Tagesarchiv für 31. Januar 2022

RTelenovela

TikTok

Montag, den 31. Januar 2022
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Facebook, Instagram, Twitter, Youtube – überall bin ich vertreten. Sehe mir an, was andere posten und konsumiere Bilder, Texte, Videos und Links.
Eine Welt, die mir bisher mangels Interesse verschlossen blieb, ist TikTok. Auf dieser Plattform kann jeder kurze Videos posten, nur wenige Sekunden lang. Am Sonntagabend postete jemand bei Instagram einen Link zu TikTok – und da wollte ich doch mal schauen.

Ganz neu ist mir das nicht. Der Vorgänger von TikTok hieß Musical.ly. Dort konnte man Videos posten, die von bestimmten Musik unterlegt war, die man sich aussuchen konnte. Ich hatte das damals ausprobiert: Man machte gewissermaßen so was wie Playbacksingen und versuchte, dabei möglichst cool auszusehen.
Nach zwei Videos hatte ich das Interesse verloren und mich wieder abgemeldet.
Und auch beim Nachfolger TikTok war ich schon mal für ein paar Minuten – um festzustellen: Ähm, nein.

Nun also noch mal der Versuch, die Faszination TikTok zu ergründen. Einerseits kann man prominenten Leuten folgen oder man sucht nach bestimmten Stichworten. Zu sehen bekommt man tanzende Leute, oder solche, die irgendwelche lustigen Aktionen machen, lustig tanzende Leute, Leute die Grimassen schneiden, albern tanzende Leute…
Es ist eine vollkommene Wurschtigkeit, die sich dort breitmacht. Es sind Filmchen, die man nicht braucht, die nicht anstrengen, die schlicht sind – und mir einfach zu langweilig sind. Bislang hab ich keinen Mehrwert entdecken können.
Aber: Immerhin die Tagesschau hat ein spannendes Angebot auf TikTok – einerseits mit lustigen Gags, bei denen sich auch die eigentlich ernste Tagesschau auf die Schippe nimmt, andererseits aber auch jugendgerechte Erklärfilme zu aktuellen Themen. Das ist gut gemacht – und wichtig!
Ansonsten werde ich das noch eine Weile beobachten. Klickt man den Live-Button an, kann man Leuten zusehen, die Hausaufgaben machen, irgendwas erklären oder einfach nur quatschen. Vielleicht hat man da ja mal das Glück und bekommt was Spannendes zu sehen. Aber ich glaube, auch in Zukunft wird mir TikTok schlicht wurscht sein. Man muss ja auch nicht überall vertreten sein, und wenn die jungen Leute Spaß dran haben…

Hits: 230

RTZapper

Polizeiruf 110: Hildes Erbe

Montag, den 31. Januar 2022
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SO 30.01.2022 | 20.15 Uhr | Das Erste

Adam Raczek hat einen Neuen. Und kurz blickt er seinen neuen Kollegen an einer Stelle einmal von oben bis unten an. Kommissaranwärter Vincent Ross trägt eine Art Rock, und seine Augen sind leicht geschminkt. Adam registriert das kurz, sagt aber nichts. Und damit ist die Sache auch erledigt. Zumindest vorerst.

Das Brandenburger Team vom “Polizeiruf 110” in Frankfurt (Oder) hat Zuwachs bekommen. Der Fall “Hildes Erbe” lief am Sonntagabend im Ersten, und schon im Vorfeld war er vielbeachtet.
Denn Kommissar Vincent Ross sei genderfluid, und das sei wieder eine neue Stufe der Diversität in den Primetime-Krimis. Wikipedia sagt zum Begriff “genderfluid”: “Die Ausprägung genderfluid („fließend“) bewegt sich zwischen den Geschlechtern männlich–weiblich (oder weiteren), teils in wechselnder Ausformung oder veränderlich.”

