Tagesarchiv für 12. November 2020

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Morgens gibt’s Hackepeter-Brötchen

Donnerstag, den 12. November 2020
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Jörg Schönborn betreibt im Eichstädter Gewerbegebiet eine Kantine mit altdeutscher Küche

MAZ Oranienburg, 12.11.2020

Eichstädt.
Donnerstag ist Schnitzeltag. „Da ist hier am meisten los“, sagt Jörg Schönborn. In dieser Woche steht das Hamburger Schnitzel mit Spiegelei auf dem Plan, dazu Mischgemüse und Salzkartoffeln. Seit fast neun Jahren gibt es nun schon „Jörgs Kantine“ im Eichstädter Gewerbegebiet, und der 52-Jährige ist bekannt für seine altdeutsche Küche.
Jeden Tag stehen zwei Tagesgerichte auf der Karte. Montags gibt es Eintopf, dienstags Hähnchen, mittwochs Nudeln, donnerstags Schnitzel, freitags Fisch – allerdings jeden Tag auch zusätzlich ein weiteres Gericht. So gab es am Montag neben dem Linseneintopf auch eine Boulette mit Porreegemüse und Salzkartoffeln. „Die Idee war immer gewesen, dass man für einen schmalen Taler vernünftig essen kann – und keine Tiefkühlkost“, sagt der Veltener.

Jörg Schönborn ist gelernter Koch, seinen Beruf lernte er noch zu DDR-Zeiten bei der Handelsorganisation (HO). Nach der zweijährigen Lehre arbeitete er im Oranienburger Gesellschaftshaus, im Melniker Hof, im Hubertus und im Briesekrug. „Aber nach der Wende wollte keiner mehr Köche.“ Er sattelte um auf den Malerberuf. Als er dann aber vor zehn Jahren von einem Freund angesprochen wurde, dass in Eichstädt eine Kantine frei sei, „habe ich es probiert“, erzählt er. Ein gutes Jahr betrieb er eine kleine Kantine an anderer Stelle im Gewerbegebiet, bevor er an seinen heutigen Standort wechselte. „Ich habe meine Kunden mitgenommen“, sagt er und schmunzelt.

Sein Tag beginnt morgens um 4.45 Uhr. Bei Bäcker Hübsch in Velten holt er die Brötchen. Die werden geschmiert und Kaffee wird auch gekocht. „Die meisten nehmen das Frühstück mit“, sagt Jörg Schönborn. Die Klassiker: Bockwurst und Hackepeter-Brötchen. „Die Leute wollen was Handfestes.“ Frühstück gibt es bis halb elf. „Die Brötchen sind da aber meistens schon alle.“ Gekocht wird zwischendurch. „Ich koche jeden Tag frisch“, so der Kantinenchef. Wer keines der Tagesgerichte möchte, bekommt auch Currywurst, Pommes, Kartoffelsalat, einen „Strammen Max“, Leberkäse und mehr. „Alle 14 Tage mache ich Burger, der kommt auch immer gut an.“ Auch außerhalb der Pandemie: „Wir liefern auch aus“, sagt Jörg Schönborn. „Vor allem für unsere Rentner im Ort.“ Aber auch die Gemeindeverwaltung gehört zu seinen Kunden, ebenso wie viele der Betriebe im Eichstädter Gewerbegebiet.

Die Kantine in der Gewerbestraße 5 ist montags bis freitags ab 7.30 Uhr geöffnet – zumindest offiziell, denn auch um 6 Uhr können Kunden schon kommen, um belegte Brötchen und Kaffee zu holen. Mittagessen gibt es ab 11.30 Uhr, um 14.30 Uhr wird die Kantine geschlossen. „Ich arbeite zwölf bis 14 Stunden am Tag“, sagt Jörg Schönborn. „Man muss das schon wollen.“ Aber es macht ihm Spaß. „Sonst würde ich es ja nicht machen.“ Er freut sich, wenn die Kunden alles aufessen und rufen: „Jockel, hat gut geschmeckt!“

Die Pandemie macht aber auch „Jörgs Kantine“ zu schaffen. „Viele Firmen sind in Kurzarbeit.“ So kommen momentan zu ihm gut die Hälfte Kunden weniger. „Ich hoffe, das wird wieder besser“, sagt er.

Kontakt zu „Jörgs Kantine“ und Bestellungen sind möglich unter 0152/09 88 98 66.

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ORA aktuell

Coronavirus: Karnevalsauftakt 2020 in Oranienburg nur in kleinem Rahmen

Donnerstag, den 12. November 2020
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Karnevalsauftakt in Oranienburg: Wie immer übernahmen die Lehnitzer Narren am 11.11. symbolisch den Rathausschlüssel vom Bürgermeister. Am Mittwochvormittag fiel diese Veranstaltung wegen des Coronavirus aber nur sehr klein aus.
Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) übergab den Rathausschlüssel an Karnevalspräsident Lutz Grundmann. „Corona hat uns leider einen dicken Riegel vor die Saison geschoben“, sagte er zur Märkischen Allgemeinen.

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RTZapper

MTV EMA 2020

Donnerstag, den 12. November 2020
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SO 08.11.2020 | 21.00 Uhr | MTV

In Zeiten des Coronavirus ist es auch im Fernsehen stiller geworden. Shows müssen derzeit wieder ohne Publikum auskommen, Lacher und Applaus gibt es, wenn überhaupt, nur vom Band.
Darunter leiden vor allem Shows, die vor sehr großem Publikum stattfinden. Einige Fernsehmacher nehmen die Situation mit Würde, andere … nicht.

Am Sonntagabend sind die Europe Music Awards von MTV vergeben worden, und rein technisch bildete die, ähm, Show, den absoluten Corona-Fernsehtiefpunkt.
Gesendet wurde aus einem virtuellen Studio in London, und ausgesehen hat das wie in einem sehr billigen Computerspiel. Denn die drei Moderatorinnen standen auf einer animierten Bühne in einem animierten Stadion mit animiertem Publikum. Oder man sollte eher sagen: auf einer einigermaßen animierten Bühne in einem peinlich schlecht animierten Stadion und einem unfassbar mies animierten Publikum, weil teilweise nur schemenhaft angedeutet.
Dazu waren die Stimmen der Moderatorinnen so hallig – weil: Stadion, zwinker, zwinker -, dass ihr Genuschel noch weniger zu verstehen war, als sowieso schon.
Als Gewinner, alle Musikacts wurden vorher aufgezeichnet und eingespielt.
In den frühen 90ern wäre so eine Show vielleicht eine Revolution gewesen, 2020 ist so etwas eher eine technische Bankrotterklärung.

Und die Gewinner der Awards? Da werde ich wohl alt. Belanglos, uninteressant, öde. Als bester deutscher Act (übrigens auch nur in Deutschland ausgestrahlt) wurde immerhin Fynn Kliemann gewählt. Der einzige wirkliche Lichtblick in dieser trostlosen Show.

-> Videos der Show auf der MTV-EMA-Seite

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