Tagesarchiv für 13. Juli 2021

RTZapper

Total normal

Dienstag, den 13. Juli 2021
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SO 11.07.2021 | 0.45 Uhr (Mo.) | radiobremen tv

Unglaubliche 31 Jahre her: Hape Kerkeling wuselt auf dem SPD-Parteitag herum und fragt Björn Engholm, ob er sich noch zur Wahl um den Vorsitzenden aufstellen lassen kann. Er sei 15 Minuten zu spät, erfährt Kerkeling. Und Johannes Rau sieht keine Chance für ihn. Selbst Hans-Jochen Vogel kann nur mit den Schultern zucken. Gerhard Schröder ist davon überzeugt, dass Kerkeling mit seinem Notabitur schon überqualifiziert für den Posten als SPD-Chef sei.

Es ist einer von mehreren Einspielfilmen der Ausgabe von “Total normal”, die der NDR und radiobremen tv am sehr späten Sonntagabend zeigte.
Wir schreiben das Jahr 1990. Dreimal lief im Dezember am Montagabend in der ARD die gerade mal 25-minütige Sendung, produziert von Radio Bremen – und jede hatte rückblickend betrachtet Kultcharakter.
Allein in dieser Ausgabe vom 17. Dezember 1990: Ganz am Anfang kündigt Kerkeling Miss Germany an, will sie aber mit verbundenen Augen interviewen, damit er von ihrer Schönheit beeinflusst werde. Zwischendurch fragt er seinen Bühnenpartner Achim Hagemann, wer als nächstes komme. Der antwortet: “Thoelke!” Worauf der gleich auf die Bühne gestürmt kommt, Miss Germany von der Bühne schubst und sich stattdessen neben Kerkeling setzt. Der spricht mit ihm, denkt aber, es sei die Miss. Natürlich alles so geplant. Und damals wie heute sehr lustig! Auch weil Moderator Wim Thoelke diesen Spaß so mitgemacht hat.

Der Erfolg und die kultige Erinnerung an “Total normal” ist bemerkenswert. Denn, man mag es kaum glauben: Es gab gerade mal sieben Folgen der Show. Zwei liefen im Abstand von neun Wochen 1989, drei liefen im Dezember 1990 (nach einem Jahr Pause), zwei liefen im Frühjahr und Sommer 1991.
Alle gingen sie live im Studio von Radio Bremen über die Bühne – für so ein kleines Format würde man sich die Mühe wohl heute nicht mehr machen.
Aber Hape Kerkeling hat es mit diesen wenigen Sendungen geschafft, sich ins Gedächtnis der Deutschen einzubrennen: Mit seinem Auftritt als Königin Beatrix in Berlin, mit “Hurz!”, mit seinen Fragen in der Bundespressekonferenz, mit seinem Anruf bei Erika Berger bei RTL plus, mit der Mitropa-Kaffeemaschine, mit seinem Interviews Backstage bei den Bambis 1990.

Wenn sich Fernsehdeutschland mehr als drei Jahrzehnte danach immer noch an diese Sketche und Auftritte erinnert, dann muss Hape Kerkeling 1989, 1990 und 1991 sehr viel richtig gemacht haben.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 18. Juli 2021)

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RTZapper

UEFA EURO 2020 live – Finale: Italien – England

Dienstag, den 13. Juli 2021
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SO 11.07.2021 | 20.15 Uhr | ZDF

Mehr als 60.000 Menschen im Wembley-Stadion in London. Hohe Coronazahlen? Das interessiert die UEFA nicht wirklich, deshalb boten sich den Zuschauern am Sonntagabend erstaunliche Bilder. Das Stadion war beim Finale der Fußball-EM 2020 in 2021 so ziemlich voll. Umarmungen inklusive.
Auch die Reporter des ZDF wunderten sich darüber, während sie im Stadion standen und ebenfalls keine Masken aufhatten. Was wäre das für ein Zeichen gewesen, wenn das ZDF dieses Finale einfach aus dem Studio in Mainz hätte kommentieren lassen.