Wenn diese Rolle so angelegt ist, dann hat das der rbb sehr clever und gut gemacht. Denn zu sehen war ein Typ im Rock und leicht an den Augen geschminkt. Es wurde aber nicht weiter thematisiert. In anderen Szenen hatte er eine Hose an, in wieder anderen eine kurze Hose. Man hat Vincent als jemanden eingeführt, der sich irgendwie anders kleidet und rausputzt. Ansonsten ist Vincent war eine echte Type, recht männlich. Er hat psychologisches Wissen und redet mit seinem Kollegen Adam auf eine einfühlsame und manchmal intime Weise.
Blickt man sich in den sozialen Medien um, dann sind die Reaktionen überwiegend positiv – was man ja von sozialen Medien eher selten kennt.
Es wird spannend, wie die Geschichte der beiden weitererzählt wird und wie man den Menschen da draußen Vincent weiter näherbringt.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 30. Juli 2022)

Hits: 209

RT im Kino

München – Im Angesicht des Krieges

Montag, den 31. Januar 2022
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München, 1938: Der britische Premierminister Neville Chamberlain (Jeremy Irons), Italiens Staatschef Benito Mussolini und weiterer europäische Politiker treffen sich mit Deutschlands Führer Adolf Hitler (Ulrich Matthes). Bei dieser Konferenz geht es um Hitlers geplanten Einmarsch in die Tschechoslowakei, den wollen die anderen Staatschefs auf jeden Fall verhindern. Und zwar mit einer Art Tauschhandel: Wenn Hitler das Sudetenland bekommt, verzichtet er auf den Einmarsch.
So war das tatsächlich. Europa wollte das Sudetenland opfern, um den Ausbruch eines Krieges zu verhindern. Um dieses weltgeschichtliche Ereignis hat Regisseur Christian Schwochow eine Story gestrickt – nach dem Buch von Robert Harris.

Sechs Jahre zuvor kommt es zwischen den Freunden Paul von Hartmann (Jannis Niewöhner) und Hugh Legat (George McKay) zu einem Streit. Paul verteidigt Hitlers Politik, Hugh warnt vor ihr – es kommt zum Bruch, und lange hören sie nichts voneinander.
1938 ist Paul deutscher Diplomat mit Beziehungen ins Außenministerium. Hugh ist britischer Regierungsbeamter. Sein Job frisst ihn auf, er ist frustriert.
Vor der Konferenz fallen unterdessen Paul Dokumente in die Hände, die beweisen sollen, was Hitler in den kommenden Jahren wirklich mit Europa vor hat. Es gelingt ihm, mit nach München reisen zu können und dort Kontakt mit Hugh aufzunehmen. Hugh soll mit Premier Chamberlain sprechen – er dürfe den Vertrag nicht unterschreiben. Der Plan: Hitler soll in die Tschechoslowakei einmarschieren, und eine Gruppe Attentäter komme auf diese Weise dazu, Hitler zu töten.

Mit Blick in die Geschichte wissen wir natürlich, wie das alles zu Ende gegangen ist. Dass Hitler tatsächlich den Einmarsch abblies – und der krieg begann erst ein Jahr später. Dann doch.
“München – Im Angesicht des Krieges” erzählt die Geschichte dieser Konferenz und schmückt sie mit dem Diplomaten-Thriller aus.
Das funktioniert spannungstechnisch extrem gut. Der Plan, den Paul und seine Leute haben, ist zwar tollkühn, aber zu sehen, wie Paul und dann Hugh versuchen, das Hitler-Dokument (das es in Wirklichkeit nie gab) an den richtigen Mann zu bringen, zerrt an den Nerven. Obwohl völlig klar ist, dass Chamberlain damit nichts anfangen kann. Denn der ist in der Zwickmühle. Lässt er Hitler in die Tschechoslowakei einmarschieren, wäre das sein eigenes politisches Ende – und davon abgesehen: Der Inhalt des Dokumentes ist so unfassbar, dass keiner glauben mag, dass das alles wirklich so kommen werde.
Insbesondere George MacKay zeigt in dem Film eine tolle Leistung, die Angst, die Panik, ist ihm ins Gesicht geschrieben. Vollkommen unpassend ist allerdings Ulrich Matthes als Adolf Hitler. Sorry, aber das funktioniert null. Das trübt den Gesamteindruck aber nur wenig.

