klar, dass die Nachrichtensendungen in Deutschland über diese wichtige Wahl berichtet haben. Interessant war am Sonntagabend jedoch die Programmplanung der ARD.

Denn nach der “Tagesschau”, in der quasi live die Ergebnisse der Wahl eingingen, gab es so was wie einen “Brennpunkt” mit Ellen Ehni. Weil die Wahl aber gewissermaßen gut ausging, verzichtete man offenbar auf die Ausstrahlung der Sondersendung im Ersten. Stattdessen lief sie nur auf tagesschau24, und vorsichtshalber nciht als “Brennpunkt”, sondern unter dem Titel “Frankreich hat gewählt”.
Hätte Marine Le Pen gewonnen, wäre diese Sendung dann vermutlich sehr spontan ins Erste gewechselt, dann wäre der “Polizeiruf 110” um etwa 20 Minuten verschoben worden.

Interessant auch: Ziemlich kurzfristig hat man sich im Ersten entschieden, die “Tagesthemen” von 23.15 Uhr auf 21.45 Uhr vorzuziehen und später am Abend, nach “ttt”, noch eine “Tagesthemen extra” einzuschieben.
Warum man aber ausgerechnet am Abend dieser wichtigen Wahl in Frankreich überhaupt keine “Anne Will”-Sendung eingeplant hatte, weiß man wohl auch nur in der ARD.

Übrigens: Ursprünglich sollte auf dem Talkshow-Sendeplatz die Doku “Angela Merkel – Im Lauf der Zeit” laufen. Diese war Ende Februar wegen der Ereignisse in der Ukraine verschoben worden. Und nun hat man erneut auf die Ausstrahlung verzichtet. Wegen inhaltlicher Probleme. Weil sich vielleicht bestimmte Ansichten über bestimmte Dinge verändert haben? Weil es wegen der Frankreich-Wahl irgendwie wieder nicht passte. Vielleicht findet man im Ersten ja noch irgendwann mal einen Sendeplatz. Bei arte lief die Doku im Februar – noch vor Beginn des Ukraine-Krieges – ja schon mal.

-> Die Sondersendung von tagesschau24 auf Youtube

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Kurt Krömer: Du darfst nicht alles glauben, was du denkst – Meine Depression

Montag, den 25. April 2022
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Das Outing sorgte für Aufsehen. In seiner Sendung “Chez Krömer”, im Gespräch mit Torsten Sträter, erzählte Kurt Krömer von seiner jahrzehntelangen Depression – und davon, dass er 2020 mehrere Wochen lang deshalb in einer Klinik war. Inzwischen ist er nach der Therapie von seiner Depression geheilt.
In seinem Buch “Du darfst nicht alles glauben, was du denkst” erzählt Kurt Krömer von seiner Depression, den Auswirkungen auf sein Leben und über die Therapie in der Tagesklinik.

Kurt Krömer heißt eigentlich Alexander Bojcan. Der Berliner war lange Alkoholiker, und im Nachhinein weiß er, dass der Alkohol ihn von seiner Depression ablenken sollte. Die Sache mit dem Alkohol hatte er hinbekommen, die Sache mit der Depression nicht. Auch, weil er ganz lange gar nicht wusste, was er hat. Dass er depressiv war. Viele, viele Male war er beim Arzt, wegen diverser körperlicher Beschwerden.
Er ist vierfacher, alleinerziehender Vater, und ihm drohte, dass ihm alles aus den Händen gleitet. Erst durch eine Familientherapeutin wurde er auf die richtige Spur geschickt.

Es ist erstaunlich, wie offen Kurt Krömer über diese Zeit schreibt. Schonungslos berichtet er, wie er gelebt hat und wie er, trotz seiner Depression lange irgendwie über die Runden gekommen war. An den letzten Abenden vor seinem Klinikaufenthalt hatte er noch mehrere Auftritte in der Wuhlheide. Und seine Therapie unterbrach er, um die neue Staffel “Chez Krömer” aufzuzeichnen.
Wer das Buch liest, bekommt sehr tiefe Einblicke in diese Krankheit, Kurt Krömer lässt tief blicken. Sein Ziel: Leidet jemand an einer Depression, erkennt sich jemand in diesem Buch wieder, soll er, muss er handeln. Dieses Buch kann Kranke dabei helfen, den Mut zu fassen, das Leben neu anzupacken. Insofern: Ein sehr wichtiges, mutiges Buch.

Kurt Krömer: Du darfst nicht alles glauben, was du denkst – Meine Depression
Kiepenheuer & Witsch, 191 Seiten
9/10

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