Tagesarchiv für 5. November 2020

RT im Kino

Futur drei

Donnerstag, den 5. November 2020

Nach einem Ladendiebstahl muss Parvis (Benjamin Radjaipour) in einem Wohnheim für Flüchtlinge 120 Stunden lang als Übersetzer arbeiten. Es ist ein deprimierender Job: Denn mitunter soll er übersetzen, was er gar nicht übersetzen kann. Er übernimmt aber auch andere Aufgaben im Heim. Dabei trifft er auch auf den iranischen Flüchtling Amon (Eidin Jalali) und seine Schwester Banafshe (Banafshe Hourmazdi). Sie freunden sich an, und Banafshe merkt sehr bald, dass Parvis ihren Bruder nicht nur mag – und sie hilft ein bisschen nach.
Parvis lebt mit seinen Eltern in Hildesheim. Die waren vor vielen Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen, um ein besseres Leben zu führen. Es war nie einfach, und nun haben sie einen Supermarkt. So richtig angekommen sind sie in Hildesheim nie. Dass ihr Sohn schwul ist, akzeptieren sie. Dass er wenig mit ihnen spricht, das sorgt für Frust – haben sie doch alles so aufgebaut, damit es Parvis gut gehe.
Der genießt sein Leben, geht in Clubs, hat Bekanntschaften – und nun den Zwangsjob in Heim. Als Banafshe abgeschoben werden soll, muss aber auch Parvis Entscheidungen treffen.

“Futur drei” heißt der Film von Faraz Shariat, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Parvis erlebt darin eine Reise zu seinen Wurzeln, zu sich selbst. Der junge Mann lebt vor sich hin, hat Spaß in seinem Leben, aber auch kein richtiges Ziel. Durch die Bekanntschaft im Heim muss er sich einerseits mit ganz anderen Biografien befassen, aber auch mit seiner eigenen Herkunft, die plötzlich wichtig ist. Er ist in Hildesheim geboren, aber dennoch hat er iranische Wurzeln, und die entdeckt er mehr und mehr – und auch seine Familie, für die er bislang wenig Verständnis hatte.
Zu sehen, wie schon lange in Deutschland lebende Iraner denken und fühlen, ist spannend. Gemeinsam mit Parvis lernt auch der Zuschauer einiges. Aber Parvis ist eine neue Generation, die in Deutschland geboren ist, und seine Zerrissenheit und sein Erleben, ob und wie er hier integriert ist, können wir mitverfolgen. Und, ja, um Liebe geht es natürlich auch.

-> Trailer auf Youtube

Futur drei
D 2019, Regie: Faraz Shariat
Salzgeber, 92 Minuten, ab 16
8/10

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RTZapper

ZiB spezial: Anschlag in der Wiener Innenstadt

Donnerstag, den 5. November 2020
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MO 02.11.2020 | 21.25 Uhr | ORF2

Ausnahmezustand. Im Zentrum von Wien wird geschossen, und es spielen sich dramatische Szenen ab. Menschen rennen durch die Straßen, um Schutz zu finden. Wien wird von einem Anschlag erschüttert, und am Montagabend ist allerdings noch nicht klar, ob es ein oder mehrere Täter sind, ob es ein Amoklauf oder ein Anschlag ist.

Um 21 Uhr geht der ORF-Anchorman Armin Wolf mit einer kurzen Breaking News auf Sendung. Dafür muss ein Film unterbrochen werden, ausgerechnet ein Film aus der Reihe “Wiener Blut”. Nur, dass es nun plötzlich echtes Blut in Wien ist. Der Film wird gegen 21.25 Uhr endgültig abgebrochen, auf ORF2 beginnt das “ZiB Spezial” – und wird mehr als fünf Stunden dauern.

Konzentriert und ruhig führt Armin Wolf die Zuschauer durch diesen für Wien und Österreich so schrecklichen Abend. Gleichzeitig beim Nachrichtensender oe24.TV. Gezeigt werden Amateurvideos aus Wien. In einem sieht man, wie jemand erschossen wird. Wiener Blut in der Dauerschleife, brutal und skrupellos – nicht nur im Video, sondern auch beim Sender, der so etwas über den Sender schickt. Dass die Polizei in Wien dringend darum bittet, keine solcher Videos zu verbreiten, wird ignoriert. Für Aufmerksamkeit und Quote.

Auf ORF2 sprechen in der Zwischenzeit der Innenminister, ein Sprecher der Polizei, der Bürgermeister – man geht den Dingen nach und nach auf den Grund.
Nur einmal entsteht eine merkwürdige Situation. Während im Hintergrund erzählt wird, fängt eine Kamera die Situation in Wien ein – ob es Live-Bilder sind, ist unklar. Auf einmal schwenkt die Kamera zu einem stoppenden Auto. Es nähern sich schwerbewaffnete Polizisten. Die Autoinsassen halten die Hände aus dem Seitenfenster. Es ist gespenstisch. Wird gleich geschossen? Was passiert da? Es wird ins Studio zurückgegeben, und niemand sagt etwas zu dem, was wir da gerade gesehen haben. Als ob es nicht passiert sei.
Glücklicherweise der einzige Aussetzer im “ZiB spezial” des ORF.

-> Die Sendung in der ORF-TVthek (bis 8. November 2020)

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ORA aktuell

Coronavirus: Oranienburger Weihnachtsmarkt am Turm verschoben

Donnerstag, den 5. November 2020
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Der Weihnachtsmarkt an der Oranienburger Turm-Erlebniscity ist verschoben worden. Er sollte vom 26. bis 29. November stattfinden. Wegen der neuen, wieder strengeren Regeln zur Eindämmung des Coronavirus musste der Termin abgesagt werden.
Der Markt war in die Diskussion geraten, weil der eigentliche, städtische Weihnachtsmarkt am Schloss schon vorher abgesagt worden war. Hier handelt es sich um einen privaten Betreiber.

Veranstalter Nico Reese hofft, dass er den Markt rund um das dritte Adventswochenende durchführen kann, wie er der Märkischen Allgemeinen sagte.

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