Monatsarchiv für Dezember 2021

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Chronik Kremmen 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021
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MAZ Oberhavel, 31.12.2021

Chronik Kremmen
Januar: In Sommerfeld wird an der Sana-Klinik eine Pandemie-Station eingerichtet. +++ Corona-Inzidenz über 200: Wer Kremmen in Richtung Ostprignitz-Ruppin verlassen will, muss einen 15-Kilometer-Radius einhalten. +++ Bürgermeister Busse wird am Blinddarm operiert.

Februar: Der Salon Silke am Marktplatz in Kremmen schließt. +++ Ein Wolf in Kremmen? Entsprechende Infos zu einem Video erweisen sich als Fake. +++ Die Beetzer feiern den Karneval auf Youtube. +++ Kämmerei und Hauptamt werden zusammengelegt. +++ In der Berliner Straße brennt eine Lagerhalle.

März: Jugendkoordinator Danny See verlässt die Stadt. Nachfolgerin wird Simone Buttgereit. +++ Die Bibliothek zieht an den Marktplatz. +++ Flatows Ortschef Gert Dietrich hadert 20 Jahre nach der Eingemeindung immer noch damit, dass sein Dorf nun zu Kremmen gehört.

April: Kremmen hat nun einen Osterbrunnen. +++ Die Sanierung der Groß-Ziethener Kirche wird teurer – die Gemeinde bittet um Spenden. +++ Ein Corona-Testzentrum öffnet in der Stadtparkhalle. +++ Das Torfstecherhaus wird Denkmal des Monats. +++ Am Marktplatz öffnet eine Poststelle. +++ Im Eichenhain in Flatow werden 30 Bäume gefällt.

Mai: Wird Kremmen Storchenstadt? Zehn Störche kreisen über der Altstadt.

Juni: Die beiden Brücken am Kanal werden freigegeben. +++ Im Flatoewer Gartenweg brennt eine große Scheune.

Juli: Nach einem Starkregen sterben in Kremmen, Groß-Ziethen und Hohenbruch insgesamt acht Jungstörche. +++ Demo am Kremmener See: Noch immer gibt es keine Einigung über einen geregelten Badebetrieb. +++ Ehrenbürgerin Ursula Münchow wird 100. +++ Die Container an der Goetheschule bekommen eine zweite Etage.

August: Das Neptunfest findet diesmal am Beetzer See statt. +++ Der Anbau für die Kremmener Kita „Rhinstrolche“ wird eröffnet. +++ Bjarne Mädel dreht in Kremmen für den Film „Buba“. +++ Andreas Dalibor erklärt seinen Rücktritt als Stadtverordneter. Ihm folgt Andreas Kretzschmar.

September: Wie soll der Verkehr im Scheunenviertel und der Altstadt fließen? Zu einem entsprechenden Workshop kommen nur wenige Menschen. +++ Das Erntefest in Kremmen und das Herbstfest in Flatow finden mit einem Hygienekonzept statt. +++ Hohenbruch bekommt ein neues Gemeindehaus. +++ Der Posaunenchor Hohenbruch wird 70. +++ Bei der Bundestagswahl siegt in Kremmen die SPD vor der AfD.

Oktober: Die Straße zwischen Kremmen und Sommerfeld wird saniert. +++ Sturm Ignaz sorgt in Kremmen für Schäden, auf die Bahnstrecke fallen schwere Äste.

November: 62 Leute nehmen an der Schleppjagd in Staffelde teil. +++ Jugendclub und Schulen starten das Projekt Bauernhofpädagogik. +++ Nach einer satirischen Karnevalsrede von Bürgermeister Busse gibt es eine wütende Beschwerde von Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Gebauer.

Dezember: Sebastian Busse bleibt Bürgermeister, er verliert die Landratswahl gegen Alexander Tönnies.

