Tagesarchiv für 27. Dezember 2020

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Die Helene Fischer Show – Meine schönsten Momente

Sonntag, den 27. Dezember 2020
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FR 25.12.2020 | 20.15 Uhr | ZDF

Es ist ernst. Sehr ernst. Nun hat uns das Coronavirus auch noch “Die Helene Fischer Show” genommen. Wie alle anderen Großveranstaltungen – die Sendung wird vor tausenden Menschen in einer großen Halle aufgezeichnet -, konnte sie nicht stattfinden.
Damit die ZDF-Zuschauer nicht auf die Show verzichten mussten, gab es am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages ein Best-Of. Immerhin gibt es die traditionelle Show bereits seit 2011. Gestartet war sie im Ersten, seit 2013 läuft sie im ZDF.

In diesem Jahr gab also nur “Meine schönsten Momente”. Allerdings hat man es sich beim ZDF damit allzu einfach gemacht. Mehr als “Guten Tag” und “Auf Wiedersehen” gab es von Helene Fischer 2020 nicht. Nur eine Moderation zu Beginn und eine am Ende. Unter dem Titel “Meine schönsten Momente” hätte ich schon erwartet, dass die Künstlerin zu verschiedenen Ausschnitten ein paar Anekdoten zum besten gibt.

Wie es überhaupt schade ist, dass man sich beim ZDF nicht durchringen konnte, auch 2020 eine Show zu produzieren. Warum muss es immer groß und bombastisch sein? Wieso hätte 2020 es nicht auch eine etwas bescheidenere 90 Minuten lange Ausgabe sein können? Man hätte ja immer noch ein 90-minütiges Best of hinterherschieben können.
Aber die Primetime am 1. Weihnachtsfeiertag mit lieblos zusammengeschnittenen Wiederholungen zu beschreiten, erscheint dann doch recht billig.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 29. Januar 2021)

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Daniel Silva: Die Attentäterin

Sonntag, den 27. Dezember 2020

(15) -> 8.8.2019

In Paris beginnt gerade eine wichtige Konferenz zur möglichen jüdisch-islamischen Aussöhnung. Organisatorin Hannah Weinberg bekommt noch mit, dass draußen vor dem Fenster etwas Merkwürdiges geschieht – als eine heftige Detonation für Chaos, Verwüstung und viele Tote sorgt. Es ist ein verheerender Bombenanschlag, der Paris erschüttert.
Eigentlich wollte Gabriel Allon seinen Posten als Chef des israelischen Geheimdienstes antreten, doch daraus wird erst mal nichts. Zunächst muss der Drahtzieher dieses Anschlages gefunden werden. Was man weiß: Er nennt sich Saladin.
Allon beschließt, eine Agentin in das Terrornetzwerk des IS einzuschleusen. Natalie arbeitet in einer Jerusalemer Notfallklinik, und nun muss muss sie als Leila Hadawi beim IS recherchieren.

Daniel Silvas Roman “Die Attentäterin” ist der 16. Roman der Gabriel-Allon-Reihe – insgesamt gibt es bereits 20 Romane. Bereits seit 2000 schreibt der Autor an seiner Thriller-Reihe über den Geheimdienstmann, von dem keiner so genau weiß, wie alt er eigentlich ist.
“Die Attentäterin” erscheint erschreckend aktuell, wobei der Autor in diesem Fall betont, dass der Roman vor den 2015er-Paris-Anschlägen geplant worden sei. Er habe sich dennoch entschlossen, an den Storyplänen festzuhalten.
Minutiös beschreibt Silva. wie die Ärztin in das IS-Netzwerk eingeschleust wird. Das ist so ausführlich, dass es fast schon wieder etwas zu lang geworden ist, immerhin hat das Buch mehr als 550 Seiten.
Der Roman zeigt aber auch auf niederschmetternde Weise, dass jede Beschattung, jeder noch so durchdachte Plan auf brutale Weise durchkreuzt werden kann. So hat diese Geschichte einige Wendungen, die man sich im wahren Leben nicht wünscht…

Daniel Silva: Die Attentäterin
Harper Collins, 557 Seiten
7/10

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Louis van Beethoven

Sonntag, den 27. Dezember 2020
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FR 25.12.2020 | 20.15 Uhr | Das Erste

Erlebt man leider auch in der ARD viel zu selten: ein Biopic über einen Komponisten zur besten Sendezeit. Aber an Feiertagen leistet man sich so was dann doch mal.
Hintergrund ist der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven, der ja durch die Pandemie kaum begangen werden konnte. Immerhin gibt es nun diesen Film im Ersten: “Louis van Beethoven” lief am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages.
Und irgendwie will man das ja kaum glauben, dass der große deutsche Komponist in seiner Jugend einen leicht dreckigen rheinländischen Slang hat.

Der Film von Niki Stein zeigt Beethoven als Achtjährigen, als Jugendlichen und als alten, griesgrämigen Mann. Ausgehend vom alten Beethoven springt die Handlung immer wieder zurück. Wir sind dabei bei den Jugendjahren in Bonn bis zur endgültigen Abreise nach Wien im Jahre 1792 – beim alten Beethoven reicht der Film bis zur letzten Reise nach Gneixendorf zum Bruder Johann – und der Rückreise, die zur Krankheit und zum Tode führt.

Der Achtjährige entpuppt sich bald als Wunderkind. Colin Pütz spielt den Jungen, und er macht es wunderbar. Auch weil er selbst offenbar sehr gut Klavier spielt. Sein Lehrer Christian Gotthold Neefe (Ulrich Noethen) erkennt, was der Junge drauf hat.
Anselm Bresgott spielt den jugendlichen Beethoven, der ein wenig ungehobelt erscheint, und irgendwie erscheint das ganz putzig. Aber er muss sich bereits durchsetzen – gegen Menschen aus höherem Stand, die das auch raushängen lassen. Gleichzeitig hat er aber auch Förderer, die wissen, dass ihm eine große Zukunft bevorsteht – und die ihn auch zu weiteren Kompositionen ermutigen.

“Louis von Beethoven” lässt viel aus dem Leben des Komponisten weg, anderes wird hinzugedichtet – so hat es das “Klavierduell” zwischen Mozart und Beethoven wohl nicht gegeben.
Den alten Beethoven spielt Tobias Moretti. Von seiner Taubheit genervt und vom Leben gezeichnet, scheint er vom restlichen Leben um ihn herum geradezu abgegrenzt. Wie es zur Taubheit kam und warum er wurde, wie er im Film war, erfährt man leider nicht. Vermutlich hätte das auch einen guten Zweiteiler abgegeben.
So lässt der Film einige Fragen offen, aber spannend und unterhaltsam ist er aber dennoch.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 24. Januar 2021)

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