Tagesarchiv für 23. April 2022

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Überflieger: Hinter den Kulissen von „Sing meinen Song“

Samstag, den 23. April 2022
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Fabian Lindemann (29) ist Junior Producer bei der Vox-Musikshow, die in der kommenden Woche in die nächste Staffel geht

MAZ Oberhavel, 23.4.2022

Schildow.
Es klingt nach Urlaub in einer fantastischen Gegend mit tollen Menschen. Johannes Oerding war dabei, Clueso, die Band SDP und weitere Musiker. Sie trafen sich im Grootbos Private Nature Reserve in Südafrika, um gemeinsam Musik zu machen. Klingt nach viel Spaß, für Fabian Lindemann ist es das auch – aber auch sein Job. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er.

Am kommenden Dienstag startet bei Vox die neunte Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, und der aus Schildow stammende Fabian Lindemann ist Junior Producer für diese Sendung. „Grundsätzlich bereite ich gemeinsam mit meinem Executive Producer die gesamte Produktion inhaltlich vor“, erzählt er. „Wir treffen im Vorfeld die Künstlerinnen und Künstler und ihre Managements, schreiben Dossiers über sie, besprechen in den Songkonferenzen die Songwünsche, schneiden Einspielfilme, die vor Ort dann noch mal kontrolliert werden, und schreiben Show- und Kameraabläufe.“ Vor Ort werden die Themenblöcke der jeweiligen Shows mit Gastgeber Johannes Oerding besprochen, alle Personen werden inhaltlich gebrieft. „Nach Ende der Dreharbeiten sichten wir dann das gesamte Material und schneiden aus all dem Inhalt acht Folgen einer neuen Staffel ,Sing meinen Song’.“ Die Zusammenarbeit mit dem Sender sei eng und vertrauensvoll.
Entscheidend bei einer Tauschkonzert-Staffel sei, dass verschiedene Musikgenres bedient werden, dass gleichermaßen Frauen und Männer dabei seien, „und wir legen Wert auf eine gute Mischung aus Durchstartern, Überraschungen, Newcomern und alten Hasen.“ Nightwish-Frontfrau Floor Jansen ist dabei, außerdem Lotte, Kelvin Jones und Elif. Viele der Leute, die mitmachen, würde man aus Radio und Fernsehen kennen. „Bei ,Sing meinen Song’ lernt man jedes Jahr dann den Menschen dahinter kennen, und das liebe ich an dieser Zeit ganz besonders“, sagt Fabian Lindemann. „Denn auch der größte Star auf der Bühne, der vor 100 000 Fans spielt, kocht eben auch nur mit Wasser.“

Die Medien – das war schon immer sein Ding. 2012 machte der heute 29-Jährige sein Abitur am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Danach war er Redaktionspraktikant unter anderem bei 104.6 RTL, bei „Inka“ (ZDF) und „Kuttner plus zwei“ (ZDFneo). Er arbeitete im Team vom „Supertalent“ (RTL), von „Newtopia“ (Sat.1), „Die Puppenstars“ (RTL) und jedes Jahr bei „Ein Herz für Kinder“ (ZDF). Seit 2015 arbeitet er für die Produktionsfirma Bildergarten Entertainment. „Eine Kollegin, mit der ich vorher bei der Ufa zusammengearbeitet hatte, rief mich eines Tages an und holte mich zu ,Newtopia’ (Sat.1) und somit zu Bildergarten Entertainment, ehemals Talpa Germany“, erzählt er.

Durch seine Festanstellung arbeite er nicht immer projektbezogen. „Das bedeutet, dass ich an den unterschiedlichsten Formaten, in den unterschiedlichsten Phasen mitwirke. Dennoch ist ,Sing meinen Song’ aktuell das Projekt, das mich die meiste Zeit im Jahr beschäftigt“, sagt er. „Daneben gibt es aber immer wieder diverse Entwicklungsprojekte, Drehs, Konzeptionierungen, Pitchs oder Workshops, in denen meine Expertise, Kreativität und mein Einsatz gefragt sind.“

Eine Lieblingssendung oder ein Lieblingsprojekt gebe es allerdings nicht. „Natürlich liegen mir die Formate, an denen ich von Anfang bis Ende mitwirke oder die ich teilweise seit der ersten Staffel betreue und somit auch die meiste Arbeit investiere, besonders am Herzen.“ Auch Live-Shows hätten ihre besondere Anziehungskraft. „Aber durch die Vielseitigkeit der Projekte, die verschiedenen Genres, den unterschiedlichen Protagonisten und den unterschiedlichen Aufgaben hat jedes Format auf seine Art einen ganz eigenen Reiz.“ Bildergarten habe es sich auf die Fahne geschrieben, hochwertiges und wertschätzendes Fernsehen zu produzieren. Somit bestehe nie die Gefahr, „dass man in einem Projekt landet, für das man sich schämt oder in dem man komplett unglücklich ist“, so Fabian Lindemann weiter.

Auch in der Freizeit beschäftigt er sich viel mit dem Fernsehen- und Streaming-Angebot oder den Neuigkeiten rund um das Geschäft und neue Formate. „Ich liebe Filmabende und Serien-Marathons. Ich nehme gern Produktionen von anderen Produktionsfirmen unter die Lupe und analysiere sie.“ Das Schöne sei, dass er seinen engsten Freundeskreis mittlerweile sehr gut angesteckt habe. „Sie analysieren mit mir und können mittlerweile auch nicht mehr normal Fernsehen gucken.“ Als Ausgleich zum Job ist er gern auf Reisen in unterschiedliche Städten und Länder, geht mit seinem besten Kumpel zum Fitness oder ins Fußballstadion.
Und auch als Moderator der Spielshow „Wer besiegt Paul?“ wird er wohl wieder mit am Start sein – allerdings wegen der Schäden an der Hohen Neuendorfer Stadthalle erst wieder 2023.

