Tagesarchiv für 30. Dezember 2021

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Julia K. Stein: Winterzauber in New York

Donnerstag, den 30. Dezember 2021

Schnee. Aber so richtig. Wegen heftigen Schneefalls fallen in New York alle Flüge aus.
Für Hannah ist das bitter. Sie ist für ein Auslandssemester in den USA, und jetzt, einen Tag vor Heiligabend, will sie zurück, mit dem Flieger nach Düsseldorf, zur Familie. Nun sitzt sie fest.
Und sie trifft auf Kyle. Sie kennt den Typen aus ihrem College, sie kennt auch seinen eher nicht so guten Ruf. Er wollte nach Barbados fliegen, um dort Weihnachten zu verbringen.
Hannah will sich ein Zimmer nehmen, aber Kyle nimmt sie erst mal mit. Doch die Zimmersuche misslingt, und am Ende nimmt Kyle Hannah mit zu sich. Was Hannah überhaupt nicht passt.
Klar ist aber beiden: Es ist Weihnachten, und das muss man feiern – zumal New York im Schnee einfach zauberhaft ist.

Kitsch zum Fest. Das muss auch mal sein. “Winterzauber in New York” heißt der Roman von Julia K. Stein. Das Cover: kitschig. Ein sich küssendes Paar in einem verschneiten New Yorker Park.
Dabei ist der Roman selbst zwar relativ simpel, aber eigentlich gar nicht so kitschig. Denn zwei Tage lang begleiten wir Hannah und Kyle. Sie unterhalten sich, sie kabbeln sich, sie ärgern sich. Aber irgendwas ist da noch. Es kribbelt. Ist da vielleicht doch mehr?
Zwei Menschen lernen sich kennen, und der Roman nimmt sich Zeit dafür. Das ist nicht anspruchsvoll, aber gute und kurzweilige Unterhaltung.

Julia K. Stein: Winterzauber in New York
Carlsen, 317 Seiten
8/10

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Ich war Angela Merkel: Das Zahlemann-Protokoll

Donnerstag, den 30. Dezember 2021
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MI 29.12.2021 | 23.45 Uhr | Das Erste

Die Geschichte ist fast nicht zu glauben. Der ehemalige ARD-Chefreporter Sandro Zahlemann hat die Bundeskanzler-Kandidatur von Marcus Söder verhindert. Er ist schuld. Und eine Doku am Mittwochabend im Ersten zeigte, wie es zu diesem Skandal kam.
Aus unbekannten Gründen erhielt er die ehemalige Telefonnummer der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zuvor hatte er sich gewundert, dass er immer wieder Nachrichten von Promis erhielt, die an Merkel gerichtet waren – und irgendwann antwortete er ihnen. Auch Söder. Und so nahm politisch alles seinen Lauf.

“Ich war Angela Merkel: Das Zahlemann-Protokoll” hieß die Doku – und sie war ein Fake. Oder genauer gesagt: Sie ist Satire. Dahinter steckte Olli Dittrich mit einer neuen Folge von seinem TV-Zyklus.
Auf geniale Weise zeigte er im Stil einer Enthüllungs-TV-Doku, wie ein ehemaliger Journalist alle reinlegte. Der Clou: Wer nicht genau aufpasst, der könnte meinen: Alles sei echt.
Denn im Film kommen echte Promis zu Wort, die ihre Erinnerungen im Fall Zahlemann schildern. Caren Miosga ebenso wie WDR-Intendant Tom Buhrow, Journalist Robin Alexander, Politiker Wolfgang Bosbach und viele mehr.

