Tagesarchiv für 13. August 2020

RT im Kino

Queen & Slim

Donnerstag, den 13. August 2020

Ein Tinder-Date. Normalerweise weiß man ja, wie das funktioniert. Mann und Frau verabreden sich. Treffen sich. Finden sich hoffentlich gut. Sie essen zusammen, und dann, wenn es funkt…
Queen (Jodie Turner-Smith) und Slim (Daniel Kaluuya) haben auch ein Tinder-Date. Sie essen in einem Diner – wollen noch, na ja, mal sehen. Doch es kommt anders. Die beiden geraten in eine Polizeikontrolle. Ein Cop hält sie an, weil Slim wohl einmal nicht geblinkt hat. Der Cop ist skeptisch: Zwei Schwarze, und sind vielleicht Drogen im Spiel? Die Kontrolle schaukelt sich auf, die Stimmung kippt, und irgendwann wird eine Waffe gezogen.
In Notwehr wird der Cop erschossen, und Queen und Slim sind nun auf der Flucht.
Eigentlich kennen sie sich ja kaum, aber nun müssen sie zusammenhalten. Und überraschenderweise bekommen sie im ganzen Land immer wieder Unterstützung von Fremden. Sie werden das Symbol zur Bekämpfung von willkürlicher Polizeigewalt.

“Queen & Slim” hat beim Kinostart Anfang Januar 2020 vorweg genommen, was später in den USA in der Black-Lifes-Matter-Bewegung zu erleben war. Zu sehen, wie auch in diesem Film, ein Cop seine Machtkarte ausspielen will und unter fadenscheinigen Gründen die beiden Schwarzen schikanieren will, ist geradezu beklemmend.
Es sind Momente wie diesen, die diesen Film so interessant und spannend machen. Immer wieder treffen sie im Laufe der Zeit auf Menschen, die sie unterstützen. Dennoch steuert dieses Road-Movie der anderen Art auf einen Showdown zu, der sich gewaschen hat. Und das alles immer in tollen, emotionalen Bildern.

-> Trailer auf Youtube

Queen & Slim
USA 2019, Regie: Melina Matsoukas
Universal, 132 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 250

RT liest

Regina Scheer: Machandel

Donnerstag, den 13. August 2020

Machandel ist ein Dorf in Mecklenburg. Im Sommer 1985 kommen Clara und ihre Familie erstmals aus Ost-Berlin dorthin. Eigentlich hat Clara keine Beziehung zum Ort, aber uneigentlich liegen die familiären Wurzeln dort. Und uneigentlich ist Machandel mit Emotionen verbunden.
Claras Bruder Jan war 14 Jahre vor ihr im Schloss des Dorfes geboren worden. Jan lebte bei der Oma in Machandel, entstand sich aber später, die DDR zu verlassen.
Schon im ersten Sommer weiß Clara, dass sie diesen Ort liebt.

Mit dem Roman “Machandel” legt die Autorin Regina Scheer einerseits ihr Debüt vor. Andererseits wird davon gesprochen, dass es sich um einen großen Familienroman über die DDR handelt. Denn der Roman besteht aus lauter Kapiteln, die Clara und andere Teile der Familie in Ich-Form erzählen. So wird der Bogen gespannt vom Zweiten Weltkrieg, zum Beginn der DDR, über die Zeit des Kalten Krieges bis zum zur Wende.
Nur eines ist der Roman leider gar nicht: spannend.
“Machandel” wirkt leider wie eine Zusammenstellung von persönlichen Erlebnissen, die leider meistens alles andere als fesselnd erzählt sind. Die Erzählweise ist nüchtern und annahbar. Die Figuren kommen einem nicht nah. Der Autorin gelingt es kaum, irgendwelche Emotionen zu übertragen.
Schade, es ist absolut nicht das, was die PR-Anmerkungen auf dem Cover und dem Buchrücken versprechen.

Regina Scheer: Machandel
Penguin Verlag, 479 Seiten
1/10

Hits: 181

RTZapper

RTL Fußball – Europa League: Mailand – Leverkusen

Donnerstag, den 13. August 2020
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MO 10.08.2020 | 20.30 Uhr | RTL

Eigentlich haben wir uns an die Stille im Fußballstadion schon gewöhnt. Umso merkwürdiger war das Spektakel, das am Montagabend RTL seinen Zuschauern bot. Bei der Übertragung des Europa-League-Viertelfinalspiels zwischen Mailand und Leverkusen waren Fangesänge zu hören – und auch nicht abzustellen.
Und nicht nur, dass man den Zuschauern diese Fake-Geräusche präsentieren musste – es waren mitunter wohl auch noch die falschen.

Wie Zuschauer monierten, sollen zeitweise Fangesänge für den 1. FC Köln zu hören gewesen sein. Was natürlich blöd ist, wenn man der Übertragung eines Leverkusen-Spiels folgt.
RTL weist die Schuld von sich, schließlich würden sie das Signal ja von der UEFA bekommen.
Die UEFA weist die Schuld von sich, schließlich sei ja Sky für dieses künstliche Tonsignal verantwortlich.
Sky weist die Schild von sich, angeblich habe es die falschen Gesänge nicht gegeben.
Und angeblich fanden es die RTL-Zuschauer aber grundsätzlich dufte, dass die Fake-Sounds zu hören waren, obwohl ja die ganze Zeit ein ziemlich leeres Stadion zu sehen war.

Leverkusen ist übrigens ausgeschieden. Was wirklich sehr schade ist, wo doch RTL für die nächste Übertragung schon die schönsten Fangesänge aus Düsseldorf zusammengestellt hat. Wäre auch bestimmt keinem aufgefallen.

Hits: 150