Tagesarchiv für 18. Juli 2021

KeineWochenShow

#237 – Die Macht des Wassers

Sonntag, den 18. Juli 2021
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Die Macht des Wassers hat sich uns in dieser Woche auf beeindruckende wie erschütternde Weise gezeigt. Wir sprechen ausführlich über die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – ein Ausschnitt wirkt dabei irritierenderweise wie ein Mitschnitt aus dem Irak-Krieg.

Durch die Katastrophe wirkt es, als ob das Fußball-EM-Finale schon längst aus unserem Gedächtnis gerückt ist. Dabei müssen wir unbedingt auch noch mal über das Verhalten der englischen Fans sprechen. Die buhen, wenn fremde Hymnen gespielt werden, die ausrasten, wenn das eigene Team verliert. Die Leute aus ihrem eigenen Team rassistisch beleidigen.

Wir sprechen aber auch über das drohende Aus für den Oranienburger Subway, über digitalisierte Kinobesuche und über die Landratswahl, die in Oberhavel ansteht. Das und mehr in KeineWochenShow #237 auf Youtube.

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RT im Kino

Minari

Sonntag, den 18. Juli 2021

Arkansas, USA, in den 80ern: Familie Yi, ursprünglich aus Korea, zieht von der Westküste in den Süden. Sie wollen dort ein besseres Leben führen. Vater Jacob (Steven Yeun) will mit der Bewirtschaftung der eigenen Farm den Lebensunterhalt für die Familie verdienen. Seine Frau Monica (Han Ye-ri) ist davon alles andere als begeistert. Sie will nach Kalifornien, weil sie überzeugt ist, dass es dort mehr zu verdienen gibt. Sie hat die Nase voll, immer nur Küken sortieren als Job zu machen.
Der 7-jährige David (Alan S. Kim), der wegen eines Herzfehlers immer vorsichtig sein muss, und seine ältere Schwester Anne (Noel Kate Cho) müssen die Streitigkeiten immer wieder mit anhören. Und dann muss sich David auch noch sein Zimmer mit seiner Oma Soon-ja (Yoon Yeo-jeong) teilen.
Lauter Konflikte, und auch mit der Farm läuft es zunächst alles andere als gut…

Das Streben nach dem Glück – darum geht es in “Minari” von Lee Isaac Chung. Familie Yi möchte ein Zuhause haben, sie wollen sich wohlfühlen, sie möchten ein Einkommen haben, damit es ihnen gut geht. Aber alle haben sie ihre Probleme mit ihrer Situation.
Gerade herzig ist das Schauspiel von Alan S. Kim, der den 7-jährigen David darstellt. Ein Junge, der von seiner Krankheit verunsichert ist, andererseits auch mal einen frechen Spruch raushaut und von den Frechheiten seiner Oma genervt ist. Die Oma ist es auch, die gerade bei David einen Schub an Lebensfreude leistet – nachdem er sich an seine Oma gewöhnt hat.
Aber auch der Konflikt unter den Eheleuten ist spannend, weil beide Seiten absolut nachvollziehbare Gründe haben, ihre Wünsche umsetzen zu wollen.
So bietet “Minari” – übrigens eine koreanische Petersilie, die auch im Film eine Rolle spielt – einen interessanten Einblick in einen selten beleuchteten Kosmos.
Interessant ist übrigens, und das kommt nur in der Fassung im Original mit Untertiteln so richtig heraus, wie die Familie miteinander spricht. Beide Kinder können Englisch und Koreanisch, oft reden die Kinder Englisch und der Vater antwortet auf Koreanisch.

-> Trailer auf Youtube

Minari
USA 2019, Regie: Lee Isaac Chung
Prokino, 116 Minuten, ab 6
8/10

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RTZapper

phoenix vor Ort: Aktuelles zur Hochwasserlage

Sonntag, den 18. Juli 2021
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SA 17.07.2021 | 12.15 Uhr | phoenix

Wie unprofessionell kann man eigentlich sein? Wie wenig kann man ein Gespür für eine ernste Situation haben? NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, ist am Sonnabendmittag in einen Fettnapf gelatscht, der nicht hätte größer sein können. Und das live.

Auf phoenix gab es am Sonnabendmittag eine Sendung mit Neuigkeiten rund um die Hochwasserlage in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Bestandteil der Berichterstattung war auch die Live-Übertragung aus Erftstadt, wo Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich ein Bild der Lage machte. Nach ersten Gesprächen gab Steinmeier ein Statement ab, in der er auch über seine Erschütterung sprach, darüber wie schlimm die Situation ist – Erftstadt ist mit seinem Ortsteil Blessem besonders von der Unwetterkatastrophe betroffen.
Während Steinmeier sprach, stand im Hintergrund Armin Laschet mit weiteren Leuten, und irgendwie muss da was Amüsantes erzählt worden sein, denn Laschet beömmelte sich zwischendurch, lachte herzhaft. Live zu sehen bei phoenix, wenn auch nur leicht unscharf im Hintergrund – aber doch deutlich zu erkennen.

Nun ist es ja so, dass auch auf traurigen Veranstaltungen nicht immer alles wirklich traurig ist, dass man selbst da auch mal lacht.
Aber es ist nun mal nicht sehr clever als Politiker, sich in dieser Situation so zu zeigen. Es ist taktlos, es ist instinktlos, es ist unüberlegt. Wird eine ernste Rede gehalten, beömmelt man sich nicht im Hintergrund. Laschet sollte wissen, dass er dabei beobachtet wird, dass das ein Thema sein wird.
Aber vielleicht findet er das Hochwasser und die Folgen ja gar nicht so schlimm, und Umweltpolitik – wer braucht die schon? Armin Laschet wird eine gute Erklärung für sein Tun finden müssen. Und sich entschuldigen müssen.

-> Die phoenix-Übertragung auf Youtube

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