Tagesarchiv für 4. April 2022

RT liest

Tim Pieper: Finstere Havel

Montag, den 4. April 2022
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(4) -> 6.1.2021

Am Fähranleger bei Schmergow im Havelland. Ein Auto wird aus dem Wasser geholt. Am Steuer sitzt eine Frau. Sie ist tot. Ob sie ertrunken ist oder schon vorher tot war, ist unbekannt.
Der Potsdamer Hauptkommissar Toni Snaftleben und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Und die sind alles andere als einfach. Was hat der Junge mit der Tat zu tun, der in einem Baum ganz in der Nähe saß? Gibt es einen Zusammenhang zum großen Renaturierungsprojekt der Havel im Westhavelland? Mit dem Professor eines Instututes soll sie eine Affäre gehabt haben. Und irgendwer muss die Frau zudem erpresst haben – aber womit?
Toni ist in der Gegend um Rathenow unterwegs – wo sich nicht nur der dunkelste Nachthimmel der ganzen Gegend befindet, sondern auch die eine oder andere zwielichtige Person.
Aber immerhin scheint Toni privat sein Glück gefunden zu haben. Seine Beziehung zu Caren scheint gefestigt. Denkt er zumindest – bis plötzlich auch sie verschwindet.

“Finstere Havel” ist der fünfte Teil der Toni-Sanftleben-Krimi-Reihe von Tim Pieper. Der Autor spinnt ein Netzwerk von verdächtigen Personen und vielen falschen Fährten. Scheint eine Erklärung relativ plausibel zu sein, stürzt das Ermittlungsgerüst auf der nächsten Seite wieder zusammen.
Dabei lässt Pieper seinen Ermittler diesmal durch das Westhavelland düsen. Es geht nach Spaatz, zum dunklen Nachthimmel, in Potsdam wird auch ermittelt, rund um Rathenow, dann nach Deetz und Grütz – und wie die Orte dort alle heißen. Manchmal übertreibt es Pieper ein wenig mit seinem Lokalkolorit, wenn es den Eindruck macht, dass er Orte nur erwähnt, um die Orte zu erwähnen.
Dennoch: Der Fall ist spannend bis zum Schluss. Pieper schreibt bildhaft, dazu gute Dialoge. Auch dass es im Kommissariat eine Nebenbei-Geschichte läuft und Sanftlebens Privatleben erzählt wird, rundet den Krimi ab.

Tim Pieper: Finstere Havel
Emons, 298 Seiten
8/10

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RTelenovela

Warnung für die Warn-App in Zeiten des Coronavirus

Montag, den 4. April 2022
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In letzter Zeit hatte ich in meiner Corona-Warn-App mehrfach eine rote Kachel, die mir signalisierte, dass ich in jemandes Nähe war, der in dem Moment oder später positiv war.
Nun bin ich derjenige, der positiv ist und das über die App auch anderen mitteilen möchte.

Eigentlich dachte ich, dass wenigstens dieser Vorgang komplett digital ablaufe und irgendwie zusammenhängend abläuft. Dem ist nicht so.
Mit dem erfolgten PCR-Test am Donnerstag bekam ich einen Zettel in die Hand – mit Infos zum Zugang zum Laborergebnis. Die Frau, die mich testete, meinte, es könne sein, dass es dauert, bis das Ergebnis da sei. Mit Glück aber schon am Freitagabend. Auf dem Zettel stand, dass ich mir entweder die App “Mein Laborergebnis” runterladen muss oder die entsprechende Internetseite anklicken kann.
Wer denkt, dass es eine entsprechende Schnittstelle über die Corona-Warn-App gibt – also, wo denkst du hin?!

Am Freitagabend ging ich ins Internet auf die entsprechende Seite gab den 30-stelligen (!) Code ein, den ich bekommen hatte. Das Ergebnis war sogar schon Donnerstagabend da: positiv. Wie nicht anders zu erwarten.
Wie teile ich das nun aber der Warn-App mit, so dass andere die tolle rote Warnkachel zu sehen bekommen?

Dazu muss man wiederum eine Telefonhotline anrufen. Dort meldete sich – dann schon am Sonnabendmittag – eine Frau. Sie wollte meinen Nachnamen, meine Telefonnummer und die Einrichtung wissen, die meinen Test bearbeitet habe. Theoretisch hätte ich auch anrufen können, wenn ich negativ gewesen wäre. Ich bin mir nicht sicher, ob die Frau da wirklich was nachkontrolliert hat. Sie rief mich auf meinem Handy an, und dann bekam ich von ihr einen 10-stelligen Code, den ich wiederum in die Corona-Warn-App eingeben musste. Das klappte dann auch, seitdem weiß meine App, dass ich positiv bin und zeigt mir das auch – statt grüner oder roter Kachel – das auch an.
Aber wie gesagt: Es ist kein Vorgang aus einem Guss – und ich finde, dass es nicht besonders sicher ist, sondern auf Vertrauen beruht. Oder irre ich mich da?

Was ich auch nicht weiß: Meine Zertifikate werden dennoch angezeigt. Ob sie beim Scannen nun auch anzeigen, dass ich positiv bin, weiß ich nicht. Ich werde es nicht ausprobieren. Aber wenn doch: Dann könnte ich trotzdem ins Kino, weil ich natürlich nur das Zertifikat zeigen würde und nicht den Rest.

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RTZapper

Justin Bieber: Our World

Montag, den 4. April 2022
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FR 01.04.2022 | Amazon Prime Video

Silvester 2020. Normalerweise wäre es nicht wirklich etwas Besonderes, wenn ein Musiker an diesem Tag ein großes Konzert gibt. Aber in der Zeit des Coronavirus ist nichts normal.
Justin Bieber plant ein Konzert mit gerade mal 240 Live-Zuschauer. Das Konzert soll auf dem Dach des Beverly Hilton Hotels in Beverly Hills stattfinden. Und die Zuschauer befinden sich auf den Balkonen und an den Zimmerfenstern drumherum. Der Rest – viele hunderttausend Menschen – schauen per Livestream zu.

Die Doku “Justin Bieber: Our World” auf Amazon Prime Video begleitet den Musiker bei den Vorbereitungen. Das heißt, eigentlich filmt er sich oft selbst. Zum Beispiel, als er am Silvestermorgen im Bett neben seiner Frau aufwacht und beide sich auf diesen Tag freuen.
Ein großer Teil des Films sind aber natürlich Konzertmitschnitte – und die sind durchaus mitreißend.

Eine durchaus sehenswerte Musikdoku. Wer sich nur oberflächlich mit Justin Bieber befasst und sich nur an dessen Teeniezeit erinnert, in der er mit einem hohen Stimmchen seine Pophits sang – 14 Jahre ist das her -, wird überrascht sein. Denn es ist schön zu sehen, wie aus diesem Teenie ein ernstzunehmender Musiker geworden ist, der so einige tolle Songs in seinem Repertoire hat – und sich auch an seine ganz frühen Hits erinnert.
Auch Justin Bieber hat in seiner Karriere mit Drogen zu tun gehabt – aber am Ende hielt er sich so gut, dass er auch heute noch recht weit oben im Geschäft mitwirkt. Inzwischen ist er 28, er macht seine Musik, er macht Geschäfte (nun ja, mit Joints), und man kann ihm nur die Daumen drücken, dass er in seinem Leben noch viele Erfolge feiern wird.

-> Die Doku bei Amazon Prime Video

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