Tagesarchiv für 18. März 2021

RTelenovela

Zahnarzt (46): Wieder einer weniger

Donnerstag, den 18. März 2021
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(45) -> 5.10.2020

Nach langer Zeit kam es mal wieder vor, dass ich vor einem Zahnarzttermin richtig nervös war. Ich habe diesen Termin schon länger: Ein Zahn musste raus!
Angst hatte ich nicht. 2005, vor 16 Jahren, wurden mir das letzte Mal (gleich mehrere) Zähne gezogen, und ich wusste, dass durch die Betäubung eigentlich nichts zu merken ist. Meine damalige Zahnärztin war dabei nicht mal sehr zimperlich und hatte einen entsprechenden Ruf.

Meine eigentliche Zahnärztin wollte den Eingriff nicht machen, deshalb war ich bei ihrem Kollegen in derselben Praxis. Ich setzte mich in den Stuhl. Wegen der Pandemie muss man seit einiger Zeit vor der Behandlung sich erst mit einem komischen Zeug den Mund spülen, 30 Sekunden lang. Danach ist man noch frischer als sowieso schon.
Beim Zähneputzen zu Hause hatte ich mir den kaputten Zahn noch mal angesehen – und Abschied genommen. Er war leider nicht mehr zu retten, ist regelrecht auseinandergefallen.

Zwei Spritzen. Eine davon in der Gaumenregion, und das ist wirklich unangenehm. Während wir auf die Wirkung der Betäubung warteten, begann ein kleiner Smalltalk. Was machen Sie so? Haben Sie gefrühstückt? In der Zwischenzeit merkte ich, dass es losging. Als ich anmerkte, dass der rechte Teil meiner Nase taub geworden ist, meinte er: Jetzt könnten wir loslegen.
Der Zahnarztstuhl wurde so weit runter gefahren, dass meine Beine höher lagen als ich, quasi kopfüber.

Und eigentlich ging dann auch alles recht schnell. Hier Watte rein, da ein bisschen Gefummel. Jetzt fühlen Sie einen Druck. Vermutlich ist erst mal die Füllung entfernt worden. Irgendwann gab es noch mal richtigen Druck, es machte “Ratsch”, aber ich spürte nichts weiter, jedenfalls keinen Schmerz. Der Zahn war raus.
Wieder Watte, tupfen. Ob was geblutet hat, habe ich nicht gesehen. Meinen Zahn habe ich mir dennoch zeigen lassen.

Als der Stuhl wieder hochfuhr und ich wieder richtig saß, dauerte es nicht lange, bis mir schummrig wurde. Der Arzt erklärte mir gerade, was ich in der kommenden Woche alles nicht darf. Ich hatte noch Watte im Mund, und als ich sagte, dass mir komisch ist, bekam er das erst gar nicht mit. Erst beim zweiten Mal fiel ihm dann wohl auch auf, dass ich blass geworden war. Ohrensausen. Also fuhr er mich mit dem Stuhl wieder zurück.
Das Spiel machten wir kurz danach noch ein zweites Mal. Ich bekam dann noch Traubenzucker, und draußen im Wartezimmer musste ich dann etwas separat und ohne Maske warten, ob wirklich, wirklich wieder alles okay ist.
War es dann auch.
Fäden ziehen: in einer Woche.

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RTZapper

Tribes of Europa

Donnerstag, den 18. März 2021
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SO 14.03.2020 | Netflix

Das nächste ganz große Serien-Ding? Und das aus Deutschland? Ein Epos, das sich über mehrere Staffeln ziehen soll, soll über Netflix seinen internationalen Siegeszug antreten. Allerdings fängt Staffel 1 klein an: Los geht es mit gerade mal sechs Folgen: “Tribes of Europa”.

Es ist das Jahr 2074. Nichts ist mehr, wie wir es kennen. Von Fortschritt kann keine Rede mehr sein. Ende Dezember 2029 kam es zum globalen Blackout. Was genau passiert ist, wissen wir nicht. Europa besteht nur noch aus zig Kleinstaaten. Darin kämpfen Tribes, also die Stämme, um ihre Vorherrschaft.
Liv, Kiano und Elja gehören zum friedlichen Stamm der Origines. Sie sind der Ansicht, der Fortschritt habe zum Niedergang geführt. Eines Tages stürzt ein Flugzeug ab, es gehört zum Stamm der Atlantier, der für den technischen Fortschritt steht. Nach dem Absturz wird der Cube vermisst, ein zauberhafter Würfel.
Für die Geschwister beginnt ein großes Abenteuer.

Mal abgesehen vom etwas seltsamen Deutsch-englischen Titel, ist relativ schnell klar, dass “Tribes of Europa” dann doch nicht das ganz große Serien-Ding ist.
Halten wir fest: Irgendwas ist passiert, und irgendwas ist mit diesem Würfel. Nichts Genaues weiß man nicht, aber das soll auch so sein, weil die Macher auf eine 2. Staffel hoffen. Deshalb hat man die erste auch so kurz gehalten.
Irgendwie ist das alles nicht ganz uninteressant, aber leider auch nicht wirklich spannend. Das liegt nicht nur an einer Geschichte, die lari-fari daherkommt. Dass die Menschheit quasi in ganz alte Zeiten zurückgefallen ist, erklärt sich nicht, wenn man nicht erzählt, warum die Großstädte ausgestorben und verfallen sind und nur noch Stämme in der Prärie leben. Und andererseits gibt es Tribes, die wie Science-Fiction wirken.
Wirklich interessant ist einzig, wie sich die Macher das verlassene Berlin vorstellen, und wie erzählt wird, was rund um Berlin abgeht, um die Stadt zu sichern – obwohl es da nicht wirklich was zu sichern gibt.
Wirklich bitter ist, dass “Tribes of Europa” für eine Netflix-Serie erstaunlich billig oder trashig aussieht. So wird das ganz sicher kein großes Ding.

-> Trailer und die Serie auf Netflix

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