Tagesarchiv für 14. November 2020

RT liest

William Saroyan: Tja, Papa

Samstag, den 14. November 2020

Es ist eine besondere Zeit für Pete. Der 10-Jährige soll für einige Zeit bei seinem Vater leben. Der Schriftsteller lebt in einem Strandhaus in Malibu.
Die beiden verstehen sich gut, und der Vater hat eine Idee: Pete soll ein Buch schreiben. Einfach erzählen, was er erlebt und was er darüber denkt. Während der Vater an einem Kochbuch arbeitet.
Also fängt Pete an.

Heraus kam “Tja, Papa”. William Saroyan (1908 – 1981) hat dieses Buch 1957 herausgebracht. Im dtv ist 2019 eine Neu-Übersetzung von Nikolaus Stingl erschienen.
“Tja, Papa” ist das, was Pete aufschreibt. Seine Gedanken, seine Erlebnisse, seine Erfahrungen, seine Fragen und die Antworten, die er bekommt und versucht, einzuordnen.
Spannend an den 63 kurzen Geschichten – die zwar einerseits für sich stehen, aber eigentlich mehr oder weniger zusammenhängend sind – ist, dass sich die Art, wie Pete schreibt, entwickelt. Anfangs sind die Gedanken des 10-Jährigen relativ schlicht. Aber später kommen immer mehr Gedanken und Einordnungen dazu.
Wenn Pete mit seinem Vater durch die Gegend streift und sich mit ihm über das Leben unterhält, dann kann man schmunzeln, aber sogar ein bisschen was lernen. Der schönste Moment im Buch ist, als Pete und sein Vater bei einem Bäcker sitzen und sich das Bäckerpaar zu ihnen gesellt und erzählen, weshalb sie tun, was sie tun. Für Pete offenbar sehr rührend und erhellend.
Mit Petes Art wie er schreibt und sich entwickelt, so entwickelt sich auch das Buch. Denkt man anfangs, dass das alles noch recht banal ist, liest man spätestens die zweite Hälfte mit Vergnügen. Und auch wenn schon von 1957, dann doch ziemlich zeitlos.

William Saroyan: Tja, Papa
dtv, 191 Seiten
7/10

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RTZapper

11.11. Sessionseröffnung – Alles anders!

Samstag, den 14. November 2020
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MI 11.11.2020 | 10.45 Uhr | WDR

Der WDR hat am Mittwochvormittag live eine Beerdigung übertragen.
Lauter traurige Menschen, die sich auf einem Hoteldach versammelt haben. Sie haben traurige Reden gesprochen. Dass diesmal alles anders sei, und dass bald hoffentlich wieder alles besser werden würde. Sie haben einen Countdown gezählt, und dann schwebten ganz leise ein paar Luftballons in den Himmel über Köln.
Es war zum Heulen.
Es war der Karnevalsauftakt 2020. Der Elfte im Elften um 11.11 Uhr.

Keine Menschenmassen auf dem Alter Markt in Köln. Keine Bühne mit Partymusik. Kein Countdown. Kein Kölle Alaaf. Jedenfalls kein fröhliches. Das Coronavirus sorgte dafür, dass der Sessionsauftakt komplett abgesagt worden ist. Dazu ein Alkoholverbot in Köln und strengste Überwachung, dass sich nicht irgendwo doch noch Menschen zusammenfinden, um rechtswidrig zu schunkeln.

Dennoch gab es um 11.11 Uhr eine kleine Zeremonie, die der WDR live übertrug. “11.11. Sessionseröffnung 2020 – Alles anders!” hieß die Sendung, die aber wirkte wie eine tragische Trauerfeier.
Alle redeten gedämpft, alle waren bedrückt, und es wirkte, als wenn sie beim “Kölle Alaaf” endgültig in Tränen ausbrechen würden.

Es ist ja richtig und wichtig, dass auch der WDR deutlich macht, dass der Straßenkarneval diesmal nicht stattfinden kann. Dass man aber daraus eine dermaßen depressive Veranstaltung macht, das hätte nun wirklich nicht sein müssen. Ein bisschen Humor, ein bisschen beißende Satire, ein bisschen leise Fröhlichkeit hätte man den Menschen daheim trotzdem schenken können.
Das war der traurigste 11.11. aller Zeiten!

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 18. November 2020)

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ORA aktuell

Sexueller Übergriff am Oranienburger Havelufer ausgedacht?

Samstag, den 14. November 2020

Hat sich eine 35-Jährige in Oranienburg eine Vergewaltigung am Havelufer nur ausgedacht? Die Tat soll sich am 2. Juli gegenüber des Schlosses ereignet haben.

Inzwischen aber hat sich der Fall offenbar gedreht. „Im Laufe der Ermittlungen stellten sich immer mehr Zweifel über die Aussagen der Frau ein“, sagte Polizei-Pressesprecherin Dörte Röhrs der Märkischen Allgemeinen. Die Frau habe widersprüchliche Angaben gemacht, Zeugen hätten sich bei der Polizei nicht gemeldet – dabei ist die Gegend relativ belebt.
Nun wird gegen die Frau wegen des Vortäuschens einer Straftat ermittelt – aber auch weiter im Fall der möglichen Vergewaltigung.

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