Tagesarchiv für 3. Dezember 2020

RTelenovela

Weihnachtsbuden in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 3. Dezember 2020
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Um das gleich mal klarzustellen: Es ist kein Weihnachtsmarkt, da auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg.
Kein. Weihnachtsmarkt.
Es ist einfach nur ein paar Weihnachtsbuden, die hier und da auf dem Platz stehen und am Mittwoch das erste Mal öffnen durften.

Ein Regelungen rund um das Coronavirus machen es Veranstalter unmöglich, Weihnachtsmärkte zu veranstalten. Events dürfen nicht stattfinden. Allerdings ist es ja für Geschäfte nicht verboten, ihre Waren zu verkaufen, ebenso wie Gaststätten ihre Waren verkaufen dürfen, aber nur to go.
Und deshalb sind jetzt im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf 25 Weihnachtsbuden aufgestellt worden, an diversen Stellen des Bezirkes.

Am späten Mittwochnachmittag am Breitscheidplatz. Normalerweise glitzert und funkelt es, an der Kantstraße ist der Eingang mit dem großen Schild, das den Weihnachtsmarkt ankündigt. Dazu Weihnachtsmusik.
Aber nichts da. Es ist recht dunkel auf dem Platz, keine Musik, keine Lichter.
Man muss schon ein Stück gehen, an der Gedächtniskirche stehen zwei Buden. Süßkram. Ein paar Leute haben sich dorthin verirrt. Ein Stück weiter, auf dem freien Platz, stehen weitere Buden. Glühwein, Bratwürste und Co. Auf der anderen Seite der Kirche noch ein paar Buden. Vielleicht etwas mehr als zehn.
Mehr Weihnachtsm…, äh, Weihnachtsbuden gibt es in diesem Jahr nicht. Erstaunlicherweise gibt es überhaupt keine Kunsthändler, sondern nur Fressbuden. Und alle geben sie ihre Speisen und Getränke to go raus, wobei nicht ganz klar ist, was “to go” bedeutet. Man darf sich nicht an den Buden selbst aufhalten, man muss ein paar Schritte Abstand halten. Viele Leute vom Ordnungsamt flanieren immer wieder über den Platz, um die Abstände zu überwachen.

Am Mittwoch hat das gut geklappt, so viele Leute waren nicht unterwegs. Das Wochenende dürfte da schon spannender werden. Aber an sich hätte ich die Weihnachtsbuden-Regelung auch für andere Orte gut gefunden. Ein bisschen Umsatz für die stark gebeutelte Branche.

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RT liest

Alexandra Fröhlich: Dreck am Stecken

Donnerstag, den 3. Dezember 2020

Opa ist tot. Er hinterlässt ein altes Tagebuch, und das hat es in sich. Als es Johannes und seine drei Brüder Philipp, Simon und Jakob in die Hände bekommen, ist klar: Irgendwas war mit ihm.
Spätestens auf Opa Heinrichs Beerdigung stellen sie fest, dass da lauter merkwürdige Menschen auftauchen, die sie vorher noch nie gesehen haben. Eine alte Dame ist ihnen besonders unsympathisch. Sie stellen Nachforschungen an: Es ist offenbar ihre Oma, die jetzt in Argentinien lebt.
Durch das Tagebuch kommen sie der Familiengeschichte auf den Grund. Offenbar haben sie es mit Leuten zu tun, die nach dem Krieg weiter als stramme Rassisten und Nazis im Ausland lebten. Die Brüder beschließen, nach Argentinien zu reisen.

“Dreck am Stecken” heißt der Roman von Alexandra Fröhlich. Eigentlich erzählt sie sogar zwei Geschichten. Von damals, was scheinbar in den frühen 90ern gewesen sein muss, und 2008.
Damals müssen sich die Jungs mit der Schule rumschlagen, und als sich ihre Mutter umgebracht hat, sollen sie beim Opa bleiben. Was sich nicht als einfach erweist, zumal gerade Simon große Probleme mit seiner Psyche hat.
Die Familiengeschichte, die aufgedeckt wird, ist die zweite Ebene, die gleichzeitig erzählt, was aus den Jungs geworden ist, als sie erwachsen geworden sind.
Das liest sich durch die kapitelweisen Wechsel recht spannend. Zumal die Beziehung unter den Jungs, die sich einerseits umeinander kümmern, aber sich auch voneinander entfernen, sehr interessant ist.

Alexandra Fröhlich: Dreck am Stecken
Penguin-Verlag, 281 Seiten
7/10

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ORA aktuell

Abriss der alten Oranienburger Polizeiwache läuft

Donnerstag, den 3. Dezember 2020

Die Abrissbagger sind da! Das alte Polizeirevier in Oranienburg, in der DDR bekannt als VPKA, wird derzeit abgetragen. Auf dem Gelände an der Berliner Straße soll bis März 2024 ein Wohnheim für die Polizei-Hochschule entstehen. Etwa 43 Millionen Euro sind dafür eingeplant.

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