Tagesarchiv für 2. April 2021

RTelenovela

Aprilscherze! Wo war da die Osterruhe?

Freitag, den 2. April 2021
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Es kommt die U-Bahn nach Velten. In der Spree hat sich ein Schiff festgefahren. Julian Reichelt gibt die “Bild”-Leitung doch ab.

1. April. Das ist einerseits der Tag, wo wir alle den Postillon nachäffen wollen. Und das ist andererseits der Tag, wo alle unter merkwürdigen Meldungen in Social Media “April, April” runterschmieren, weil sie heute mal besonders aufmerksam sein wollen.

Ich finde ja, dass die Osterruhe, die ursprünglich mal für den 1. April ausgerufen worden ist, eine feine Sache gewesen wäre. Und wenn man durch die Osterruhe explizit nur Aprilscherze verboten hätte.
Ich habe früher selber Aprilscherze für die Zeitung geschrieben. Mittlerweile gehört es ja für jede noch so kleine Social-Media-Klitsche zum guten Ton, einen abgewrackten Aprilscherz loszulassen. Nur sind die meist so offensichtlich, dass man nur noch mit den Augen rollt und denkt: “Jetzt du nicht auch noch.” Dabei sind wirklich gute Aprilscherze so verfasst, dass man mindestens kurz mal überlegen muss. Aber wenn schon der Autor ein gewisser “A.Pril” ist, muss man nicht mehr weiterlesen – und dann wird es eigentlich auch nur noch doof.

Also, wenn schon Aprilscherz, dann sollte es einer sein, der nicht sofort offensichtlich ist. Der sich vielleicht erst beim längeren Lesen erschließt.
Aber eigentlich könnte man auch drauf verzichten.

Hier übrigens meine beiden Aprilscherze von 2009 über den Techno in der Vehlefanzer Idylle und von 2006 über den zweiten Platz für das Hohen Neuendorfer Kaufland beim Wettbewerb “Das schöne Bauwerk”.

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RTZapper

#NichtSelbstverständlich

Freitag, den 2. April 2021
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MI 31.03.2021 | 20.20 Uhr | ProSieben

Morgens um kurz vor 6 läuft sie aus dem Parkhaus über einen dunklen Hof in ein Gebäude. Schnell noch einen Kaffee aus dem Automaten. Umziehen. Und los geht’s.
Minutenlang wissen wir gar nicht genau, was da eigentlich passiert, wen wir da begleiten. Aber die Doku, die ProSieben am Mittwochabend zur besten Sendezeit zeigte, war in so vielerlei Hinsicht anders.
Es dauert gute zehn Minuten, bis wir wissen: Meike Ista ist Krankenschwester, sie arbeitet in der Uniklinik in Münster, und wir begleiten sie in ihrem Arbeitsalltag.

Das Duell “Joko & Klaas gegen ProSieben” haben die beiden Moderatoren am Dienstagabend gewonnen. Dementsprechend heißt es am Mittwoch immer 15 Minuten lang “Joko & Klaas live”. Wie sie die Sendezeit füllen, ist ihnen überlassen, und sie nutzen die Zeit schon für aufsehenerregende Aktionen.

Diesmal ging es um die Pflegebranche. Und um einen Einblick in die Arbeit einer Krankenschwester zu bekommen, muss man den einfach auch mal erleben. Also gaben Joko & Klaas und vor allem auch ProSieben Meike Ista und ihren Kolleginnen und Kollegen eine Plattform.
Nun ist es schwierig, den Arbeitsalltag im Krankenhaus in einer 15-minütigen Sendung zu zeigen. Weshalb sie dann am Ende auch 460 Minuten dauerte. Ohne Werbung.

Wir verfolgten Meike Ista fast auf ihrer kompletten Schicht. Wie sie von Zimmer zu Zimmer geht. Sich mit den Menschen unterhält. Schaut, dass alles in Ordnung ist. Fragt, ob sie helfen kann. Betten machen. Schläuche wechseln. Sauber machen. Desinfizieren. Zwischendurch Beratungen, und dann geht irgendwo wieder ein Alarmknopf. Pläne werden ständig über den Haufen geworfen. Immer wieder kommt was dazwischen. Und wollte sie nicht was trinken? Und was essen? Überhaupt, kurz mal hinsetzen, Pause machen? Ist nicht drin.

In der Doku “#NichtSelbstverständlich” verläuft alles in Echtzeit. Das Betten machen dauert eben. Wir erleben rührende Gespräche mit Patientinnen. Alle waren bereit, sich filmen zu lassen.
Meike Ista blieb in der Zeit immer freundlich, sie hatte immer ein Lachen, wie wirkte locker. Aber mit der Zeit waren deutlich die Anstrengung, der Stress zu merken. Der Atem ging schneller, die Stimme zitterte ein wenig, und irgendwann, Gott sei Dank, konnte sie sich doch mal hinsetzen.

Bis 2.55 Uhr dauerte der Film. Dafür hat man bei ProSieben das komplette Programm abgeräumt – ohne Ankündigung. Das muss man sich auch mal trauen. Zwei Werbepartner hatten es möglich gemacht, fast sieben Stunden ohne Werbung auszukommen.
Angehörige der Branche erzählten im Splitscreen zwischendurch, welche Probleme es in der Pflegebranche gibt. Und warum sie ihren Job dennoch lieben. Per Social Media konnten Zuschauer ihre Eindrücke schildern.

Ob diese Doku etwas auslösen kann, weiß man natürlich nicht. Aber zumindest kann sie es schaffen, den Zuschauern zu Hause ein Gespür dafür zu geben, welch einen wichtiger Job diese Menschen in den Kliniken leisten. Und was für ein Knochenjob das sein kann.
Toll, was da im Privatfernsehen möglich ist.

-> Infos und Videos auf ProSieben.de

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