Wie immer ist es schade, dass diese Satire-Perle im Spätprogramm im Ersten versteckt worden ist – aber vermutlich hätte sie zu einer früheren Sendezeit für mehr Irritationen gesorgt – und das will man ja nun wirklich, ähm, nicht.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek

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Coming Out Colton

Donnerstag, den 30. Dezember 2021
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MI 29.12.2021 | Netflix

Er war der Bachelor. Er flirtete mit 30 Frauen. Am Ende kam er mit einer der Frauen zusammen. Sie führten eine Beziehung.
Dabei wusste Colton Underwood schon als Junge, dass er anders ist als die anderen Jungs. Er wusste eigentlich immer, dass er Männer mag, dass er schwul ist. Mit 28 spricht er es aus. Vor seiner besten Freundin. Vor seinen Eltern. Vor dem Bruder. Vor Freunden. Vor den anderen.

Es ist eine erstaunliche Geschichte, die in einer sechsteiligen Doku auf Netflix erzählt wird. Colton Underwood war Profi-Footballspieler in der NFL. 2019 war er in der gleichnamigen Kuppelserie der Bachelor auf der Suche nach einer Frau. Damals wurde er der jungfräuliche Bachelor genannt. Er hatte noch nie Sex, was vielleicht auch mit seiner katholischen Erziehung zu tun hatte. Er fand eine Frau, war mit ihr zusammen. Aber er war eifersüchtig und ein Kontrollfreak. Die Frau trennte sich von ihm, und er verfolgte sie daraufhin mit teils miesen Methoden.
Er sagt, er habe das getan, um nicht über sich selbst nachdenken zu müssen, nicht sich mit der Wahrheit über sich befassen zu müssen.
Aber es sei dann auch der Momente gewesen, die Flucht nach vorn anzutreten.

Die Geschichte hat in den USA im April 2021 für Wirbel gesorgt. Sein öffentliches Outing hatte er in einem Interview mit “Good Morning America”. Und jetzt gibt es die Netflix-Doku-Serie.

Vorab: Es ist im Laufe der Serie nicht immer klar, welche Szenen gescriptet sind und welche nicht. Welche Reaktionen echt sind und welche nicht. Letztlich ist das aber gar nicht so wichtig – denn am Ende geht es dann doch um den Inhalt an sich. Denn Colton Underwoord zeichnet in der Serie sein Coming Out bei verschiedenen Menschen nach. Er erzählt seine Geschichte.
Das sorgt für rührende Momente, wenn er mit großen Augen vor seiner Mutter sitzt und sich outet. Bei seinem Bruder, seinem Vater. Später redet er mit seinem ehemaligen Football-Trainer, wo Colton dann auch darüber erzählt, wie es war, als beim Training oft eine homophobe Atmosphäre geherrscht habe.
Denn Colton sagt, dass sich die NFL zwar offen für schwule Spieler zeige, die Stimmung in Wirklichkeit so aber nicht sei. Es herrsche keine Atmosphäre, in der schwule Männer sich outen könnten.
Bitter ist auch, als er sich bei seinem Priester outet, der zwar sagt, er könne machen, was er wolle, aber auch, dass er das nicht unterstütze, und er solle doch beten.

Die Doku macht einerseits Mut, andererseits zeigt sie aber auch, wie schwer so ein Outing auch heute immer noch sein kann. Zu sehen, dass ein gestandener Mann sich erst mit 28 öffnet, ist tragisch. Zu sehen, wie er aufblüht, ist dagegen schön zu sehen. “Coming Out Colton” ist ein wichtiger Beitrag, auch zu möglichen und künftigen Coming Outs von Sportlern.

-> Die Reihe bei Netflix

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ORA aktuell

Mann zieht auf Oranienburger Bahnhof Messer

Donnerstag, den 30. Dezember 2021

Die Polizei musste am späten Montagabend auf dem Bahnhof Oranienburg anrücken. Zeugen hatten sich gemeldet, weil der 41-Jährige zuvor mit einem Messer Beschädigungen in der S-Bahn vorgenommen hatte.

Der Mann wollte flüchten und zog dabei ein Messer. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, konnte der Mann entwaffnet und gefesselt werden. Wie es hieß, habe sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

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