Hits: 223

aRTikel

Überflieger: Zaazaa zelebriert „Das Flüstern der Wale“

Freitag, den 31. Dezember 2021
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Das Groß-Ziethener Musikerpaar Petra Kleinke und Jan Rase bringen ein neues Album heraus – 14 Songs mit unterschiedlichen Stilen

MAZ Oberhavel, 31.12.2021

Groß-Ziethen
Die neue CD ist eine Art Pandemieprojekt. „Wobei wir eigentlich schon vor der Pandemie damit angefangen haben“, sagt Petra Kleinke. „Aber die Pandemie hat uns die Zeit gegeben, die Stücke noch mal zu hören.“ Einige sind verändert worden, digital aufarbeitet, der Sound verbessert.
Jetzt hat die Gruppe Zaazaa die CD veröffentlicht, sie heißt wie die kleine Band, bestehend aus Petra Kleinke und Jan Rase aus Groß-Ziethen. Die Record-Release-Party ist allerdings verschoben – auf den April. Dann soll im Theater „Tiefste Provinz“ in Kremmen gefeiert werden. 14 Songs befinden sich auf dem Album, die meisten von Jan Rase und Petra Kleinke selbst komponiert, einige wurden von Sid Peghini beigesteuert.

„Es sind sehr unterschiedliche Stücke in unterschiedlichen Stilen“, sagt Petra Kleinke. „Von ruhig bis rockig ist alles dabei“, ergänzt Jan Rase. In der Pandemie hatte sich der Musiker Zeit genommen, sein Studio umzubauen. „Wir haben uns dann für das Sounddesign des Albums viel Zeit genommen.“ Er siedelt es nun zwischen modern und Vintage an. „Wir haben alle Instrumente echt gespielt, es gibt keine Sampler.“ Für die Trompetenspiele kam Gastmusiker Tom Engelhard dazu.

Petra Kleinke und Jan Rase denken viel über das moderne Musikbusiness nach – und über die Frage: Wer kauft sich heute eigentlich noch ein Album auf einer CD? Und hören die meisten Menschen Musik inzwischen nicht eher über Streamingdienste, völlig unabhängig von Alben? Sie möge es, noch eine richtige CD in der Hand zu haben, sagt Petra Kleinke. Zumal sich die beiden Musiker große Gedanken gemacht haben, in welcher Reihenfolge die Stücke auf dem Album erscheinen. Wer das Album durchhört, erlebt durchaus viele Klangerlebnisse. Ganz besonders heraus sticht das Stück „Das Flüstern der Wale“, das sehr atmosphärisch geworden ist, zu Beginn hat Petra Kleinke einen kleinen Text eingelesen. Man hört Meeresrauschen, Möwen und sanfte Musik. Die beiden Musiker sagen, sie haben alle Stücke so arrangiert, dass sie sie auch live spielen können. Im Fall von „Das Flüstern der Wale“ muss das ein echtes Hörerlebnis sein. Bei „Die Sonne und ich“ hört man das Zwitschern der Vögel.

Den letzten Auftritt hatte Zaazaa im Herbst. Ansonsten sind wegen der Pandemie viele Auftritte weggefallen. Das gilt auch für die anderen Musikprojekte, die die beiden haben. Unter dem Namen Doooya spielen sie eher Coversongs und haben damit beispielsweise Auftritte auf Schiffen. Petra Kleinke ist auch als „Mohn“ unterwegs, hat ein Kindermusikprojekt und ist Musik-, Lern- und Traumatherapeutin in eigener Praxis. Jan Rase ist Musikproduzent und Komponist für Filmmusikproduktionen und Werbung. Beide spielten sie im Herbst auch bei Dalibor und Friends, außerdem betreiben sie die Freie Musikschule Kremmen.

Ein Paar in der Musik und im Leben. Seit 20 Jahren sind sie zusammen. „Wir ergänzen uns ganz gut“, sagt Petra Kleinke. Manchmal wird über Nuancen diskutiert. So erzählt sie: „Es gibt ein Stück, ich finde das grandios, dann hört Jan es und sagt: Ich finde das super, aber …“ Am Ende sei es aber immer gut, was dann dabei herauskomme.

Die CD gibt es in Kremmen in der „Kombüse 11“, beim Bäcker in Groß-Ziethen, und sie kann auch per E-Mail bestellt werden: info@tonicum-music.de. Tickets für die Record-Release-Party am 2. April in Kremmen gibt es im Internet auf www.tiefste-provinz.de.

