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So was wie ein harter Lockdown in Zeiten des Coronavirus

Harter Lockdown. XXL-Lockdown. Verschärfung. Huijuijui.
Man könnte auch sagen: alles Käse.

Nun fällt also Ostern 2021 auch aus. Nach dem traurigen Corostern 2020 gibt es 2021 die Neuauflage, auf die niemand gewartet hat.
Nach einer stundenlangen Beratung kamen die Politiker in der Nacht zu Dienstag mit einem neuen windelweichen Irgendwas, um die Coronakrise zu stoppen.

Ja, richtig, die Mutation des Coronavirus ist ein Problem, und die steigenden Zahlen geben wieder Anlass zur Sorge. Zumal nun eher jüngere Menschen betroffen sind.
Die Hoffnung liegt einerseits auf den kostenlosen Schnelltests, die man vom geschulten Personal bekommen kann und das wohl auch recht zuverlässig ist. Und andererseits hoffen wir auf die Impfungen, die nun im April vorankommen sollen. Vielleicht.
Das alles nutzt aber wenig, wenn die Inzident dauerhaft hoch ist. Wäre es dann nicht eine gute Idee, die Zahlen wieder zu drücken. Mit einem harten Lockdown? Relativ zügig?

Nein, stattdessen warten wir noch neun Tage. Und ziehen eine Notbremse, eine sogenannte. In Oberhavel müssen wegen der hohen Zahlen die Einzelhandelsgeschäfte schließen. Und die Bibliotheken. Und die Parks. Mehr nicht, denn wir wollen es ja mal nicht übertreiben. Gartenbaumärkte dürfen geöffnet bleiben, Friseure auch. Also eigentlich ändert sich nicht so viel, denn so viele Leute gehen ja gar nicht in die kleinen Läden, weil die ja so klein sind. Ich wüsste nicht, was diese Maßnahmen konkret bringen sollen.

Und Gründonnerstag tun wir dann alle mal so, als sei Feiertag, dann schließen auch die Supermärkte und der ganze Rest. Gottesdienste werden eventuell trotzdem gefeiert, denn der Kirche möchte man dann doch lieber nichts vorschreiben, und beten unter Leuten ist auch ganz, ganz wichtig. Geht nicht virtuell.
Und am Sonnabend öffnen wir dann auch wieder die Supermärkte, weil… also, weil… Keine Ahnung, warum.

Alles Murks. Wir warten also bis Ostern, weil da sowieso weniger los ist, und dann hoffen wir drauf, dass fünf Tage ausreichen, die Zahlen zu drücken. Allerdings ohne echt harten Lockdown.

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, mal eine Woche richtig dicht zu machen – und das noch vor Ostern? Alle, die können, zu Hause bleiben, Ausgangsbeschränkungen, aber die Supermärkte bleiben geöffnet, um Panikkäufe zu vermeiden. So hat es im März 2020 auch funktioniert, da haben wir die Zahlen gedrückt, erfolgreich.
Sind die Zahlen unten, dann müssen die Schnelltests ran. Man darf den Friseur, das kleine Geschäft nur mit negativem Test betreten. Eindämmen, wo es geht, ohne alles ganz dicht machen zu müssen.
Aber die Chance hat man verpasst, schon im Herbst.

Jetzt hat man das Gefühl, es gibt nur noch Kompromisse, und eigentlich will man auch niemandem mehr wehtun, und deshalb trifft man einfach gar keine runden Entscheidungen mehr. Wischiwaschi und kopflos.
Und wenn wir keinen Bock haben, fliegen wir einfach nach Malle. Nach Rügen dürfen wir ja nicht.
Dass die Wut wächst, ist verständlich. Die Politik scheint ihren Kompass verloren zu haben.

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