Tagesarchiv für 30. Mai 2021

KeineWochenShow

#230 – Abstieg und Aufbruch

Sonntag, den 30. Mai 2021
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30 Wochen danach. 30 Wochen dauerte der aktuelle Lockdown mit Restaurantschließungen, geschlossenen Kinos, Theater und Schwimmbädern. Jetzt wird das öffentliche Leben langsam wieder hochgefahren.
Vor 30 Wochen, in Ausgabe #201 begann unsere Reihe mit den Corona-Gesprächen. In gut 10-minütigen Gesprächen haben Menschen von ihren Nöten rund um die Coronakrise berichtet. Genau genommen gab es ein solches Gespräch auch schon in Ausgabe #200, aber das war sowieso eine Sonderausgabe zum Jubiläum.
Nun also, in Ausgabe #230 das (vorerst?) letzte Gespräch in der Reihe, bevor der Lockdown in den verschiedenen Gebieten wieder aufgehoben wird. Stefanie Dietrich ist freiberufliche Sängerin und Betreiberin des Hofes “Landlust” in Falkenthal. Dort hat sie im Interview erzählt, wie durch die Pandemie gleich beide ihrer Standbeine weggebrochen sind.

Wir sprechen in dieser Ausgabe aber natürlich auch über den Eurovision Song Contest 2021. Und weil bei uns im Kellerstudio eine Werder-Bremen-Fahne hängt, ist die Trauer über den Abstieg aus der 1. Liga natürlich groß.
Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #230 auf Youtube.

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RT liest

Tim Krohn: Julia Sommer sät aus

Sonntag, den 30. Mai 2021

(2) -> 10.7.2019

Die Reihe “Menschliche Regungen” geht in die 3. Runde. Tim Krohn lässt im Internet die Leute eine Liste mit menschlichen Regungen führen. Außerdem dürfen die, die einen Vorschlag gemacht haben, auch bestimmte Wörter nennen, die vorkommen sollen.
So entstehen die Geschichten um die Genossenschaftssiedlung in Zürich. Und in diesem Fall mit 64 weiteren Kapiteln mit 64 weiteren Regungen wie Atemlosigkeit, Geselligkeit, Knorrigkeit, Zerstreutheit und vielen anderen.
Das kann man wissen, aber eigentlich ist es für den Leser außerhalb dieser Community nicht besonders wichtig, zu wissen.
Aber so langsam scheinen dem Autor und seinen Fans die Regungen auszugehen, denn ob das alles “menschliche Regungen” sind, in als Kapitelüberschrift herhalten, mag man bezweifeln. Verlust oder Déjà-vu sind ja eher Dinge, die eine menschliche Regung nach sich ziehen.

In “Julia Sommer sät aus” gibt es jedenfalls neue – oder eher fortgeführte – Geschichten aus der Züricher Röntgenstrasse.
Wir begegnen wieder Pit und Petzi. Er hat sein Studium abgebrochen und ist fasziniert von der Mutter seiner Freundin, die ihr Leben noch mal neu ordnet. Schauspielerin Selina überlegt, zur Jugendliebe nach Berlin zu ziehen.
Julia Sommer kämpft um ihren kleinen Garten am Haus, der alte Erich Wyss blüht auch wieder auf.

Diese Romanreihe fing mit dem ersten Band sehr stark an. Es machte Spaß, in diesen Kosmos einzutauchen. Fast wirkte das alles wie eine gute Seifenoper, die in einem Mietshaus spielt. Schon Band 2 fiel da ein wenig ab, und Band 3 fällt dann leider völlig hinten runter.
Die Geschichten sind über weite Strecken seltsam belanglos und egal. Es gibt Kapitel, in denen schlicht nichts Nennenswertes passiert, außer dass der Autor irgendwie die Regung aus der Überschrift unterbringen muss. Nur wenige Kapitel schaffen es noch, auch beim Leser eine Regung hervorzubringen, nur wenige Geschichten können noch überzeugen.
2018 erschien der 3. Band erstmals. Seitdem tat sich nichts mehr, selbst bei Amazon sind kaum Kritiken erschienen. An sich ist es schade, um diese Idee. Aber die Geschichten waren dann noch leider nicht mehr packend.
PS: Die Buchcover des Diogenes-Verlages sind an Langweiligkeit auch nicht zu überbieten.

Tim Krohn: Julia Sommer sät aus
Diogenes, 483 Seiten
2/10

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