Tagesarchiv für 24. Februar 2021

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Linus ist einer der Helden der Brandnacht

Mittwoch, den 24. Februar 2021
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Als nebenan ein Feuer ausbricht, ist es der Hund, der sein Frauchen Tanja Bienek aus dem Schlaf reißt

MAZ Oberhavel, 24.2.2021

Kremmen.
Als alles überstanden war, da wich Linus seinem Frauchen nicht mehr von der Seite. „Er war fix und fertig“, erzählt die Kremmenerin Tanja Bienek. „Der hat auch Angst gehabt.“ Aber Linus war vor allem einer der Helden der Nacht. Hund Linus ist achteinhalb Jahre alt. Der Parsson Russell Terrier war noch ein Welpe, als er zu Tanja Bienek kam. „Er ist ein friedlicher Geselle und sehr auf mich geprägt.“

Am frühen Montagmorgen brach auf dem Gelände eines Dachdeckerbetriebes ein Feuer aus. Und Linus erkannte offenbar den Ernst der Lage. Eigentlich schläft er beim Frauchen im Bett. Aber in dieser Nacht wurde er nervös. „Linus hat gebellt, ist durch die ganze Wohnung gerannt. Er ist aufs Bett gesprungen.“ Er stupste sie am Gesicht und am Körper an. „Ich habe den auch noch angeschnauzt“, erzählt Tanja Bienek. „Aus! Ist nachts!“, hatte sie gerufen. Aber Linus ließ nicht locker, er ließ sein Frauchen einfach nicht mehr weiter schlafen. „Ich bin dann aber doch aufgestanden.“ Sie kam am Fenster vorbei, und da sah sie die Katastrophe: das Feuer nebenan.

Sie meldete sich bei der Feuerwehr, zuvor hatte schon eine Nachbarin ebenfalls die Feuerwehr angerufen. In der Nachbarschaft setzte geschäftiges Treiben ein. „Alle Einwohner sind raus, haben die Autos aus dem Gefahrenbereich gebracht. Nicht, dass die auch noch Funken abbekommen. Wir haben die Explosionen gehört. Es hieß dann nur noch: raus, raus, raus!“
Es sei erschreckend gewesen, wie schnell alles gegangen sei. „Das alles hat sich ja innerhalb von drei bis vier Minuten abgespielt. Da bekommt man zwischenzeitlich wirklich Panik, weil man sich fragt: Wann hört das auf?“ Wie lange die Feuerwehr brauchte, kann Tanja Bienek nicht sagen. „Es kommt einem ja immer wie Stunden vor, aber auch das ging schnell.“ Als das Löschen begann, habe sie sich auch schon sicherer gefühlt.
Und für Linus gab es am Montag ein Extrastück Käse. „Den liebt er.“ Und es ging noch eine große Runde spazieren.

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Andrea Kiewel: Meist sonnig – Eine Liebeserklärung an das Leben

Mittwoch, den 24. Februar 2021

Sie bringt uns vom Brandenburger Tor aus ins neue Jahr, und vom Frühling bis zum Herbst ist sie Sonntag für Sonntag vom Fernsehgarten für die Menschen da: Andrea Kiewel.
Seit 1990 moderiert sie im deutschen Fernsehen, und das auf sehr sympathische Art. Der Fernsehgarten mit viel Musik und Aktionen ist ihre Bühne. Und auch in Interview macht es Spaß, ihr zuzuhören.

Nun hat sie auch ein Buch herausgebracht. Es heißt “Meist sonnig – Eine Liebeserklärung an das Leben”. Und der Untertitel sagt es aus, worum es geht. Um ihr Leben, auch wenn es sich nicht um eine Biografie handelt. Vielmehr sind es Streiflichter und Gedanken. Sie erzählt von guten Freunden, von schönen und nicht so schönen Momenten, auch vom Fernsehgarten, von ihrem Zweitwohnsitz Tel Aviv, von der Liebe und vom Sex.

Das ist: nett. Das liest sich schneller, da liest man relativ fix drüber. Allerdings ist “nett” dann doch ein bisschen mau. Alles in allem ist dieses Buch doch eher enttäuschend. Auch wenn sie stellenweise spannende Dinge aus ihrem Leben erzählt, wirkt alles doch sehr oberflächlich und sprunghaft. Ihren Notizen fehlt ein roter Faden, thematisch springen die Kapitel hin und her. Wenn sie über ihre Schwimmkarriere spricht und davon, dass sie zwar was geahnt, aber dass sie von Doping in der DDR letztlich nichts mitbekommen habe, wirkt das sehr glatt. Dass sie in Promo-Interviews mehr über den “Fernsehgarten” erzählt als im Buch, ist ziemlich schade. Da hätte es sicher spannendere Dinge zu erzählen gegeben als so manche private Anekdote. Dass sie ehemalige Kollegen falsch schreibt (Kurt Lutz heißt Kurt Lotz), ist peinlich. Dass sie ständig von ihren “verehrten Leserinnen und Lesern” schreibt, ist schlicht überflüssig und irgendwann nervig.
Sicherlich ist es so, dass sich Andrea Kiewel in diesem Buch öffnet. Aber richtig tiefschürfend ist das alles nicht.

Andrea Kiewel: Meist sonnig – Eine Liebeserklärung an das Leben
Eden Books, 256 Seiten
5/10

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