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MTV EMA 2020

SO 08.11.2020 | 21.00 Uhr | MTV

In Zeiten des Coronavirus ist es auch im Fernsehen stiller geworden. Shows müssen derzeit wieder ohne Publikum auskommen, Lacher und Applaus gibt es, wenn überhaupt, nur vom Band.
Darunter leiden vor allem Shows, die vor sehr großem Publikum stattfinden. Einige Fernsehmacher nehmen die Situation mit Würde, andere … nicht.

Am Sonntagabend sind die Europe Music Awards von MTV vergeben worden, und rein technisch bildete die, ähm, Show, den absoluten Corona-Fernsehtiefpunkt.
Gesendet wurde aus einem virtuellen Studio in London, und ausgesehen hat das wie in einem sehr billigen Computerspiel. Denn die drei Moderatorinnen standen auf einer animierten Bühne in einem animierten Stadion mit animiertem Publikum. Oder man sollte eher sagen: auf einer einigermaßen animierten Bühne in einem peinlich schlecht animierten Stadion und einem unfassbar mies animierten Publikum, weil teilweise nur schemenhaft angedeutet.
Dazu waren die Stimmen der Moderatorinnen so hallig – weil: Stadion, zwinker, zwinker -, dass ihr Genuschel noch weniger zu verstehen war, als sowieso schon.
Als Gewinner, alle Musikacts wurden vorher aufgezeichnet und eingespielt.
In den frühen 90ern wäre so eine Show vielleicht eine Revolution gewesen, 2020 ist so etwas eher eine technische Bankrotterklärung.

Und die Gewinner der Awards? Da werde ich wohl alt. Belanglos, uninteressant, öde. Als bester deutscher Act (übrigens auch nur in Deutschland ausgestrahlt) wurde immerhin Fynn Kliemann gewählt. Der einzige wirkliche Lichtblick in dieser trostlosen Show.

-> Videos der Show auf der MTV-EMA-Seite

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