Tagesarchiv für 12. August 2021

RT liest

Max Meier-Jobst: Bonustrack – Mein Leben mit Peter und andere Geschichten

Donnerstag, den 12. August 2021

“Die Sache mit Peter” war ein kontrovers diskutierter Roman, und Fans des Autors Max Meier-Jobst wollten gern eine Fortsetzung. Die hat er auch geliefert – allerdings gibt die seitenmäßig nicht so viel her, als dass diese Fortsetzung ein zweites, eigene Buch ergeben würde.
Deshalb hat er Autor diese Geschichte an das Ende eines Buches gepackt, das ansonsten aus diversen Kurzgeschichten besteht. Was so irgendwie gar nicht zusammenpassen will, weil dieser “Bonustrack” ja das ist, was die Fand eigentlich wollten, und dieser “Bonustrack” ist auch der Titel des Buches.
Somit könnte man dem Autor vorwerfen, damit Aufmerksamkeit bekommen zu wollen und dem Leser gleichzeitig noch ein paar andere Storys unterzujubeln.
Immerhin ist die Geschichte, um die es eigentlich geht, nur 50 von 228 Seiten lang. Davor stehen die Kurzgeschichten.

Der “Bonustrack – Mein Leben mit Peter” ist allerdings auch nur eine Weitererzählung der Geschichte aus dem Hauptbuch. Der Ich-Erzähler (Max) berichtet, wie es mit ihm und Max weiterging. Dass er mit 16 wieder bei Peter eingezogen ist und sie bis heute zusammenleben – eigentlich. Denn in der Tat gab es noch ein Nachspiel.
Die Geschichte wirkt mehr wie ein Bericht als wie ein Roman.

Erfreulicherweise können sich aber auch die meisten seiner Kurzgeschichten sehen (oder eher lesen) lassen. Da geht es um einen Zirkusjungen, der Kontakt mit einem Mädchen an einem der Auftrittsorte aufnimmt – daraus entwickelt sich eine Lovestory – oder doch nicht?
Potenzial für mehr hat die Geschichte von Daniel, der mit seinem Vater an die Ostsee reist. Ohne zu wissen, dass sein Vater nicht vor hat, wieder zurück zu fahren. Der Cliffhanger am Ende ist krass – und man will mehr erfahren.
Gerade rührend und fesselnd ist die Story von dem Jungen, der Bahnfahren und Schienen so liebt, dass es sein Hobby ist, von morgens bis abends Bahn zu fahren.

Es sind lauter Geschichten, die überraschen, die zum Nachdenken anregen, manchmal auch auf falsche Fährten führen. Oft sehr lesenswert.

Max Meier Jobst: Bonustrack – Mein Leben mit Peter und andere Geschichten
Books on Demand, 228 Seiten
8/10

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RTelenovela

Rügen 2021 (1): Vilmnitz ist ins 21. Jahrhundert katapultiert

Donnerstag, den 12. August 2021
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2020 -> 7.3.2020

Nach anderthalb Jahren: Endlich wieder Rügen! Anfang März 2020 war ich noch in Sellin, nur Tage später begann das Coronavirus so richtig Fuß zu fassen. Lockdown.
Mein Sommerurlaub in Skandinavien fiel flach – im Sommer sollte es diesmal sowieso nicht nach Rügen gehen. Aber selbst ein Ersatzurlaub auf Rügen war im Sommer 2020 nicht mehr möglich – es gab nichts mehr zu vernünftigen Preisen. Meine Herbstreise nach Sellin fiel dann wieder flach – wieder Lockdown. Auch im Winter war nichts möglich – erst jetzt wieder, im Sommer.
Schon Anfang Januar hatte ich mein Zimmer sicherheitshalber gebucht.

Und, was hat sich alles getan? Und was nicht?
Gleich zum Anfang eine SENSATION: Vilmnitz ist im 21. Jahrhundert angekommen. Wobei das irgendwie schade ist. Schon 2014 hatte ich hier über die Straße durch den Ort geschrieben, die wirkte, als könne man dort einen Film drehen, der im 19. Jahrhundert spielt. Holpriges Kopfsteinpflaster.
2021 ist nichts mehr davon da. Die Strecke ist asphaltiert. Und so schön das für den Ort ist, so schade ist es gleichzeitig. Denn diese Straße war auch der Charme von Vilmnitz. Weil es historisch aussah – und jetzt beliebig.

Leider nichts getan hat sich am Knotenpunkt der L29 mit der B196 bei Alt Süllitz. Immer noch keine Ampel. Dabei wäre die mal dringend nötig, denn als Linksabbieger in Richtung Bergen/Binz steht man unter Umständen ewig, bis mal eine Lücke frei ist.

In den ehemaligen “Binzer Bierstuben” ist jetzt ein indisches Restaurant, der “Maharadscha Palace”. Von draußen ist zu sehen, dass sich an der Einrichtung nicht so viel geändert hat, nur dass hinterm Tresen ein Mann mit einem Turban stand. Die können nichts dafür, aber irgendwie will ich da trotzdem nicht rein. Zu sehe trauere ich dem alten Lokal nach.

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