Tagesarchiv für 2. März 2021

RTZapper

Mediashop: Dermawand

Dienstag, den 2. März 2021
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MO 01.03.2021 | 2.30 Uhr (Di) | Super RTL

Du fühlst dich alt? Du bist schrecklich faltig? Dann könnte eine Radiofrequenz-Behandlung was für dich sein! Nun hat das allerdings nichts mit den besten Hits der 80er und dem Besten von heute zu tun, sondern mit einem Gerät namens Dermawand. Ein Wunderding – fanden die Frauen, die in der Werbesendung auf Super RTL total aus dem Häuschen waren. Im “Mediashop” in der Nacht zu Dienstag schruppten sie sich ihre Falten weg.

Das Gerät drückt man sich nämlich auf die faltigen Stellen im Gesicht, es gibt drei Straffungsstufen. Man schiebt sich das Teil über Hals, Gesicht, Augen, auch über das Dekolleté und die schlabbrige Haut unter den Armen.
Und schon ist die Frau, vormals 42, dunkelhaarig und schlimmschlimmschlimm faltig, mit 58 glatt wie ein Babypopo, blond und herrlich langhaarig. Und auch die Julie sieht jetzt total glatt aus – also, vermutlich. Unter den Tonnen von Make-up kann man das gar nicht so genau sehen. Aber eine chirurgische Liftung hatte sie nicht, verspricht sie uns. Und wenn sie das im “Mediashop” sagt, dann wird das wohl stimmen.

Das Ding massiert, es durchblutet – und vielleicht kann man mit der Radiofrequenz auch bald NDR2 hören. Würde natürlich extra kosten.
Und wer sich nachts ein derartiges Bildungsprogramm anschaut, bekommt natürlich Rabatt. Und heutzutage werden natürlich keine Komplettpreise genannt, sondern die Höhe der Ratenzahlungen. So klingt es dann natürlich besser, wenn es heißt, es seien drei Raten zu je 49,90 Euro. 149,70 Euro klingt dann ja auch gar nicht mehr so billig. Aber – und jetzt kommt der KNALLER: Eine Rate wird uns geschenkt, also nur noch 99,80 Euro! Also, ähm, ZWEI Raten zu je 49,90 Euro. Und wer die uns so lieb haben, gibt es auch nicht den normalen Faltenstraffungsapparat, sondern die Pro-Version, die noch viel, viel, viel besser ist! Wahnsinn!

Im “Mediashop” wird das als Knaller präsentiert. Die Ernüchterung kommt, wenn man googelt. Bei Weltbild kostet das Ding schlappe 80 Euro – also noch weniger. Und die unverbindliche Preisempfehlung wird mit 119,70 Euro angegeben. Was die uns bei Super RTL da als Schnäppchenknaller andrehen wollen, ist in Wirklichkeit gar keiner. Aber warum ist das überhaupt nicht überraschend?

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RT liest

Max Meier-Jobst: Der große Kamerad

Dienstag, den 2. März 2021

Frederik ist in seiner Schule nicht gerade beliebt. Immer wieder wird der 13-Jährige gehänselt. Dann aber tritt Jonas Maraun in sein Leben. Seine Eltern holen den 15-Jährigen als Pflegekind zu sich. Endlich hat Frederik einen Gefährten an seiner Seite – und nicht nur das: Plötzlich bekommt er in der Schule Respekt, weil sich der “große Maraun”, wie er ihn nennt, auch Respekt verschafft.
Aber Maraun ist ein Geheimnis. Kurz vor Weihnachten verschwindet er spurlos, und keiner weiß, wo er abgeblieben ist. Und dann gibt es noch das Mädchen, von dem er immer schwärmt. Es muss seine große Liebe sein, davon ist er überzeugt. Eines Tages machen sich Maraun und Frederik auf die Suche nach Yvonne.

“Der große Kamerad” heißt der Roman von Max Meier-Jobst. Es hat ein Vorbild – nämlich der Klassiker “La Grand Meaulnes” von Alain-Fournier. Der Roman über die erste Liebe und über große Gefühle spielte Ende des 19. Jahrhunderts. Meier-Jobst hat seine Geschichte genau 100 Jahre später angesiedelt.
Mit dem großen Maraun, diesem 15-jährigen Typen, hat auch dieser Roman eine sehr geheimnisvolle Figur. In vielerlei Hinsicht bleibt er ein Rätsel – für Frederik, für Frederiks Eltern und weitere Menschen, die in der Geschichte vorkommen. Er verfolgt Prinzipien, er hadert mit sich – und zieht damit auch Frederik runter.
Es gibt im ersten Teil des Buches eine leider sehr überlange Geschichte darüber, wo Marauns erster Trip hinführte – die hätte stark gekürzt werden können, weil sie schier endlos erscheint. Dann aber nimmt auch die Spannung im Roman zu.

Max Meier-Jobst: Der große Kamerad
Books on Demand, 283 Seiten
7/10

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RTelenovela

Der Perwenitzer Fernsehturm

Dienstag, den 2. März 2021
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Man sieht ihn schon von der Autobahn aus, und sehr lange dachte ich, dass sich der Fernsehturm, den man da sieht, am Berliner Stadtrand befindet. Aber so dicht führt der westliche Berliner Ring dann doch nicht an der Stadtgrenze entlang.

Der Turm steht am Dorfrand von Perwenitz. Der Ort gehört zu Schönwalde-Glien im Havelland, und der Turm ist das weit sichtbare Markenzeichen des Dorfes. Nicht nur das – es ist wohl das höchste Gebäude im Havelland.
Wer durchs Dorf fährt, wird sich wundern, weil das Bild mitunter merkwürdig ist. Da stehen teilweise recht schöne dörfliche Häuser am Straßenrand, dazu ein paar Bauernhöfe. Und mittenmang ragt dieser nicht sehr hübsche Turm hervor. Er ist ein echter Fremdkörper.
Ich bog dann in die Straße, zu am nahesten zum Turm führt.
Es ist ein erstaunlich wuchtiger Turm, gerade die Anbauten oben sind recht umfangreich, es handelt sich da nicht um eine bloße Antenne wie bei anderen Mobilfunktürmen. Fast wirkt es, als ob sich oben auch ein Arbeitsplatz befindet, gerade sind Teile des Turms eingerüstet, die Außenhülle scheint saniert zu werden.

Er gehört schon sehr lange zu Perwenitz. Schon 1959 wurde er in Betrieb genommen, damals um die Übertragung des DFF gewährleisten zu können. Inzwischen wird von dort nur noch Mobilfunk abgestrahlt.
Ein Blickfang ist dieses Bauwerk auf jeden Fall – auch wenn es das Dorf ein wenig verschandelt.

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