Tagesarchiv für 7. Februar 2021

KeineWochenShow

#214 – Die allerletzte Instanz

Sonntag, den 7. Februar 2021
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Während in Deutschland die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt, sieht die Lage in Portugal sehr viel kritischer aus. Deshalb gibt es nach einem guten dreiviertel Jahr nach dem ersten Interview ein zweites mit Mathilda, die in Lissabon lebt und studiert. Sie erzählt, wie nah das Virus den Menschen dort geht, wie sie die Situation erlebt, dass die die Lage in den Kliniken echt schlimm ist und warum sie Lissabon kurzzeitig verlassen hat.

Außerdem fragen wir uns, warum eigentlich die Tierparks in Berlin geöffnet sind, in Brandenburg aber nicht. Es gibt um den neuen Impfneid und den gesunkenen Bierkonsum in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Und “Die letzte Instanz” vom WDR bekommt auch ihren Fett weg.
Das und mehr in KeineWochenShow #214 auf Youtube.

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RT liest

Gerhard Specht: Zeuge der Wende – Das war mein Rias-TV

Sonntag, den 7. Februar 2021
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Es ist ein heute fast vergessenes Stück Mediengeschichte in Berlin und Brandenburg. Anfang Juli 1988 begann der Rias – der Rundfunk im amerikanischen Sektor – im damaligen West-Berlin mit einer Testsendung. Zu sehen war sie auf dem terrestrischen Kanal von Sat.1 in Berlin.
Nicht mal ganz vier Jahre war Rias-TV auf Sendung. Denn mit der Wende hatte sich der Rias überflüssig gemacht, und damit auch der Fernsehableger. 1992 wurde aus Rias-TV das Auslandsfernsehen Deutsche Welle.
Es gibt zu Rias-TV recht wenig Literatur, und der Autor Gerhard Specht holt das jetzt nach. Specht war von Anfang bis zum Ende des Senders Chef vom Dienst.
In seinem Buch “Zeuge der Wende – Das war mein Rias-TV” erzählt er über die Anfänge des Senders und vor allem über die Wendezeit und die Umbrüche in der DDR.

Specht berichtet darüber, dass es zu DDR-Zeiten für Rias-TV besonders schwer war, aus Ost-Berlin und dem Umland zu berichten. Das war eine der Hauptaufgaben des Senders – dem Fernsehen der DDR Paroli zu bieten und den DDR-Bürger die Infos zukommen zu lassen, die sie brauchen. Nur durfte Rias-TV im Osten nicht wirklich arbeiten.

Ob einem das Buch gefällt, hängt in diesem Fall vom Lesenden und seinen Interessen ab. Möchte er einen Rückblick auf die Wendezeit, eine Chronik 1989/90, dann ist er damit gut bedient. Interessiert ihn vor allem die selten erzählte Geschichte von Rias-TV, dann könnte er ein wenig enttäuscht werden. Denn der Autor kratzt an vielen Stellen leider nur an der Oberfläche. Dafür werden viele Seiten lang einfach nur die Wende-Chroniken aufgeschrieben. Es fehlt da oft an der engeren Verquickung der Erzählung der Wendezeit und dem Sender. Eine bloße Anreihung von Ereignissen hätte es da nicht gebraucht.
Recht spannend ist am Ende des Buches ein Interview mit dem damaligen Chefredakteur Wolfgang Krüger.
Das Ende des Senders wird im Buch leider recht schnell und erstaunlich lieblos abgehandelt. Da fehlt es ziemlich an Emotionen.
Da über die Wende eigentlich so ziemlich alles bekannt ist, wäre es schöner gewesen, doch noch etwas mehr in die Rias-TV-Geschichte einzugehen. Aber gut, dass es überhaupt mal getan worden ist.

Gerhard Specht: Zeuge der Wende – Das war mein Rias-TV
Omnino, 249 Seiten
6/10

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