Tagesarchiv für 16. November 2020

RT im Kino

Zu weit weg

Montag, den 16. November 2020

Ben (Yoran Leicher) ist zwölf, und er ist an einer neuen Schule. Er musste mit seiner Familie umziehen, denn sein Dorf wird es bald nicht mehr geben. Es muss einem Braunkohletagebau weichen. Es fällt ihm schwer, denn die meisten seiner Freunde – auch sein Fußballteam – sind gemeinsam ins neue Dorf gezogen, seine Eltern wollten jedoch woanders hin.
Tariq (Sobhi Awad) ist elf, und auch er ist neu an der Schule und im Fußballverein. Auch er musste seine Heimat verlassen. In Syrien herrscht Krieg, und seine Eltern sind noch in der Türkei in einem Flüchtlingslager. Er selbst lebt in einem Heim.
Die beiden freunden sich an, doch immer wieder gibt es Probleme – auch weil Ben das Gefühl hat, dass Tariq viel beliebter ist. Sich als Freunde da immer wieder zusammenzuraufen, ist schwierig – aber mehr und mehr finden sie auch raus, was sie verbindet.

“Zu weit weg” heißt der Kinder- und Jugendfilm von Sarah Winkenstette. Er hat mehrere spannende Botschaften, die für die jungen Zuschauer sehr erhellend sein können. Denn einerseits erfahren sie, was es bedeutet, wenn plötzlich ein ganzes Dorf weggebaggert werden soll. Es geht da auch nicht um den erhobenen Zeigefinger, wie schlimm das ist, sondern was es mit denen macht, die ihre Heimat verlassen müssen. Weggehen zu müssen – das ist auch das Motiv, das mit Tariq gezeigt wird – warum muss man flüchten?
Dieser Film über die Freundschaft, über die Suche nach einer neuen Heimat und der Trauer über die verlorene Heimat, hat sehr rührende Momente. Diese sind von den beiden jungen Hauptdarstellern gut erfasst und gespielt worden. Ein wichtiger Film, der im Coronajahr im Kino leider kaum eine Chance bekommt hat.

-> Trailer auf Youtube

Zu weit weg
D 2019, Regie: Sarah Winkenstette
Farbfilm, 88 Minuten, ab 0
8/10

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RTZapper

Silbereisen gratuliert – Herzlichen Glückwunsch, Helene!

Montag, den 16. November 2020
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FR 13.11.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Ob Helene Fischer vor Rührung weinend vor dem Fernseher gesessen und den mdr geschaut hat, ist nicht bekannt. Falls sie ihre Überraschung verpasst haben sollte, wäre das allerdings sehr schade. Denn der Florian Silbereisen – ihr Ex – hat ihr ein Geschenk gemacht. Weil sie vor 15 Jahren in seiner Show ihren allerersten Fernsehauftritt hatte, blickte er am Freitagabend im mdr noch mal auf die vergangenen anderthalb Jahrzehnte zurück.
Vor zwei Jahren hatte sie Silbereisen in seiner Show überrascht und zum Heulen gebracht, nun gab es seine Revanche, ohne zu wissen, ob und wie sie angekommen ist.

Am Freitagabend lief also im mdr-Fernsehen “Silbereisen gratuliert – Herzlichen Glückwunsch, Helene!”. Es handelte sich um ein Fischer-Silbereisen-Best-of.
Bei allem Erinnerungsschmalz hatte diese Sendung aber auch eine interessante Komponente. Man konnte beobachten, wie aus den “Festen der Volksmusik” im Jahr 2005 eine erstaunlich moderne Schlagershow geworden ist, und Helene Fischer und Florian Silbereisen scheinen daran eine Aktie zu haben. Von 2008 bis 2018 waren die beiden ein Paar, und bei ihnen veränderten sich nicht nur ihre Frisuren von trutschig hin zu zeitgemäßeren Schnitten. Fischers Musik wurde poppiger, und die Shows von Silbereisen wurden es auch. Die Feste der Volksmusik boten immer weniger Volksmusik, dafür mehr Schlagerpop, irgendwann verschwand der Titel, von Volksmusik war keine Rede mehr, stattdessen moderierte Silbereisen nun Shows wie den “Schlagerbooom” in großen Hallen mit johlendem Publikum. Die Shows wurden jünger, inzwischen schauen nicht mehr nur die Senioren zu.
Diese Entwicklung war auch in diesem Rückblick zu sehen: Dass es der ARD gelungen ist, die große Show und auch Silbereisen selbst rundum zu modernisieren und fit für die Zukunft zu machen.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 13. Dezember 2020)

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