Tagesarchiv für 25. Dezember 2021

RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2021 – In Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 25. Dezember 2021
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2020 -> 24.12.2020

Und wieder ist ein Jahr vorbei. Leider ist die Coronakrise aber immer noch da. Zwar viele geimpft, dennoch mit höheren Inzidenzen. Deshalb gab es für die 2021er-Christvesper in Schmachtenhagen mal wieder Sonderregeln – nur wer ein Ticket hatte, konnte rein. Und die Tickets hatte ich vorher besorgt.
Die Ausgabe der Tickets diente sicherlich auch dem Umstand, dass man die Kirche nicht ganz voll haben wollte – weshalb es auch recht luftig in den Reihen war. Allerdings waren wir 2020 noch viel weniger.

In Zeiten des Coronavirus ist es in der Kirche verboten zu singen – zumindest für die Leute in den Bänken und für Chöre. So gibt es ja normalerweise in Schmachtenhagen den Männerchor. Den erlebten wir zuletzt 2019. im letzten Jahr war die Christvesper sehr kurz, ohne Chor, fast ohne Rahmenprogramm.
Diesmal war ein Streicherquartett dabei, das einige Lieder spielte, die auch wirklich sehr schön klangen. Allerdings hätten wir uns auch mal ein wirklich weihnachtliches Lied von den Streichern gewünscht.

Es ist ganz sicher nicht einfach, bei einem Gottesdienst eine festliche Stimmung aufzubauen, wenn die Menschen in der Kirche nicht mitsingen dürfen. Wie schon 2020 musste der Pfarrer allein singen. Dazu spielte die Orgel, wenn manchmal auch etwas hektisch und abgehackt.

In der Predigt ging es einerseits um die Weihnachtsgeschichte – andererseits aber auch um unsere aktuelle Lebenssituation. Das Leben mit dem Coronavirus. Die Vorsichtsmaßnahmen, und überhaupt wie uns das alles zunehmend in vielerlei Hinsicht belastet. Der Pfarrer erzählte davon, wie er den Draht zu einem engen Freund verloren hat. Der Freund hat sich in Sachen Corona mehr und mehr radikalisiert. Es gebe Schwarz und Weiß und kein Dazwischen mehr. Es sei nicht mehr möglich, normal zu reden. Und das würden viele Leute erleben – schwierig sei das, weil es auch immer gleich sehr persönlich werde.
Wahre Worte.

Ein Lied haben wir dann aber doch gesungen. Zum Ende der Christvesper bat uns der Pfarrer nach draußen, in den Kirchhof. Dort sangen wir dann die “Stille Nacht”.
Wird 2022 wieder alles, nun ja, normal?

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RT liest

Michael Wallner: Shalom Berlin – Sündenbock

Samstag, den 25. Dezember 2021
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(1) -> 27.4.2020

Schwere Explosion auf der Königstraße in Berlin-Wannsee. Auf den Wagen der ersten grünen Verteidigungsministerin Svea Wieland wird ein Anschlag verübt. Die Bombe geht drei Meter vor dem Wegen hoch – und das auch nur, weil Personenschützer Kadou Hauser kurz davor den Wagen hektisch zurücksetzen ließ. Die Flammenwand tötet Fahrer und Beifahrer – die Personenschützer wird schwer verletzt, die Ministerin trifft es ebenfalls hart.
Es ist nicht der erste Anschlag auf Svea Wieland. Die Polizei vermutet afghanische Terroristen. Staatsschützer Alain Liebermann glaubt das nicht. Steckt die Rüstungslobby dahinter? Oder der einflussreiche Vater des Personenschützers? Und wie steht es eigentlich um die Parteikollegen, die eh nicht glauben, dass eine Frau auf den Posten der Verteidigungsministerin gehört.

“Sündenbock” heißt der zweite Fall aus der “Shalom Berlin”-Reihe mit dem Ermittler Alain Liebermann. Er hat diesmal ein besonders harte Nuss zu knacken, denn lange ist vollkommen unklar, wer hinten den Anschlägen steckt – denn während der Ermittlungen kommt es zu weiteren schlimmen Zwischenfällen.
Gleichzeitig muss sich Liebermann um seine Oma kümmern, die schwerkrank in einer Klinik liegt – die Ärzte machen nur wenig Hoffnung.
Wie auch schon im ersten Buch kann Autor Michael Wallner durchaus eine spannende Story konstruieren. Was ihm aber leider erneut eher nicht gelingt, ist, einen guten Showdown zu liefern. Die Auflösung der Geschichte erscheint erstaunlich lapidar und nicht sehr aufregend – das hätte man sicher interessanter aufschreiben können.

Michael Wallner: Shalom Berlin – Sündenbock
Piper, 316 Seiten
6/10

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