Tagesarchiv für 7. Dezember 2020

RT im Kino

Ein verborgenes Leben

Montag, den 7. Dezember 2020

Krieg ist Mist. Das sehen die allermeisten Menschen so, und auch Franz Jägerstätter (August Diehl) ist dieser Meinung. In den 40er-Jahren lebt er mit seiner Frau und den Kindern in Radegund in Österreich.
Er wohnt mitten in den Bergen, sehr abgeschieden. Der Zweite Weltkrieg ist da, aber dennoch weit weg. Aber 1943 wird auch Franz zum Dienst eingezogen. Für Franz aber ist völlig klar: Er könnte niemals einen anderen Menschen töten, und deshalb stellt er sich auch dagegen. Er kommt in den Knast, inklusive Folter.
Franz hält aber auch dort daran fest, woran er glaubt.

Es hätte ein richtig guter, spannender Film werden können. Denn das Thema ist wichtig. “Ein Verborgenes Leben“ basiert auf Gordon Zahns Biografie „Er folgte seinem Gewissen. Das einsame Zeugnis des Franz Jägerstätter“.
Doch Terrence Malicks Werk ist an vielen Stellen einfach nur erschreckend schlecht.
Das fängt bei der seltsamen Kameraführung an. Viele Szenen wirken wie mit einem Smartphone aufgenommen. Was an sich technisch machbar ist, aber die Kameraführung ist mitunter unruhig und rucksartig und sieht eben wie ein Handyvideo aus und nicht wie ein Film. Zudem ist der Film offenbar auf Englisch gedreht worden, denn alles wurde später synchronisiert, und auch das ist an vielen Stellen grandios misslungen. Die eingesprochenen Worte wirken nicht echt, sie passen akustisch nicht zu dem, was man sieht, weil die Sprecher zu nah am Mikro waren oder weil alles schlicht mies abgemischt war. Manchmal sind die Szenen nicht mal richtig lippensynchron.
Aber auch sonst ist der Film enttäuschend langatmig, er wirkt oft zusammenhangslos, wie ein öder Kunstfilm.
Wird leider der Sache nicht gerecht. Die Story hätte eine bessere Umsetzung verdient!

-> Trailer auf Youtube

Ein verborgenes Leben
D 2019, Regie: Terrence Malick
Pandora, 174 Minuten, ab 12
2/10

Hits: 341

RTZapper

Der hr Comedy Marathon

Montag, den 7. Dezember 2020
Tags:

SA 05.12.2020 | 20.15 Uhr | hr fernsehen

Das Anliegen ist gut, aber so ein Anliegen kann auch ganz schnell torpediert werden.
Der Hessische Rundfunk veranstaltete von Sonnabend, 16 Uhr, bis Sonntag, 16 Uhr den “hr Comedy Marathon”. 24 Stunden lang live traten im Laufe des Tages 50 Comedians und Kabarettisten auf.
Der hr gab also einen Tag lang denen eine Bühne, die momentan keine Bühne haben. Das ist gut und wichtig, und so was sollte das öffentlich-rechtliche Fernsehen viel öfter veranstalten.

Volle 24 Stunden lang wurde das Spektakel allerdings nur im Internet übertragen, das hr fernsehen war aber immerhin 16 Stunden live dabei – von 20.15 Uhr am Sonnabend bis zum Sonntagmittag. Warum allerdings ab 12.25 Uhr lieber alte Filme und Serien gezeigt werden mussten als das das Ende des Marathons, ist eher unklar.

Es gab aber noch ein ganz anderes Problem mit dieser Show: Natürlich gab es kein Publikum vor Ort, und man entschied sich offenbar, dass man es akustisch einspielt. Allerdings muss jemand in der Regie gesessen haben, der sich vorgenommen hatte, seine ganze Kraft darin zu verwenden, alle drei Sekunden Lacher und Applaus einzuspielen. Blöderweise kann das aber auch Auftritte völlig ruinieren.
Am Sonnabendabend trat Johann König auf, und egal, was er sagte, immer gab es Lacher, Klatschen oder sonstige Emotionen. Quasi im Sekundentakt. Als König darüber spottete, dass das sein erster Auftritt seit langem sei, war das eigentlich gar nicht so lustig gemeint, dennoch wurde die Szene erbarmungslos akustisch verlacht und verklatscht. Es war schlicht nicht zu ertragen, und es war auf so sehr vielen Ebenen unangenehm.
Auch später, in der Nacht, wurde das nicht besser., und in den wenigen Reaktionen auf Twitter zur Show, wurde genau das moniert.
Einmal mehr gilt: Weniger ist mehr!

-> Der 2. Teil des Marathons beim hr auf Youtube

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