Tagesarchiv für 12. März 2021

RTZapper

Das Hausboot

Freitag, den 12. März 2021
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DI 09.03.2021 | Netflix

Olli Schulz und Fynn Kliemann haben sich ein Hausboot gekauft. Nicht irgendeins, sondern das, auf dem Gunter Gabriel zuletzt gelebt hat. Ein bisschen ausbessern, und dann ist alles wieder okay mit dem Kutter.
So war der Plan.
Aber es kam anders.

In der am Dienstag veröffentlichten 4-teiligen Doku “Das Hausboot” auf Netflix wird die Geschichte eines Dramas erzählt. Denn die beiden Musiker müssen feststellen, dass das Hausboot eigentlich auf dem letzten Loch pfeift. Laufen die beiden anfangs locker über das Boot und zeigen, was sie machen wollen und was sie auf jeden Fall beibehalten wollen, da ist das nur die Ruhe vor dem Sturm.
Denn bald ist klar: Da muss viel gemacht werden. Eigentlich alles. Nichts bleibt mehr übrig vom alten Boot.

Die Doku lässt dem Zuschauer den Atem stocken. Denn die Kosten gehen in die Hunderttausende. Aus einem Hobbyding wird ein Mammutprojekt. Wände müssen raus, Böden, Decken, alles ist runtergekommen.
Und umso mehr alles kostet, desto mehr ist auch die Freundschaft zwischen Schulz und Kliemann in Gefahr. Eine echte Belastungsprobe. Auch weil beide wissen, dass sie nun so einfach nicht aufhören können.
Aber sie hatten immer ein Ziel vor Augen: Auf dem Hausboot sollen sich Bands einquartieren, Musik komponieren und spielen, auch könnte das Boot für Feiern vermietet werden, und natürlich wollen sie auch selbst schöne Zeiten dort erleben.

“Das Hausboot”: Zweieinhalb Stunden heimwerken, Drama, Zoff, Verzweiflung, aber auch Freundschaft, Zuversicht und Party. Eine kleine, aber feine Doku aus Hamburg.

-> Die Reihe und Trailer auf Netflix

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (93): Flughafen-Bummelzug

Freitag, den 12. März 2021
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(92) -> 8.1.2021

Wer vom Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld in die Berliner Innenstadt will, nimmt am besten den Flughafen-Express, den FEX. Der Regionalzug fährt über das Ostkreuz und Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof. Normalerweise braucht der Zug zwischen 27 und 33 Minuten.
Doch diesmal geht das irgendwie schief.

Schon mit fünf Minuten Verspätung rollt der Zug in Schönefeld los. Die Schaffnerin meldet sich über die Lautsprecher und entschuldigt sich schon mal. Auf der vorherigen Fahrt habe es eine Verspätung gegeben. Die versuche man nun aufzuholen.
Wir fahren aus dem BER-Tunnel, der Express wird seinem Namen noch gerecht. Aber bald werden wir langsamer. Und langsamer. Im Bummeltempo rollen wir nach Berlin rein. Auf freier Strecke stoppt der Zug.

Nun ist schon klar, dass ein Umstieg in Ostkreuz nicht mehr möglich ist – der Anschlusszug ist weg.
Langsam rollt der FEX weiter. Im Bummeltempo an Schöneweide vorbei. Am Bahnhof Treptower Park – für den FEX gibt es dort keinen Bahnsteig – der nächste Stopp.
Die Schaffnerin kommt unterdessen durchs Abteil und kontrolliert die Tickets. “Heute sind wir aber kein Express, eher ein Bummelzug, oder?”, sage ich und lächele. An sich habe ich es ja nicht eilig.
“Ja, irgendwie ist der Wurm drin, ich habe auch schon nachgefragt, was los ist.” Durch die Verspätung sei die Strecke nicht mehr frei.

Langsam zuckeln wir wieder los. Die Schaffnerin meldet sich wieder übers Mikro. Sie will sagen, dass wir gleich Ostkreuz erreichen, aber sie stockt. Schaltet das Mikro aus – und wieder an. Wahrscheinlich hat sie noch mal nachgefragt, wie groß denn nun die Verspätung sei. Sie klingt ein bisschen beschämt.
Schließlich erreichen wir Gesundbrunnen mit einer 25-minütigen Verspätung. Was wohl bedeutet, dass, um die Verspätung wieder aufzuholen, ein Zug aussetzen musste.

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