Tagesarchiv für 16. Oktober 2020

RT liest

Jan Böhmermann: Gefolgt von niemandem, dem du folgst – Twitter-Tagebuch 2009-2020

Freitag, den 16. Oktober 2020
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Jan Böhmermann hat auf Twitter 2,2 Millionen Accounts, die ihm folgen. Wenn er etwas twittert, dann sehen es viele Menschen. Und es kommentieren viele Menschen.
“Hunger!”
So fing es an, am 16. Januar 2009 um 19.34 Uhr. Jan Böhmermanns erster Tweet bei Twitter. Nach zehn Tagen hatte er genau zehn Follwer. Nach zehn Jahren waren es mehr als zwei Millionen.
Der Satiriker und Moderator hat seine Tweets gute elf Jahre gesammelt. Tweets, Antworten, Diskussionen, Live-Ticker. Eine Auswahl hat er nun in einem Buch zusammengefasst: “Gefolgt von niemandem, dem du folgst”, heißt es. Ein Satz, der auf ihn wohl kaum zutrifft.

Nun könnte man meinen, dass es nicht wirklich interessant ist, irgendwelche alten Twitter-Tweets zu lesen. Ist es aber. Denn diese Sammlung ist mehr als das bloße Nachlesen von alten Gedankenströmen.
Als Böhmermann 2009 anfing zu twittern, da schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Ein paar Scherze, Klamauk, harmlose Antworten. Rund um 2015 folgte dann der Wetterwechsel. Als in Deutschland die Flüchtlingsfrage diskutiert wurde, wurde auch der Ton im Netz rauer. Immer öfter gab es Beleidigungen, abschätzige Antworten, und wirkliche Diskussionen scheint kaum noch gewollt.
“Ab 100.000 Follower kommen die Arschlöcher”, schrieb er in einem Tweet am 30. September 2014.
Verlagserbe Konstantin Neven DuMont beschimpft ihn als Systemprofiteur. Ulf Poschardt, “Welt”-Chefredakteur nennt ihn #GEZclown, nachdem Böhmermann gefragt hat, wie genau das “kaum noch verhohlene, gewerbsmäßige Antriggern von Trollen, Wutbürgern und Dödeln durch die Onlineredaktionen von “Welt”, “N24” und “Focus” eigentlich Kohle bringe. Eine Frage, die berechtigt ist.
Im Buch geht es aber auch um diverse Anschläge, um die Verhaftung von Deniz Yücel, um Böhmermanns Erdogan-Zoff, um Wahlen, Umweltsäue und vieles mehr. Und natürlich um Shitstorms. Davon hat Böhmermann ja einige mitgenommen.
Dieses Twitter-Buch ist eine spannende Zeitreise. Allerdings auch eine, die mitunter deprimiert, verwundert und ärgert.

Jan Böhmermann: Gefolgt von niemandem, dem du folgst – Twitter-Tagebuch 2009-2020
Kiepenheuer & Witsch, 464 Seiten
8/10

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RTelenovela

Kaputte Hände in Zeiten des Coronavirus

Freitag, den 16. Oktober 2020
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Wenn man draußen unterwegs ist und einen Supermarkt betritt oder eine andere öffentliche Einrichtung besucht, dann kann man sich am Eingang oft die Hände desinfizieren.

Ein Kollege meinte neulich, dass er massive Probleme mit den Händen habe. Rote Stellen, regelrechte Hautbläschen, Haut die sich ablöst. Das läge, meinte er, an dem Desinfektionszeug, das er mehrmals benutzt habe. Es sei besonders aggressiv, und er habe sehr lange Probleme damit gehabt.

In den vergangenen Tagen fällt mir auf, dass ich auch solche rötlichen Stellen an den Händen habe. Haut löst sich ab, teilweise sind die Stellen sogar leicht entzündet. Ich wusste lange nicht, woher das kommt. Da fielen mir die Worte des Kollegen ein – und dass ich am Sonntag in Berlin in einem Museum war, wo ich mir mehrfach die Hände mit Desinfektionsmittel eingerieben habe.
Man sollte sich wahrscheinlich wieder (oder eher immer weiter) darauf besinnen, einfach öfter die Hände zu waschen. Mit Wasser und Seife. Da gehen auch die Hände nicht kaputt.

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RTZapper

Unter Grizzlys

Freitag, den 16. Oktober 2020
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MI 14.10.2020 | 18.30 Uhr | phoenix

Das Leben der Grizzlys aus nächster Nähe. Kameras haben beobachtet, wie die Bären leben, wie sie sich verhalten. Wie sie mit der Natur und auch miteinander umgehen.

Sehr spannend.
Wobei ich, ehrlich gesagt, gar nicht so wirklich auf die Grizzy-Doku geachtet habe. Sie lief am Mittwochabend bei phoenix. Und während die Bären durchs Bild liefen, war auf der linken Seite das Bild eines leeren Raumes zu sehen. Daneben stand der Hinweis: In Kürze live – phoenix wartete darauf, dass die Pressekonferenz mit Angela Merkel nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten begann. Und ich wartete auch darauf.

In dem kleinen Bild liefen ab und zu Leute durchs Bild. Mal setzte sich jemand auf die Journalistenstühle, mal stand wieder jemand auf. Packend. Was die Grizzlys in der Zeit im Hauptbild gemacht hat, habe ich leider nicht mehr so genau mitbekommen.
Aber auch um 19.15 Uhr, als die Grizzly-Doku änderte, tat sich in Berlin noch nichts. Somit gab es auf phoenix auch noch den 2. Teil der Grizzly-Doku. Und die Tagesschau. Und eine Doku über Che Guevara. Und eine Doku über Mahatma Gandhi. Und ein Bericht über das Althai-Gebirge.

Es dauerte bis 22.15 Uhr, bis dann auch auf der linken Bildschirmseite mal was passierte. Merkel und Co. waren sich früher nicht einig geworden, und deshalb hatte sich die Pressekonferenz so wahnsinnig verzögert.
Aber nein, ich habe dann noch nicht vier Stunden irgendwelche phoenix-Dokus geschaut, nur um zu sehen, wann endlich die Coronanews kommen. Aber dennoch ist es ein Stilmittel, das dafür sorgt, dass man immer wieder zu phoenix schaltet, um zu schauen, wie der Stand der Dinge ist. Und wenn die Leute bei phoenix Glück haben, bleibt vielleicht der eine oder andere länger hängen, auch wenn die PK auf sich warten lässt.

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