Das Finale zwischen Italien und England ist erst im Elf-Meter-Schießen entschieden worden. Zuvor haben die Engländer wieder die Hymne des Gegners ausgebuht – wenn auch nicht die ganze Zeit, weil man sie bekniet hat, es doch bitte, bitte sein zu lassen.
Schließlich sind die englischen Fußballfans ja auch keine Rassisten. Die, ähm, Fans haben ganz fest mit dem Sieg ihrer Mannschaft gerechnet. Blöd nur: Es kam anders. Und die drei Fußballer, die die Elf-Meter verschossen haben, müssen sich nun wegen ihrer Hautfarbe rassistisch aufs Übelste beleidigen lassen, und Fans aus Italien werden verprügelt. Die Engländer haben sich zum Abschluss dieser EM von ihrer ganz üblen Seite gezeigt.

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RTelenovela

Müggelheim

Dienstag, den 13. Juli 2021
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Es gibt immer noch Ecken in Berlin, die ich bisher nicht kannte. Dass es ausgerechnet die – wie sich für mich rausstellt – wahnsinnig schönen Ecken von Berlin sind, ist für mich durchaus erstaunlich.
Berlin ist so wahnsinnig vielseitig. Von der Großstadt mit den Shoppingcentern, den vollen Bahnen, bis zum dörflichen Charakter ist alles dabei.
Wie an den südöstlichen Rand von fährt, nach Köpenick, der kann den Ortsteil Müggelheim für sich sich entdecken. Wer dort hinfährt, der möchte fast gar nicht glauben, dass es sich immer noch um Berlin handelt.
Rund um eine kleine Kirche befindet sich ein Dorfkern mit ein paar Geschäften und viel Grün. Von dort führt eine Straße in Richtung Müggelspree und Müggelsee.

Es fühlt sich an wie Urlaub, wenn man am Wasser ankommt. Ein bisschen Nadelwald, eine schmale Straße – als würde man gleich vor der Ostsee stehen. Es ist zwar “nur” der Sandstrand des Kleinen Müggelsees, ist aber trotzdem schön. Es geht recht weit hoch, und wer oben sein Handtuch ausbreitet, hat eine tolle Sicht auf das Areal und das Wasser.

Direkt am Wasser ist auch das Lokal “Neu-Helgoland”. Daneben ist ein Steg, an dem regelmäßige Fahrgastschiffe und Fähren anlegen. Das Besondere an der Fähre: Sie gehört zur BVG, wer also eine normale Bus- und Bahnfahrkarte hat, kann die Fähre mitnutzen.
Eine Stunde lang bekommt man dafür eine Fahrt durch eine wunderschöne Gegend. Auf der Müggelspree geht es bis hinter den Hafen Rahnsdorf. Vorbei an vielen Wassergrundstücken mit kleinen Bungalows und großen Villen. Dort zu leben ist Urlaub. Zurück geht es am Kleinen Müggelsee vorbei, an den Rand des Müggelsees, an Müggelwerder vorbei nach Rahnsdorf. Vorbei an weiteren Grundstücken, an einem abgebrannten Lokal und noch mehr Villen.
Es ist faszinierend, wie viele Wassersportler dort unterwegs sind. In Ruder- und Motorbooten, auf kleinen Schiffen und Hausbooten. Partys und Chillen.
Weil es sich übrigens um eine BVG-Fähre handelt und dementsprechend die Regeln des Berliner ÖPNV gelten, müssen auf der Fähre noch Masken getragen werden – auch draußen.

Zurück in Müggelheim genießen wir noch den frühen Abend im Lokal “Neu-Helgoland” mit Blick auf das Wasser. Es ist eine wahnsinnig schöne Idylle und so wenig Großstadt, sondern die pure Seelenbaumelei – und dennoch Berlin.

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