Hits: 198

RTelenovela

2021

Freitag, den 31. Dezember 2021
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DIE BESTE PARTY
Die Hochzeit von F. und F. in Berlin-Wannsee

DAS BESTE KONZERT/EVENT
Boulez Ensemble XXXVIII im Pierre-Boulez-Saal in Berlin-Mitte

DER BESTE SONG
Gjon’s Tears – Tout l’Univers
außerdem:
Casper feat. TUA: TNT
Go_A: Shum
Kummer feat. Fred Rabe: Der letzte Song (Alles wird gut)
Tocotronic: Jugend ohne Gott gegen Faschismus
Giant Rooks: What I know is all Quicksand (Rookery Live Tapes)
Mahmood: Klan
Danger Dan: Eine gute Nachricht
Casper: Alles war schön und nichts tat weh
Ben Platt: Waving through a Window

DAS BESTE ALBUM

DER BESTE FILM
Old
außerdem:
Räuberhände
Lieber Thomas

DER SCHLECHTESTE FILM
The Nest – Alles zu haben ist nie genug
außerdem:
The United States vs. Billie Holiday
Rosas Hochzeit

BESTE TV-SENDUNG
Years and Years, zdf neo
außerdem
Eurovision Song Contest 2021, Das Erste
Bridgerton, Netflix
LOL – Lost one Laughing, Amazon Prime Video
303 – Die Serie, BR-Fernsehen
Wer stiehlt mir die Show?, ProSieben

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
The 93rd Oscars, ProSieben
außerdem
Die Alm, ProSieben
Claudias House of Love, Sat.1
Und jetzt: Die Muppets, Disney+
Der Prinz aus Zamunda 2, Amazon Prime Video
Daniela Katzenberger: Familienglück auf Mallorca, RTL zwei

BESTER RADIOSENDER
radioeins

BESTES BUCH
Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer
außerdem:
Marc-Uwe Kling: Das NEINhorn
Hanni Fuchs: Simons Wendepunkt

BESTER AUGENBLICK
Impfungen gegen Corona

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Das Aufzeigen der Grenzen

Hits: 252

RTZapper

Das war 2021!

Freitag, den 31. Dezember 2021
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So ruhig hat ein Jahr noch nie begonnen – selbst vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Das ZDF sendet seine große Silvesterparty ohne Publikum vor Ort. Es muss zu Hause bleiben.
Es beginnt das Corona-Jahr 2.

Corona wird die Menschen und die Medien auch 2021 durchgehend beschäftigen – nur im Sommer gibt es eine kleine Verschnaufpause. Die eigentlich eher ein Wegignorieren ist.
Das Programm ist geprägt von Sondersendungen, vom “ARD extra”, “ZDF spezial”, und auch die Privaten sind dazu übergangen, wieder aktuellen Nachrichten einen höheren Stellenwert zu geben.
Die großen Shows müssen lange ohne Publikum auskommen. Die “Fastnacht in Franken” im BR ist zu einer leise-lahmen Veranstaltung geworden, der Karneval fällt gleich ganz aus. In der “heute show” lacht keiner mehr. Die großen Silbereisen-Shows werden zu Studio-Produktionen, bei denen die Gäste selbst für Stimmung sorgen müssen. Das Dschungelcamp in Australien wird abgesagt, stattdessen ziehen die Stars in ein Tinyhouse in Hürth. Erst später kehrt Publikum zurück, und auch der Eurovision Song Contest kann stattfinden – und wird zu einer großen Wiedersehensparty. Auch wenn Australien zu Hause bleiben muss und Island in Rotterdam in Quarantäne ist – und auch der Vorjahressieger wegen Corona ausfällt.
Laufende Programme werden unterbrochen, um die Pressekonferenzen mit Merkel zur Corona-Lage zu übertragen – nur wenn die Beratungen bis nachts um 2.35 Uhr hinziehen, verzichten die Sender, bis auf tagesschau24.

Corona zerrt an den Nerven – bei allen Leuten. Kritiker der Coronamaßnahmen und überhaupt der Politik der Regierung und der Gesellschaft, die ihr folgt, werfen auch den Medien Einseitigkeit vor. Vom Regierungsfernsehen ist die Rede, von Staatsmedien – ein schwieriger Vorwurf, wenn davon die Rede ist, man werde die Journalisten aus den Medienhäusern jagen, wenn man erst mal, nun ja, an der Macht sei. Was immer das auch heißt. Aber es klingt nicht gut. Bei Demonstrationen werden Journalisten zunehmend angegriffen.

