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Offener Parmesan in Zeiten des Coronavirus

Zu meinen Nudeln mit Lachs im Restaurant im niedersächsischen Bissendorf hätte ich gern Parmesan, und ich frage den Keller, ob ich welches haben kann. Zwei Minuten später taucht er hinter mir auf. Er steht links von mir, beugt sich mit Schüssel und Löffel runter, kommt mir dabei unangenehm nah – auch wenn er eine Art Plastikhaube vor seinem Gesicht hat -, und beginnt, den Parmesan auf meinen Teller zu schaufeln. Einen Löffel, zwei, drei, vier, und er nuschelt etwas, was ich nicht verstehe. Denn eigentlich will ich nur, dass er aufhört zu schaufeln und die doofe Schüssel auf den Tisch stellt. Und das sage ich dann auch.

Aber er verneint. Er dürfe die Schüssel nicht auf den Tisch stellen, weil das gegen die Coronavirus-Schutzregeln wäre. Er müsse den Parmesan-Rest wieder mitnehmen.
Da bin ich kurz platt. Denn immerhin darf er mir ja auch ein offenes Glas Cola bringen. Und wie Weinschorle bei uns auf dem Tisch hat er auch gebracht. Insofern ist das unlogisch. Zumal der gute Mann ja auch einfach Handschuhe tragen könnte und mir mit diesen die Schüssel hinstellen könnte. Aber das wäre vielleicht zu einfach.

Zumal man sich ja auch ansonsten um andere Regeln auch nicht schert. Zwar müssen Masken getragen werden, wenn man ins Lokal kommt. Aber eine Namensliste wird nicht geführt.
Anderthalb Stunden vorher haben wir einen kleinen Cappucchino-Zwischenstopp in einem Lokal in Mellendorf eingelegt, gerade mal 15 Minuten waren wir da, und was als erstes auf dem Tisch lag, war der Zettel, auf dem wir unseren Namen eintragen mussten.
Aber Hauptsache, ich darf die Parmesan-Schüssel nicht anfassen, aber am Cola-Glas nippen, das der Kellner in den Fingern hatte.

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