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Michaela Kastel: Worüber wir schweigen

Nina ist zurück. Zwölf Jahre ist es her, dass sie ihr Heimatdorf verlassen hat. Sie ging damals Hals über Kopf.
Nun ist sie wieder da, und die Frage ist: Was will sie hier? Im Dorf herrscht Nervosität, denn mit ihrer Wiederkehr brechen alte Wunden auf.
Ihre beste Freundin Melanie haben sie vergangenen Jahr schwer mitgenommen. Und auch Tobi ist noch gezeichnet von den Ereignissen der damaligen Zeit. Nun kommt die kleine Clique wieder zusammen – und es muss einiges aufgearbeitet werden.
Alles dreht sich um um Dominik, Tobis großer Bruder. Domi ist tot, er wurde vor zwölf Jahren vom Zug überrollt. Ein Unfall? Ist es das, was Nina klären will?

“Worüber wir schweigen” ist ein treffender Titel. Michaela Kastel arbeitet sich nach und nach in die Geschichte dieser Jugendlichen. Was ist damals, vor zwölf Jahren, passiert? Es geht es um Vertrauen und Verrat. Wer war mit wem zusammen? Wer hat wen betrogen?
Die Autorin macht das ganz geschickt. Wirkt es anfangs ein bisschen unübersichtlich, dass nur immer wieder zwischen den Zeiten hin- und hergeswitcht wird, sondern auch zwischen den Blickwinkeln – aber nach und nach ergibt sich ein Gesamtbild. So steigt zum Ende hin tatsächlich die Spannung, weil das Schweigen dann irgendwann aufhört.

Michaela Kastel: Worüber wir schweigen
Emons, 319 Seiten
7/10

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