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32 Jahre danach: Wo in Hötensleben die Mauer steht

Unweit der A2 bei Marienborn befindet sich ein hochspannendes und, wie ich finde, extrem wichtiges Denkmal: Am Rand von Hötensleben im Landkreis Börde befindet sich eine alte Grenzanlage.

Bis November 1989 stand zwischen Hötensleben im heutigen Sachsen-Anhalt und Schöningen in Niedersachsen die Mauer. Dort waren die DDR auf der einen Seite und die Bundesrepublik auf der anderen.
Die Mauer steht dort immer noch – als Denkmal.
Und wer eine Ahnung davon bekommen möchte, wie die Mauer und die Anlagen drumherum aussahen, der sollte sich das Grenzdenkmal Hötensleben ansehen. Es ist frei begehbar, kostet keinen Eintritt und gehört zur Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn.

Wenn man heute über die deutsche Teilung und über die Mauer spricht, dann geht es meist nur um Berlin. Um den Mauerbau in Berlin 1961. Dass aber an der deutsch-deutschen Grenze schon 1952 die Grenzbefestigung begann, das wissen nur wenige und wird auch selten erzählt.

In Hötensleben kann man die Mauer selbst sehen. Davor gab es Stahlbarrikaden. Außerdem eine Art Sandgraben, in dem man verräterische Schritte sehen konnte. Am Ende des Grabens gab es eine Steinbarriere, damit man mit einem eventuellen Fluchtfahrzeug erst gar nicht gegen die Mauer donnern konnte.
Im Grenzstreifen (oder auch Todesstreifen) gab es den Kolonnenweg aus Betonplatten, wo die Soldaten mit ihren Autos gegebenenfalls schnell von A nach B gelangen konnten. Außerdem ein Stacheldrahtzaun und die zweite Mauer als Sichtschutz. Zu sehen in Hötensleben sind auch zwei Grenztürme. Früher hat es dort zudem Selbstschussanlagen gegeben.

Es ist ein Stück deutscher Geschichte, das unbedingt bewahrt bleiben muss, auch wenn es vermutlich für die direkt am Grenzstreifen Lebenden nicht besonders schön ist. Aber dieses Geländes mahnt uns alle, was nie wieder in Deutschland geschehen darf.
Dass man heute einfach so auf diesem Areal spazieren kann, sehe ich auch 32 Jahre später immer noch als Geschenk an, und dass man sich in Hötensleben an diese Zeit im Rückblick erinnert und sich den Irrsinn dort ansehen kann, ist lobenswert.

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