Nicht nur in Deutschland. Auch in den USA. Als im Capitol in Washington die Wahlniederlage von Donald Trump endgültig besiegelt werden soll, stürmen Trumps Anhänger das Gebäude. Und auch dort gehen sie auf Journalisten los. Prügeln und zerstören Technik. Es trifft auch ein Team des ZDF.

Den Hatern in Deutschland passt die Youtube-Kampagne “#allesdichtmachen” gut ins Anti-Corona-Stimmungsmache-Konzept. Mehr als 50 mehr oder viel weniger bekannte Schauspielende sprechen in den Clips über Corona und die Folgen. Ricky Müller atmet in eine Tüte, weil ausatmen gefährlich sei. Jan-Josef Liefers findet, dass man in den Medien nicht so richtig informiert worden sei. Unterschiedliche Meinungen zum Coronavirus und zu dessen Eindämmung würden nicht gehört. Diskussionen fänden nicht statt. Oder erst seit Neuestem wieder. Es heißt, das sei Satire. Weil man Liefers ansonsten ja fragen müsste, wo er in den Monaten davor gelebt habe. Später sagt er in einer Talkshow, er habe alle Zeitungen abbestellt. Einer der Urheber ist der Schauspieler Volker Bruch, dem Verbindungen zu den Querdenkern und zur Partei Die Basis nachgesagt werden.

Auch Michael Wendler dreht in der Coronakrise ab. Von den USA aus hetzt er gegen die Coronamaßnahmen, leugnet das Virus und spricht von einem KZ Deutschland. Laut Wendler: Krisenzentrum. Schon klar. RTL sendet trotzdem die erste Folge der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”, wo der Wendler in der Jury sitzt. Als der ehemalige Schlagerstar weitere Hetze absetzt, schreitet RTL ein – und schneidet das Jurymitglied aus der Sendung. Zunächst sehen die Zuschauer eine abenteuerlich bearbeitete Sendung, in der Wendler überblendet wird, später fehlt er ganz.

Das mag man kaum glauben, aber RTL will seriös werden. Und da passt Dieter Bohlen leider nicht mehr ins Konzept. In den beiden Live-Shows von “DSDS” fehlt nun schon das zweite Jurymitglied. DAS Jurymitglied. Nachdem RTL Bohlen gefeuert hat, meldet der sich krank. Thomas Gottschalk springt ein. Am Ende gewinnt… also, keine Ahnung, wer gewonnen hat. War am Ende auch nicht mehr wichtig. Auch beim “Supertalent” wird Bohlen rausgeschmissen, und RTL bekommt im Herbst dafür die bittere Quittung. Die Show versinkt im Quoten-Nirvana.
Zum neuen RTL gehören mehr Nachrichten. Auch am Nachmittag gibt es nun “RTL aktuell”, im Spätprogramm taucht Jan Hofer wieder auf – mit “RTL direkt”. Vor allem die älteren Zuschauer will RTL wieder erreichen. Was nur sehr schwer gelingt.

Und was ist mit dem Trashfernsehen? Auch da will die RTL-Gruppe seriöser und braver werden. Als sich in der Datingshow “Princess Charming” bei VOX zwei Frauen prügeln, bekommen wir das nicht zu sehen, stattdessen nur einen Hinweis darauf, dass da was passiert sei und beide Damen gehen mussten. Das hätte es bei meinem RTL früher nie gegeben, da hätte man draufgehalten.
Bei Sat.1 ist man da nicht so zimperlich. Bei den “Promis unter Palmen” haben sie wieder alle Krawallschachteln eingeladen, die Trash-Deutschland zu bieten hat. Es gibt ordentlich Zoff, die Kameras halten drauf, auch bei schlimmsten homophoben Entgleisungen. Nur einer schreitet ein: Willi Herren. Sat.1 bekommt trotzdem und zurecht einen Shitstorm, die nächste Folge läuft stark gekürzt – und dann ist nach Folge 2 Schluss. Nach der Nachricht lässt Sat.1 die Ausstrahlung ruhen: Willi Herren ist tot.

