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Thomas Klupp: Wie ich fälschte, log und Gutes tat

Benedikt Jäger hat’s drauf. Mit seiner Mannschaft gewinnt er das Landesfinale der Tennisjugend. Zum neuen Schuljahr gibt es sogar Plakate, die die Mannschaft als Teil einer Kampagne zeigen, die überall hängen. Das macht schon stolz. Er lebt in einer bayerischen Kleinstadt. Ziemlich reiche Gegend. Seine Mutter gibt Empfänge für den Lions-Club, wo Geld für Flüchtlinge gesammelt wird – weil ja alle so gern geben.
Aber eigentlich geht Benedikt das alles auf den Keks. Viel lieber geht er feiern. Und seine Leistungen in der Schule sind gar nicht so gut, wie seine Eltern denken. Alle digitalen Schulmitteilungen lässt er nämlich an eine gefälschte Mail-Adresse leiten, und die Schulnoten fälscht er.
Allerdings kommt es dabei zu einem Zwischenfall.

Thomas Klupp schreibt seinen Roman komplett aus Sicht des Jugendlichen. Auf ziemlich locker-rotzige Art berichtet Benedikt von seinen Erlebnissen. “Wie ich fälschte, log und Gutes tat” heißt der Roman, dessen Überschrift so ziemlich auf den Punkt beschreibt, wovon Benedikt erzählt.
Das macht anfangs großen Spaß zu lesen, weil man sich recht gut vorstellen kann, was Benedikt da erzählt. Ob seine Erzählweise tatsächlich dem Slang der heutigen Jugend entspricht, ist als (etwas) älterer Leser natürlich schwer einzuschätzen, aber immerhin kommt Benedikt an sich aus gutem Hause, er besucht eine gute Schule. Da wird vermutlich nicht der ganz moderne Jugendslang gesprochen.
Allerdings fehlt dem Roman am Ende dann doch der ganz große Spannungsbogen. Die Geschichte, wie er versucht, aus einer misslichen Lage herauszukommen, zieht sich ein bisschen hin und ist als Höhepunkt der Geschichte ein bisschen dünn. Fängt also stark an und hört so lala auf.

Thomas Klupp: Wie ich fälschte, log und Gutes tat
Piper, 256 Seiten
6/10

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