Tagesarchiv für 11. März 2021

RTZapper

RTL spezial: Angriff auf unsere Kinder

Donnerstag, den 11. März 2021
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MO 08.03.2021 | 20.15 Uhr | RTL

Das Mädchen ist 12, und der Mann, mit dem sie telefoniert, ist viel, viel älter. Sie haben sich auf der Internetplattform Knuddels kennengelernt. Er findet sie nett. Also, eigentlich findet er sie sogar süß. Heiß. Geil. Er fragt sie, ob die Bilder hat. Er lobt sie, sie sehe echt toll aus. Und ob man sich denn nicht mal treffen wolle.
Das geht noch eine Weile so weiter, und irgendwann rückt der Mann im Gespräch raus, was er denn eigentlich will.
Und was er will, das dreht einem als Zuschauer den Magen um.
Was RTL am Montagabend seinen Zuschauern zumutete, das war mitunter schockierend. Und widerlich.
Aber es musste wohl sein. Um zu zeigen, was im Internet abgeht, wenn man die 12-Jährigen damit allein lässt.

Am Montagabend gab es das “RTL spezial: Angriff auf unsere Kinder”. Zweieinhalb Stunden lang wurden die Ergebnisse verschiedener Experimente gezeigt. Zwei Frauen und ein Mann um die 20 schlüpften in die Rolle von 12-Jährigen. Sie meldeten sich auf diversen Seiten an und schauten, was passierte.
Sie mussten offenbar in diesen drei Tagen nicht lange warten. Es folgten Anmachen von Männern, Zudringlichkeiten, eindeutige Fotos und Videos. Einer drängte zu einem Treffen und wollte am liebsten noch, dass das Mädchen eine Freundin mitbringt. Es war die Rede davon, dass einer der Männer so was schon öfter gemacht habe.
Alles sehr schwer zu ertragen.

Im Hintergrund saß ein Team, das einerseits die darstellenden Opfer, die mutmaßlichen Kinder, unterstützte – was zu sagen ist, was man besser nicht sagen soll – und wie sie auf die Männer einwirken sollen, ihnen Dinge preiszugeben, die sie überführen könnten. Denn dieses RTL-Experiment auch auch zu polizeilichen Ermittlungen und Zugriffen geführt.

Im Idealfall hat diese Sendung also ein paar Typen, die sich an kleinen Mädchen und Jungs vergehen wollen, dingfest gemacht. Aber es ging auch darum, die Eltern dafür zu sensibilisieren, was mit dem Smartphone alles möglich ist. In einem Beitrag ging es um einen Datenblocker, der dafür sorgt, dass Kinder auf ihrem Handy bestimmte Internetseiten nicht aufrufen können. Denn auch Eltern können Maßnahmen ergreifen, ihre Kinder vor Cybersex-Angriffen zu schützen.

PS: RTL sendete das Spezial zweieinhalb Stunden ohne Werbung. Auch das ist löblich, aber vermutlich wäre in dieser Sendung jede Werbepause vollkommen deplatziert gewesen.

-> Die Sendung bei TV Now

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RTelenovela

BER-Premiere – leider nur zu Besuch

Donnerstag, den 11. März 2021
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Vom Flughafen Tegel haben wir uns im Oktober 2020 verabschiedet. Ende Oktober öffnete dann der Flughafen Berlin-Brandenburg, der BER in Schönefeld. Durch die Pandemie ist dort derzeit nicht viel los. Dennoch: Ansehen wollte ich mir diesen Ort nun doch mal.

Mit der Bahn fährt man direkt unter das Terminal 1 des neuen BER. Steigt man dort, läuft man ein paar Schritte, fährt eine Rolltreppe hoch, und schon ist der Flughafen erreicht.
Momentan ist die Halle noch ziemlich trist. Kaum ein Geschäft hat geöffnet. An der Seite ist ein Zeitungsladen. Dort ist ausnahmsweise nicht geschlossen. Auch eine Bar mit ein paar Speisen to go steht den Reisenden offen. Aber verweilen kann man auch dort nicht. Was eigentlich merkwürdig ist, denn immerhin sind in Brandenburg ja auch die Lokale in den Autobahn-Raststätten geöffnet. Warum also sollte das auf dem Flughafen nicht so sein?
Auch der kleine Rewe-Supermarkt hat geöffnet. Es ist wirklich nur ein kleiner Supermarkt, er wirkt ein bisschen wie die alte Kaufhalle früher am Ostseestrand in Baabe auf Rügen. Klein, eng, ein paar provisorisch wirkende Regale – na gut, er wirkt immerhin nicht schäbig.

Ich laufe durch die Abflughalle. Auch dort ist wenig los. Seltsamerweise wirkt die Halle gar nicht neu. Es wurde viel mit Holz gearbeitet, was den Flughafen älter aussehen lässt. Wobei er ja tatsächlich “nur” neu eröffnet ist, gebaut worden ist er ja nun immerhin auch schon mehr gut 13 Jahren. Das ist eine lange Zeit.
In einer Nebenhalle mit weiteren Schaltern setze ich mich hin. Die Frau am Schalter langweilt sich, fummelt sich in den Haaren rum. Sie wartet auf Reisende nach Saarbrücken, und ich frage mich: Wer will nach Saarbrücken?

Es scheint, als ob in Schönefeld mehr Security-Leute als Reisende unterwegs sind. Und ständig gibt es Ansagen, was man denn zu beachten hat, was verboten ist – und überhaupt: Corona und so.

Ich laufe zurück Richtung Bahnhof. Mir fällt auf, dass einerseits die Treppen recht schmal sind. Und dass es nach unten kaum Rolltreppen gibt.
Es dürfte spannend sein, wie sich der BER schlägt, wenn Normalbetrieb herrscht. Denn eine wirkliche Belastungsprobe hat der Flughafen bislang nicht erlebt.

-> Doku im MSK Report #24 auf Youtube

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