In Trauer sind sich Sat.1 und RTL einig: In beiden Frühstücksfernsehsendungen trauern die Teams um Jan Hahn. Er erliegt einem Krebsleiden. Als die Meldung bekannt wird, fließen bei der RTL-“Exclusiv”-Moderatorin am Ende die Tränen, und “RTL aktuell” endet mit einer stummen Trauertafel.
An seinem 100. Geburtstag kündigt die “TV Spielfilm” einen alten DDR-Film mit dem Schauspieler Herbert Köfer an – mit dem Hinweis, dass er heute 100 geworden wäre. Dabei IST er 100 geworden. Aber leider nicht älter – Herbert Köfer stirbt wenige Monate danach.
Mit ihm verlassen 2021 weitere Schauspielende die Bühne: der Komiker Mirco Nontschew, Jean-Paul Belmondo, Heide Keller, Aschenbrödel Libuše Šafránková, “Golden Girl” Betty White, der Lindenstraße-Grieche Kostas Papanastasiou, Arved Birnbaum, “Love Boat”-Käptn Gavin MacLeod, Lindenstraße-Doktor Ludwig Haas, Thomas Fritsch und Christopher Plummer. Die Musiker Françoise Cactus, Volker Lechtenbrink, Baccara-Sängerin Maria Mendiola, Steve Bronski, Ted Herold, Charlie Watts, John Miles, Milva, Mikis Theodorakis, DMX, Barby Kelly, Bill Ramsey, Komponist Siegfried Matthus und Nick Kamen. Die Journalisten und Moderatoren Alfred Biolek, Larry King, Bettina Gaus, Gerd Ruge, Wolf-Dieter Poschmann, Christopher Plass, Hans-Eckart Eckhardt und Jürgen Engert. Peter R. de Vries wird in den Niederlanden ermordet. Die Sportler Horst Eckel und Gerd Müller. Der Youtuber Philipp Mickenbecker. Die Politiker Kurt Biedenkopf, Donald Rumsfeld und Colin Powell. Prinz Philip. Die Zirkusleute Gerd Siemoneit-Barum und Siegfried Fischbacher, der Nobelpreisträger Desmond Tutu. Die Autoren Noah Gordon und Uta Ranke-Heinemann. Comiczeichner Martin Perscheid und Kabarettist Ludger Stratmann.

Sie verkünden ihren Abschied: Petra Gerster verlässt “heute”, Claus Kleber das “heute-journal”. Nach fast 30 Jahren verabschiedet sich Claus-Erich Boetzkes von den Nachmittagsausgaben der “Tagesschau”. Der rbb streicht sein Vorabendmagazin “zibb”. Aus Geldgründen. Und wegen schlechter Quoten. Außerdem streicht der rbb ausgerechnet die “Abendshow” – ein sehenswertes Satireformat. Nun läuft dort das “Riverboat”. Beim rbb findet man das vermutlich innovativ. Antenne Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht mehr – auf den Frequenzen im Norden dudelt jetzt 80s80s. Und einige Hörer fragen sich vielleicht, wie man das ausspricht. Emotional ist die Übertragung des Großen Zapfenstreiches für Angela Merkel, die sich vom Orchester “Du hast den Farbfilm vergessen” spielen lässt – über zehn Millionen Menschen schauen zu.

2021 wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Eigentlich haben sich die Grünen schon als Wahlsieger gesehen – aber Annalena Baerbock fliegt ihr schnell zusammengeschustertes Buch um die Ohren. Unter anderem. Die Medien sind unerbittlich. Dann wähnt sich die CDU vorn – aber Armin Laschet fliegt sein Gelächter während einer ernsten Rede von Bundespräsident Steinmeier im Hochwassergebiet um die Ohren. Und ein Kinderinterview bei Joko und Klaas, bei dem Laschet gegenüber den Kindern ziemlich patzig wird.
Diesmal gibt es nicht nur ein Duell. Sondern ein Triell. Äh, drei Trielle. Bei RTL, bei ARD und ZDF und bei ProSiebenSat.1. Wobei das Triell bei ARD und ZDF in Wirklichkeit das Duell der beiden Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner ist – die zusammen so gar nicht können und sich ständig gegenseitig ins Wort fallen. Und dissen.

