Tagesarchiv für 8. November 2020

RTelenovela

Blitz und Schock

Sonntag, den 8. November 2020
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Fest installierte Blitzer sorgen bei den meisten Autofahrern dafür, dass langsamer gefahren wird. Seit einiger Zeit stehen Blitzer auf beiden Richtungsfahrbahnen der A111 kurz hinter der Berliner Stadtgrenze in Heiligensee. Bei den Einheimischen ist der Blitzer bekannt, auch bei denen, die Blitzer-Apps verwenden.
Das führt dann schon mal dazu, dass Autos selbst auf der Überholspur abbremsen – gerne mal auf Tempo 55. Tempo 60 ist erlaubt, und es scheint Leute zu geben, es blitzt schon, wenn sie Tempo 58 fahren. Also bremsen sie ab und tuckern am Blitzer vorbei.

Und dann gibt es die, die sich dann doch blitzen lassen. Im Dunkeln gibt das einen wirklich hellen Lichtblitz. Am Freitagabend ist direkt vor mir jemand geblitzt worden. Er fuhr auf der Überholspur, hatte mehr als Tempo 70 auf der Uhr. Erschrocken bremste die Person am Steuer ab – und fuhr plötzlich auf der Überholspur nur noch Tempo 52. Und fuhr auch nicht mehr schneller, als der Blitzer längst hinter uns lag.
Das muss der Blitzerschock gewesen sein. Eine kleine Lichthupe meinerseits hat den Schock beendet, das Auto vor mir scherte auf die rechte Spur über.

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KeineWochenShow

#201 – Trump! You’re fired!

Sonntag, den 8. November 2020
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Wieder eine Premiere. Erstmals senden wir in KeineWochenShow #201 aus unserem Außenstudio unterm Carport mit Scheinwerferunterstützung. Und einem von uns war ziemlich kalt, was aber natürlich an der falschen Klamottenwahl liegt.

Es gibt viel zu besprechen, lauter große Themen. Es geht um die US-Wahl 2020 und darum, ob Joe Biden oder Donald Trump Präsident bleibt oder wird. Die Sendung wurde am Donnerstag aufgezeichnet, und deshalb wussten wir auch nicht, dass es am Sonnabend ein Ergebnis geben wird.
Natürlich geht es auch um das Coronavirus und um den “Lockdown light”, der auch die Gaststätten trifft. Dazu gibt es ein Interview mit Astrid Welz-Krienke, der Chefin der Gaststätte “Sonnenburg” in Oranienburg. Sie erzählt, welche Auswirkungen die Krise auf ihr Lokal hat.
Wir reden auch über die Eröffnung des (nicht mehr ganz so) neuen Flughafens BER in Schönefeld – außerdem verabschieden wir uns mit einem kleinen Film vom Flughafen Berlin-Tegel – #DankeTXL!

Nicht mehr reingepasst in die Sendung hat unser Gespräch über den Anschlag in Wien – darüber sprechen wir im Teaser. Und alles andere und mehr in KeineWochenShow #201 auf Youtube.

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RTelenovela

#DankeTXL!

Sonntag, den 8. November 2020
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Meinen wohl aufregendsten Flug von Berlin-Tegel aus habe ich sicherlich im März 2011 unternommen – damals ging es direkt nach New York. Es ging aber auch nach Zweibrücken, nach Wien, nach Salzburg, nach Frankfurt/Main – und sicherlich gab es noch viele andere Flüge.
Der Flughafen Tegel war von Oranienburg aus mit dem Auto in nicht ganz 25 Minuten zu erreichen – unschlagbar. Da war es auch zu verschmerzen, dass kein Zug hinfuhr. Wer aus dem Auto stieg, war auch gleich am Gate. Und das Flugzeug stand meist gleich dahinter.
Aber wir haben jetzt den BER in Schönefeld, und Tegel hat ausgedient. Am Sonntagnachmittag hebt dort die letzte Maschine ab.

Am Freitag war es für uns Zeit, Abschied zu nehmen. Wir hatten uns noch rechtzeitig für die Besucherterrasse angemeldet, dort kam man in den letzten Tagen nur noch mit einer Onlinebuchung hin.
Die erste Überraschung gab es gleich am Parkplatz. Die sind extrem teuer, 12 Euro pro Stunde, und eigentlich hatte ich überlegt, irgendwo anders zu parken, um Kosten zu sparen und dann die letzten Meter mit dem Bus dorthin zu fahren. Aber die Faulheit hat gesiegt, und an der Schranke zum Parkplatz stellte ich fest: Sie war offen. In den letzten Tagen war das Parken kostenlos.
Ziemlich viele Leute waren auf dem Gelände unterwegs, und als ich ins Flughafengebäude reinlief, standen überall Leute, die Fotos machten. Sich oder den Flughafen fotografierten.
Überall gab es Plakate mit Abschiedssprüchen und dem Hashtag #DankeTXL.

