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Es geht um Deutschland – Wahl 2021

MO 27.09.2021 | 12.00 Uhr | Bild

Man kann vom oft meinungsstarken und oft provokanten Bild-Fernsehen halten, was man will: Wenn man die Wahlberichterstattung von Bild und vom Ersten miteinander vergleicht, dann wird man feststellen: Die einen sind auf jeden Fall kurzweilig und mitunter auch spannend, während die anderen doch relativ dröge daherkommen.

Montag, der Tag nach der Bundestagswahl. Um das Geschehen aufzuarbeiten, zeigt Das Erste nach einem extralangen Frühstücksfernsehen gleich noch eine extra lange Tagesschau – nämlich mehr als fünf Stunden (!) lang.
Eine lange Strecke, und sie wurde schnell ermüdend. Denn dadurch, dass die ARD diese sehr lange Informationsstrecke als “Tagesschau” auf Sendung brachte, war auch ein gewisses Korsett vorgegeben. Susanne Holst moderierte im Studio, zwischendurch ein erstaunlich schlecht moderierender Typ im ARD-Hauptstadtstudio. Hier mal ein Interview, da eine Pressekonferenz, und zwischendurch ein paar Berichte, die sich später wiederholten.
Da fehlte es an Pfiff, an Abwechslung – aber vor allem auch mal an Meinung, an Streit und prägnanter Einordnung.

Da war das Live-Programm von Bild am Montag durchaus eine Abwechslung – und sorgte auch für die eine oder andere Überraschung. “Es geht um Deutschland – Wahl 2021” war der natürlich etwas theatralische Titel der stundenlangen Sondersendung.
Das Konzept: Die Live-Schiene wird begleitet von einem Moderator, einer Moderatorin und zwei Kommentatoren, so dass sich während des Tages immer wieder Gespräche ergeben. Ganz auf den Punkt kommentierten sie den Plan von Armin Laschet, doch noch Kanzler zu werden – selbst bei Claus Strunz war darüber eine gewisse Empörung zu hören, immerhin habe die SPD doch ganz klar gewonnen. Und das, wo Strunz und Co. in den vergangenen Wochen die großen CDU-Fanboys waren.
Dass Paul Ronzheimer während der Sendung ständig auf sein Handy glotzt und immer ganz aufgeregt ist, wenn er darauf eine neue News entdeckt und sie vorliest, wirkt zwar sehr albern – was Ronzheimer aber immer wieder erfährt, ist erstaunlich – als ob die Bild irgendwo Mikrofone eingebaut hat, oder die Bild hat lauter Maulwürfe in der Politik.

Die Berichterstattung von Bild zeigt aber, dass man auf keinen Fall alles übernehmen sollte, was die da so machen. Aber es zeigt, dass man auch in der ARD mal vom drögen Einerlei weggehen sollte – sich mehr trauen sollte, für mehr Abwechslung sorgen sollte. Natürlich ohne dabei unseriös zu werden.

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