Apropos Hochwasser: Als die Flut über das Ahrtal reinbricht, sendet der WDR – nichts. Also nicht nichts, aber auch keine Sondersendungen. Weil es nachts eben keine Sondersendungen gibt. Auch nicht im Radio. Als in NRW die Katastrophe geschieht, lässt der WDR seine Leute allein. Und der SWR macht es kaum besser. Die reichlichen Sondersendungen beginnen erst am Tag danach.

Bei der Bild sind sie stundenlang auf Sendung – Bild macht nämlich jetzt auch Fernsehen. Genau genommen gibt es die gestreamten Sondersendungen schon sehr lange, aber im August startet die Fernsehversion von Bild auch offiziell. Oft mit dabei: Julian Reichelt, der Chefredakteur. Bis zu seinem Aus. Reichelt steht schon mal im Rampenlicht. Sein Umgang mit Mitarbeiterinnen wird angeprangert, bleibt aber folgenlos. Zunächst. Dann aber gibt es Recherchen von Journalisten der Ippen-Gruppe. Die werden aber zunächst nicht veröffentlicht, Verleger Dirk Ippen will Springer nicht an den Karren fahren. Er lässt die Story zurückziehen. Sie erscheint dann im Spiegel. Aber auch die New York Times berichtet über Springer und Reichelt. Er muss seinen Platz räumen. Und bei Bild im Fernsehen wird geschluchzt.

Gibt es denn über 2021 gar nichts Gutes zu sagen? Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt überraschen die Zuschauer mit einer siebenstündigen Doku über den Klinikalltag einer jungen Krankenschwester. Hautnah erleben wir alles aus ihrer Perspektive mit. Joko unterhält die Leute zudem mit “Wer stiehlt mir die Show”. Eine extrem unterhaltsame Sendung, und am Ende kann jemand aus dem Panel Joko beim nächsten Mal die Showleitung abnehmen. Das gelingt zum Beispiel Thomas Gottschalk, Bastian Pastewka und Elyas M’Barek, die was ganz Eigenes draus machen.
Kurt Krömer überrascht in seiner rbb-Talkreihe “Chez Krömer” Gast Torsten Sträter mit dem Geständnis, dass er mit Depressionen in der Klinik gewesen sei. Ein ernstes, rührendes Gespräch entwickelt sich.
2021 steht auch für Retro: “Wetten, dass…?” ist zurück, und 14 Millionen schauen zu. “Geh aufs Ganze” auf Sat.1 mit Jörg Draeger und dem Zonk ist wieder da. Ebenso “TV total” auf ProSieben – nicht mit Stefan Raab, dafür mit Sebastian Pufpaff. Und ABBA bringt ein neues Album raus. Thank you for the Music. Aber wäre doch nicht nötig gewesen.
Ganz offenbar immer noch nötig: sich zu positionieren. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung outen sich 185 Schauspieler*innen als schwul, lesbisch, bisexuell, queer, nicht-binär und trans. Hashtag: #actout. Erstmals wird über Diskriminierung von queeren Menschen in bestimmten Berufen diskutiert.

Und sonst so? Bei ProSieben lernen Thilo Mischke und Katrin Bauerfeind, dass man Politikern in der eigenen Talkshow am Ende nicht beklatscht. Die ARD freut sich über die erste schwule Serie und versendet “All you need” vor Freude im Spätprogramm bei one. Bei “RTL aktuell” gehen die Lichter aus. Also, nur einmalig. Vermutlich. Netflix schafft mit “Squid Game” den Hype über die Streaminggrenzen hinaus. Die Russen starten ihren Propagandasender RT DE und bekommen schnell Gegenwind. Bei ORF1 geht ein beschwipster Nachrichtenmoderator auf Sendung – und wird danach beurlaubt. Die ZDF-Serie “Kommissarin Heller” endet überraschend: Frau Heller wird vom Blitz getroffen.
Und die bitterste Erkenntnis des Jahres: Evelyn Burdecki ist schlauer als ich. Und Anne Will und alle anderen Medienheinis merken sich endlich mal: Reiner Haseloff. Haseloff. Haseloff! David Hasselhoff macht keine Politik. Noch nicht. Man weiß ja nie, heutzutage.