„Sing meinen Song“, dienstags um 20.15 Uhr bei Vox.

Hits: 228

RTZapper

Doktor Ballouz

Samstag, den 23. April 2022
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DO 21.04.2022 | 20.15 Uhr | ZDF

Aua, was habe ich im vergangenen Jahr über die 1. Staffel von “Doktor Ballouz” gelästert! Ich habe eigentlich kein gutes Haar an der Serie gelassen. Lahme Storys, nuschelnde Darsteller, die Uckermark als Feigenblatt.
Am Donnerstag startete im ZDF die 2. Staffel, und ich weiß eigentlich gar nicht genau, wieso ich nach diesem Verriss überhaupt noch mal eingeschaltet habe.

Aber was soll ich sagen? Es ist eine ganz hervorragende 2. Staffel. Ernsthaft!
Denn in den sechs Folgen, die allesamt schon in der ZDF-Mediathek bereitstehen, werden viele spannende, rührende, lustige und auch traurige Geschichten erzählt.

So geht es in der Folge “Lieben und Lassen” u.a. um einen schwerkranken Jungen, der wohl bald sterben wird. Seine Mutter will ihm noch viele Wünsche erfüllen und ist mit ihm auf Reisen. Aber in der Uckermark bricht er zusammen und kommt in die Klinik. Doktor Ballouz findet raus, dass der Junge sich schon so schwach fühlt, dass er eigentlich nach Hause will – er traut sich aber nicht, es seine Mutter zu sagen, weil sie ja alles für ihn tun würde.
In “Leere Seiten” geht es u.a. um eine alte Frau, die auf dem Dorf einen Gasthof betreibt. Als sie sich ihre Schulter bricht, droht ihrem Gasthof und damit ihrem bisherigen Leben das Aus.

Es geht in den Geschichten immer um Schicksale, um lebenswichtige Entscheidungen, um zwischenmenschliche Beziehung, die mitunter fesseln. Im Verlauf der Staffel wird es auch noch um ein Paar gehen, bei dem einer der Männer eine neue Niere braucht – sein Mann könnte sie ihm spenden, aber er will sie nicht – aus Gründen.
Aber auch Doktor Ballouz und seine Kollegen entwickeln sich. Ballouz, der vor nicht langer Zeit seine Frau verloren hat, verliebt sich.

In Staffel 2 von “Doktor Ballouz” haben die Autoren sehr viel richtig gemacht. Es werden fesselne, spannende Geschichten erzählt. Das Ärzteteam hat eigene Geschichten, die Landschaft (die in Wirklichkeit selten die Uckermark ist) wird schön in Szene gesetzt.
War Staffel 1 ein Reinfall, ist Staffel 2 ein echtes Highlight. Gern mehr! Und vielleicht sollte ich mir noch mal die Staffel 1 reinziehen, dann ja vielleicht mit anderen Augen.

-> Die Serie in der ZDF-Mediathek

Hits: 182

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (68): Gut, dass ich nicht aufs Navi gehört habe

Samstag, den 23. April 2022
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(67) -> 20.2.2022

Rückfahrt aus dem Urlaub von Dagebüll nach Hause. Bis zur B5 und weiter zur Autobahn A7 brauche ich technische Hilfe, der Rest sollte noch von der Hinfahrt klar sein.
Auf dem Parkplatz nahe des Hafens schmeiße ich das Navi an und stutze. Die Rückfahrt soll fast sieben Stunden dauern. Das ist, nun ja, etwas viel. Denn die Hinfahrt hat abzüglich aller Pausen gerade mal vier Stunden und 20 Minuten gedauert.
Ich sehe mir die Strecke also mal näher an – wo soll ich denn hin? Oder wo sind die Staus?

Das Navi sagt, dass es auf meiner eigentlichen Strecke eine Sperrung gibt. Ich soll stattdessen irgendwann auf die A20 biegen. Das wäre noch nicht das ganz große Problem. Bei Rostock aber soll ich nicht Richtung Süden abbiegen – stattdessen sagt das Navi, soll ich bis Prenzlau ganz im Osten fahren, um dann über die A11 Richtung Heimat zu düsen. Kein Wunder, dass ich sieben Stunden fahren soll.
Ich bin skeptisch, fahre aber erst mal los – und fahre auch erst mal weiter auf der A7, obwohl das Navi was anderes sagte.

Auf dem Autohof Bordesholm halte ich an, es ist Mittagessenzeit, und das große M lockt auch ein wenig. Noch mal schaue ich, was das Navi so sagt. Ich starte es einfach noch mal neu. Und, taadaaa: Es weist mir eine neue Strecke aus, die allerdings nur eine gute halbe Stunde kürzer ist als die vorherige. Und immer noch über Prenzlau.
Immer noch eine Sperrung, und zusätzlich ein größerer Stau auf der A24 bei Neustadt/Glewe. Gleichzeitig sehe ich aber, dass der Rest der Reisegruppe auf der Strecke unterwegs ist, auf der wir auch angereist waren. Und sie kamen zügig voran.

Nach der Mittagspause zurück auf die A7. Spätestens am Dreieck Neumünster-Süd musste ich mich entscheiden: Höre ich aufs Navi und bleibe auf der A7? Oder fahre ich die Strecke, die ich auch auf der Hintour genutzt habe?
Die Entscheidung wurde mir abgenommen: Unweit des Dreieks machte das Navi pling, und es kam die freudige Nachricht: Die Sperrung ist aufgehoben! Und schon wollte mein Navi, dass ich die Strecke fahre, die ich schon kannte…

Hits: 176