Auf die Besucherterrasse kommt man nach einer Kontrolle, als wenn man in den Flieger steigt. Einmal durch die Schleuse. Oben angekommen stellte ich fest: Ich war dort noch nie, und ich wusste nicht mal, dass es so was gibt. Auf der Terrasse hatten man einen Blick über das komplette Gelände, man kann einmal rundrum laufen.
Am Freitag war der Andrang noch nicht sehr groß – im Gegensatz zum letzten regulären Tag am Sonnabend. Wir sahen eine Maschine wegfliegen, eine andere landete, die Feuerwehr bereitete sich schon auf die Abschiedsfontäne für die letzte Maschine aus Luxemburg vor.
Ansonsten herrschte schon viel Leere. Die kleinen Kofferfahrzeuge werden dort in der Vielzahl nicht mehr gebracht, sie standen alle auf einem Fleck. In der Ferne leuchteten die Lichter Berlins.
Da war viel Wehmut bei.

In der Flughafenhalle herrschte schon ziemliche Stille. Um kurz vor 21 Uhr war kaum noch was los, die letzten wenigen Flüge standen an den Anzeigetafeln.
Verloren gehen konnte man in Tegel übrigens nicht. Wer immer geradeaus dem Weg folgte, kam irgendwann wieder beim Startpunkt an, das Terminal ist ein Sechseck, das am immer wieder zu Fuß ablaufen konnte. Sicherlich, Tegel war in die Jahre gekommen, und Tegel war an den Kapazitätsgrenzen – aber dennoch war das Bauwerk genial. Das Konzept der kurzen Wege hat sehr gut funktioniert.

Die Zeit des Flughafens Berlin-Tegel endet, und ich bin gespannt, wie sich der BER machen wird – und was auf dem alten Flughafengelände ab 2021 alles passieren wird.

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RTZapper

Die Nacht der Entscheidung

Sonntag, den 8. November 2020
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DI 03.11.2020 | 0.15 Uhr (Mi.) | ZDF

Der Titel der Sendung war eine Lüge. Aber das konnte ja vorher keiner ahnen. Denn “Die Nacht der Entscheidung” brachte keine Entscheidung.
Die meisten großen Sender waren in der Nacht zu Mittwoch live dabei, als in den USA die Stimmen gezählt wurden. Bei der Wahl um den Posten des Präsidenten der Vereinigten Staaten traten für die Republikaner Donald Trump und für die Demokraten Joe Biden an.

Problem für die Sender schon im Vorfeld: Eigentlich passiert vor 4 Uhr nicht wirklich was Aufregendes. Es schließen die ersten Wahllokale, es treffen die ersten Ergebnisse ein. Aber dennoch will man schon um Mitternacht dabei sein, im Ersten sogar schon vorher, der Nachrichtensender Welt war schon ab dem frühen Abend dabei, RTL begann die Vorberichterstattung bereits zur Primetime, bei Bild legten sie auch schon am frühen Abend mit ihrer Sondersendung los.
Es musste also seeehr viel Zeit mit seeehr viel heißer Luft gefüllt werden. Beim ZDF löste sich eine Gesprächsrunde nach der nächsten ab. Mit zunehmend vor Müdigkeit eingefallenem Gesicht talkte sich Bettina Schausten stundenlang einen Wahlwolf. Erstaunlich, wie sie über sieben Stunden ihre Konzentration halten konnte.

Im Ersten dagegen mühte sich Jörg Schönenborn, der Herr der Statistiken, mit seinem Jackettärmel ab. Immer wenn er am Touchscreen herumhantierte und irgendwelche Balkendiagramme zeigen wollte, ploppte immer wieder (und wirklich immer und immer wieder) Texas auf. Wenn Schönenborn Zahlen aus Kalifornien zeigen wollte, ploppte Texas auf. Wenn er Arizona zeigen wollte, ploppte auch Texas auf – im Laufe der Nacht ein Running Gag.
Damit die Zuschauer beim ZDF nicht wegdämmern, hat man dem dortigen Zahlenmann Christian Sievers wieder ein akustisches Signal gegeben, mit denen er neue Ergebnisse ankündigen konnte – einen Gong. Und selbst wenn Bettina Schausten meinte, es würde auch ohne Gong gehen, ließ es sich Sievers nicht nehmen, trotzdem zu gongen. Irgendwie muss man sich ja bei Laune halten.

Bei Bild haben sie sich übrigens was ganz besonderes ausgedacht: Gesendet wurde aus dem Oval Office – als würde man annehmen, dass am Ende der Wahlsieger persönlich vorbeischauen würde. Bild-Chef Julian Reichelt hätte das sicher gefallen. Nur die Stühle, auf denen Moderatoren und Gäste sitzen mussten, wirkten doch arg ungemütlich und wie aus einem Museum entnommen.
Aber immerhin einfallsreicher als Das Erste, das aus einem kargen, blauen Studio sendete, wo sie ein paar Kulissen und den Texas-liebenden Touchscreen reingeschoben haben. Lahm und billig, für Das Erste reichlich enttäuschend.

Nach 6 Uhr war klar, dass nichts klar ist. Ob Trump oder Biden gewinnt, ist nicht in dieser Nacht entschieden worden. Kurz bevor Trump seine “Ich habe trotzdem gewonnen”-Rede gehalten hat, konnte Bild-Chef Julian Reichelt ein Gähnen nicht mehr unterdrücken.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 4. November 2021)
-> Die Wahlsendung des Ersten in der ARD-Mediathek
-> Die Bild-Wahlsendung auf Youtube

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