Hits: 297

RT im Kino

Kino 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021

Die Kino-Hitliste des Jahres 2021 umfasst diesmal 55 Filme.
Die Liste ist in diesem Jahr sehr ungewöhnlich. Mit der Öffnung der Freiluftkinos im Mai gab es überhaupt erst Kino-Vorführungen. Um die Kinopause auszugleichen, warfen die Verleiher in sehr kurzen Abständen ihre Filme auf den Markt, wodurch auch meine Filmauswahl sehr viel selektiver war.
So haben 40 von 55 Filmen eine gute oder sehr gute Bewertung (mindestens 7/10), es gibt gleich zwei 10/10-Filme, und nur ein einziger Film hat eine Flop-Bewertung (2/10).
Vielleicht wird 2022 wieder etwas normaler.

1. Old
2. Räuberhände

3. Lieber Thomas
4. Je suis Karl
5. Nebenan
6. Hannes
7. Spider-Man: No Way Home
8. Wem gehört mein Dorf?
9. Neues aus der Welt

10. Don’t look up
11. Dear Evan Hansen
12. Résistance – Widerstand
13. Nahschuss
14. Firebird
15. Contra
16. Mein Sohn
17. Sommer 85
18. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
19. James Bond 007: Keine Zeit zu sterben
20. Minari
21. After Love
22. Tom & Jerry
23. Die Unbeugsamen
24. Space Jam: A new Legacy

25. The French Dispatch
26. Auf alles, was uns glücklich macht
27. The Father
28. Matthias & Maxime
29. Generation beziehungsunfähig
30. Hochwald
31. Toubab
32. Schachnovelle
33. The Hand of God
34. Nomadland
35. Catweazle
36. Der Rausch
37. Die letzten Reporter
38. Ron läuft schief
39. Und morgen die ganze Welt
40. Halloween Kills

41. Clifford – Der große rote Hund
42. Es ist nur eine Phase, Hase
43. Die Schule der magischen Tiere
44. Ich bin dein Mensch
45. Beckenrand Sheriff
46. Free Guy
47. Die Rettung der uns bekannten Welt
48. House of Gucci
49. West Side Story
50. Himmel über dem Camino – Der Jakobsweg ist Leben
51. A quiet Place 2
52. The Unforgivable
53. Rosas Hochzeit
54. The United States vs. Billie Holiday

FLOP
55. The Nest – Alles zu haben ist nie genug

Hits: 208

RT liest

Bücher 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021

Die Bücher-Liste 2021 umfasst 60 Bücher.

TOP 10:
1. Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer
2. Marc-Uwe Kling: Das NEINhorn
3. Hanni Fuchs: Simons Wendepunkt
4. L. Mattis: Nur Milan
5. Tom Pieper: Stille Havel
6. Julia Bruns: Eiskalte Ostsee
7. Bryan Washington: Dinge, die an wir nicht glauben
8. Malorie Blackman: Boys don’t cry
9. Michael Meisheit: Wir sehen dich sterben
10. John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt

FLOP 5:
60. Tim Krohn: Julia Sommer sät aus
59. Felix Lobrecht: Sonne und Beton
58. Herman Koch: Finnische Tage
57. Fabio Geda/Enaiatollah Akbari: Im Winter Schnee, nachts Sterne – Geschichte einer Heimkehr
56. Lucia Jay von Saldeneck/Carolin Huder/Verena Eidel: 111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss – Band 2

Hits: 217

KeineWochenShow

#261 – Letzte Runde

Freitag, den 31. Dezember 2021

Schluss. Fünf Jahre lang haben wir Woche für Woche an unserem Tresen gesessen oder von unterwegs auf die Ereignisse der vergangenen Tage geblickt. Ohne Pause. 261-mal.
Zum Jahresende gibt es KeineWochenShow zum letzten Mal. Vorerst zumindest. Nach so langer Zeit müssen wir auch mal durchatmen und neue Kräfte sammeln.

Zum Abschluss des Jahres schauen wir auf 2021. Unsere Lieblingsmusik, die besten Filme und Bücher, Tops und Flops im Fernsehen – und welche KeineWochenShow- und RTest-Ausgaben waren 2021 am erfolgreichsten?
Ein letztes Bier gibt es auch. Das und mehr in KeineWochenShow #261 auf Youtube.
Wann es weitergeht? Schauen wir mal.

Hits: 307