-> Trailer auf Youtube

München – Im Angesicht des Krieges
GB 2021, Regie: Christian Schwochow
Netflix, 131 Minuten, ab 12
9/10

Hits: 220

RTZapper

RTL direkt

Montag, den 31. Januar 2022
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DO 27.01.2022 | 23.10 Uhr | RTL

Wenn im Ersten in der Fußballpause eine achtminütige Mini-“Tagesthemen”-Ausgabe läuft, dann macht der Sender das nicht, um die Menschen an dieser Stelle mit Informationen zu beglücken. Die Sendung läuft an dieser Stelle, um den Marktanteilsdurchschnitt nach oben zu frisieren. Denn in der Fußballpause – natürlich ganz besonders bei WM- oder EM-Spielen – werden hohe Zahlen erreicht, die ganz am Ende sich auch im Jahresdurchschnitt bemerkbar machen. Und man kann sagen: Die Beliebtheit der Sendung sei gestiegen. Dabei wartet an der Stelle niemand auf diese Sendung, und man nimmt sie einfach mit, weil sie eben da läuft, wo sie läuft.

So macht das RTL gerade auch mit dem noch relativ neuen Spätnachrichtenmagazin “RTL direkt”. Eigentlich gibt es die Sendung montags bis donnerstags um 22.15 Uhr – mit mehr oder weniger guten Quoten. Läuft das Umfeld mau, ist es beim Magazin nicht anders.
Tja, und nun sind bei RTL die Dschungelwochen, und es war spannend zu sehen, wie der Privatsender mit “RTL direkt” umgeht. Wegen der Quoten wollte man aber ganz offensichtlich das Dschungelcamp nicht erst um 22.35 Uhr starten lassen. Also musste “RTL direkt” direkt mal den Platz räumen.

Und nun ist “RTL direkt” nicht mehr ein Nachrichtenmagazin, sondern die nervige Dschungel-Unterbrechung, auf die wahrscheinlich kaum jemand gewartet hat.
Denn “RTL direkt” beginnt in den Dschungelwochen um 23.10 Uhr – mitten in der Sendung “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!”, die danach nahtlos weitergeht.
Für “RTL direkt” heißt das nun: Reichweitenrekorde. Mega-Marktanteile. Aber alles andere wäre überraschend, denn der Dschungel erreicht viele Leute, und die wollen ja sehen, wie es danach weitergeht.
Im Grunde genommen ist das eine Ergebnis-Verzerrung, denn natürlich wird auch RTL am Jahresende eine Abrechnung vorlegen, welchen durchschnittlichen Marktanteil “RTL direkt” vorzuweisen hat. Da knallt die Dschungelpause natürlich ordentlich rein.

Wirklich bekloppt wird das aber bei Programmänderungen. Am Donnerstag lief der Dschungel nämlich schon zur Primetime, um 20.15 Uhr. Direkt danach, zur eigentlichen “RTL direkt”-Zeit, hätte das Magazin also laufen können. Aber, nein: Die Quoten müssen stimmen, und deshalb begann am Donnerstag um 22.15 Uhr “Die Stunde danach” – wieder um 23.10 Uhr unterbrochen von den Nachrichten. Danach ging die Dschungel-Nachlese noch zehn (!) Minuten weiter, bevor dann das Magazin “Extra” begann.
Man kann das bekloppt finden – und für die zuschauenden Menschen ist es das in der Überzahl sicher auch. Für RTL ist das aber ein guter Coup: Denn egal, was läuft und wann es läuft: Hauptsache, die Quote stimmt.

Hits: 234