Tagesarchiv für 26. August 2021

RT im Kino

Nahschuss

Donnerstag, den 26. August 2021

Berlin, Hauptstadt der DDR, etwa 1980. Franz Walter (Lars Eidinger) will gerade mit der Interflug nach Äthiopien fliegen, als er aus dem Flugzeug geholt wird.
Die Äthiopien-Reise ist für ihn hinfällig. Stattdessen gibt es einen Glückwunsch. Seine Promotion an der Humboldt-Universität ist die beste des Jahrgangs. Bekommt er nun eine Professur? Davon geht Fritz aus. Aber das ist es nicht: Er bekommt ein Jobangebot beim Auslandsnachrichtendienst der DDR-Stasi.
Er bekommt eine Wohnung, ein Auto und die Aussicht auf die Professur – irgendwann. Er arbeitet nun für den Geheimdienst und lebt ein gutes Leben mit seiner Freundin Corina (Luise Heyer). Mit seinem Chef Dirk (Devid Striesow) freundet er sich an.
Anfangs geht es nur um Informationen. Dann aber geht es um einen geflüchteten Fußballer. Im Hamburg und Berlin sollen Fritz und Dirk sein Umfeld so manipulieren, damit der Promi zurück in die DDR kommt. Die Mittel, die angewandt werden, sind mitunter so grausam, dass Fritz beginnt, an allem zu zweifeln.

Es ist noch längst nicht alles aus der DDR erzählt. Es gibt immer noch Geschichten und Begebenheiten, die wir nicht kennen, die wir vielleicht nicht wahrhaben wollen. “Nahschuss” erzählt von einer DDR, die ihre ganz hässliche und verbrecherische Fratze zeigt.
Denn die Stasi geht hier mit perfiden Methoden zur Sache. Sowohl in der Methode, Fritz zu ködern, ihn später zu schikanieren, als auch in den Handlungen, die dazu führen sollen, den Sportler in die DDR zurückzuholen. Da wird gelogen, betrogen – es sind Verbrechen.
“Nahschuss” ist ein sehr fesselnder Film, der nicht nur die verbrecherischen Methoden der Stasi zeigt, sondern auch, wie Menschen daran zerbrechen.
Lars Eidinger spielt Fritz Walter, seine Naivität, seine Freude und später seine Angst und seine Überforderung. Ein schleichender Prozess. Man sieht das in seinen Augen, an seinem ganzen Körper. Eidingers Schauspiel ist einmal mehr eine Wucht.
Der Film von Franziska Stünkel ist ein weiteres, erschütterndes Puzzleteil in der Aufarbeitung der DDR-Geschichte. “Nahschuss” ist inspiriert nach einer wahren Geschichte.

-> Trailer auf Youtube

Nahschuss
D 2020, Regie: Franziska Stünkel
Alamode Film, 116 Minuten, ab 12
8/10

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RTelenovela

Planloses McDonald’s in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 26. August 2021
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Schnell mal zu McDonald’s. Gemütlich im Restaurant was essen. Nach meiner Reise-Rückkehr am Sonnabendnachmittag wollte ich in Sachsenhausen einkehren.
Doch, Überraschung: Alles wieder gesperrt. Wie schon im Herbst, Winter und Frühjahr kann man im Schnellimbiss seinen Kram nur noch mitnehmen oder man kann sich draußen hinsetzen, aber auch dort bekommt man das Essen nicht aufs Tablett.

Kopfschüttelnd und leise fluchend stand ich im Laden. Ein Mitarbeiter sah meine Ratlosigkeit und kam auf mich zu. Ich fragte, warum denn der Laden nun wieder zu sei.
Der Mitarbeiter antwortete, dass ja wegen des höheren Inzidenzwertes die Regierung neue Regeln aufgestellt habe. Die Regierung sei also schuld, dass McDonald’s in Sachsenhausen wieder alle Plätze gesperrt hat.
Das ist natürlich nicht zutreffend. Man könnte sagen: eine Lüge.
Und so sagte ich mit Mitarbeiter, dass die Regierung eben nicht verfügt habe, dass man drinnen nichts mehr essen dürfe, sondern man muss seinen Test- oder Impfstatus vorweisen.
Daraufhin war dann plötzlich doch nicht mehr die Regierung schuld. Der Mitarbeiter meinte, dann es gebe zu wenig Personal.

Aber auch das ist eine eher schwierige Aussage. Zutreffend ist eher: Sie haben kein Konzept, keine Idee, vielleicht haben sie auch keine Lust.
Denn normalerweise lassen sich die aktuellen Corona-Regeln auch bei McDonald’s umsetzen.
Jeder Kunde muss sowieso am Automaten bestellen, was übrigens in Sachen Corona und Anfassen des Automaten anderswo abgeschafft worden ist. Aber wenn man am Automaten bestellt, muss man ja sowieso auf das Bestellte warten. Will man also im Laden essen, holt man das Essen am Tresen ab und zeigt dort den Status. Was also soll da das Problem sein?

Der Mitarbeiter fragte mich dann noch, ob ich denn getestet oder geimpft sei. Ich bejahte die Impfung, und ob ich denn nun bleiben könne. Da lächelte der Mitarbeiter: nein.
Aufs Mitnehmen hatte ich aber auch keinen Bock, und so ging ich, ohne was zu kaufen. Die Burger am Imbiss am Oranienburger Südcenter sind eh viel besser.

PS: Am Oranienburger Bahnhof überprüft das Personal den Status – und wenn alles passt, kann man vor Ort im Laden essen. Geht doch.

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