Tagesarchiv für 5. August 2020

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Emmi und Willnowsky im Autokino Mildenberg

Mittwoch, den 5. August 2020
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SO 02.08.2020 | Mildenberg, Autokino Mildenberg

Autokinos sind ja an sich eine schöne Sache. Man sitzt im Auto, schaut einen Film, der Ton kommt aus dem Autoradio.
2020 sind im Autokino aber noch ganz andere Dinge zu erleben. Durch die Coronakrise, und weil größere Kulturevents nicht stattfinden können, gibt es nun auch Konzerte und Comedy-Veranstaltungen im Autokino.
Ich war da immer skeptisch. Schaue ich einen Film, ist es egal, wenn ich den im Auto allein oder zu zweit sehe. Aber will man wirklich gute 100 Euro für zwei Personen ausgeben, um ein Konzert im Auto zu erleben? Da könnte ich ja auch gleich das normale Radio anmachen oder zu Hause ein Konzert ansehen.
Ebenso bei Comedy: Das lebt ja sehr viel von der Stimmung im Publikum. Lachen alle, rasten alle aus, klatschen alle, überträgt sich das auf einen selbst. Aber im Auto?

Am Sonntagabend waren Emmi und Willnowsky im Autokino in Mildenberg. Sie sind Berlins Antwort auf Heidi Klum und Tom Kaulitz, und sie feierten ihre Premiere im Autokino. Nie war war das Comedyduo zuvor an einem solchen Veranstaltungsort aufgetreten.
Nicht nur deshalb war es ein besonderer Abend. Zum ersten Mal gab es in Mildenberg auf der Wiese am Rande des Ziegeleiparks einen Live-Comedy-Abend. Auf der Bühne, wo sich sonst die Filmleinwand befand, standen nun ein Piano, ein Hocker und ein Stuhl. Besonders – auch wenn unausgesprochen – war der Abend aber auch, weil es sich um die letzte Veranstaltung im Mildenberger Autokino handelte. Weil die Besucher ausblieben, hatten sich die Betreiber entschieden, das Experiment zu beenden. Am Sonntagvormittag gab es noch einen Kinderfilm, zum Abschluss dann am Abend die Comedy.
Auch zu dieser Veranstaltung kamen weniger Besucher als erhofft. Etwa 25 Autos standen auf dem Platz. Immerhin durften die Besucher aber auch aus ihren Autos aussteigen, was die meisten auch nutzten. Sie konnten sich Stühle holen, um doch noch eine „richtige“ erste Reihe vor der Bühne zu bilden. Die Mitarbeiter boten auch an, Mückenspray zu verteilen.
Durch diese Lockerungen konnten die Leute dann doch draußen sitzen, und man hörte, wenn sich die anderen amüsierten. Auch wenn es nur wenige Menschen waren.

Emmi und Willnowsky neckten und stritten sich, sie kalauerten und philosophierten und sangen. Und immer kommunizierten sie auch mit dem Publikum. Willnowsky flirtete mit einer Frau in Reihe eins: „Meine Augenfarbe passt zu deiner Bettwäsche.“ Woraufhin die angesprochene Evelin rief: „Dann ist sie grau!“

Auch begrüßte Emmi den im Publikum sitzenden Andreas Dalibor. Den kennen sie gut. Jedes Jahr tritt das Comedyduo mehrere Tage hintereinander in seinem Kremmener Theater „Tiefste Provinz“ auf. Das nächste Mal im Januar 2021 – falls Corona den Veranstaltungen nicht auch einen Strich durch die Rechnung macht. „Dürfen wir?“, fragte Emmi, und Dalibor antwortete: „Vielleicht bin ich dann der einzige Zuschauer.“ In einem Lied bekam Kremmen dann auch noch sein Fett weg: „Kremmen, das Sinnbild der Spießigkeit“, sangen Emmi und Willnowsky in einem Lied.

Später flirtete Emmi noch mit Toni (26) und Nico (25), die an einem Biertisch saßen. „Reich gedeckt, das Büfett“, sagte Emmi, die sich bei den jungen Männern schon mal auf ein Bier einlud. Ihr Mann machte es ihr nach und legte fest, dass er mit Juliane aus Oranienburg nach Hause fahren würde. „Kleine russische Rammelratte“, nannte Emmi ihren Mann später liebevoll, um sich noch zu berichtigen: „Nagetier mit Kanalisationshintergrund.“

Nach nicht ganz 90 Minuten – sehr viel kürzer als sonst – endete die Show, die für das Comedyduo sicherlich außergewöhnlich und angesichts der wenigen Zuschauer nicht ganz einfach war. Aber sie haben das Beste draus gemacht. Offenbar war es auch der erste Auftritt nach ihrer langen Coronapause. „Das war der schönste und besonderste Sonntag in dieser Woche“, hieß es von den beiden am Ende, und Emmi schob noch nach: „Zumindest haben sie den sch… Tatort verpasst.“

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RTelenovela

So zynisch und bitter endet ein Leben

Mittwoch, den 5. August 2020
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“Ob ein Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet ist, ist (…) keine Frage der Bequemlichkeit oder der Kosten. Es ist eine Frage von Leben und Tod.”
Das schrieb mein Journalistenkollege Mathias Puddig am 11. Juli 2018 in einem Zeitungskommentar.
In seinem Beitrag ging es um die meist fehlenden Abbiegeassistenten in Lastkraftwagen. Sie müssten rasch her, forderte er. “Ein Brummifahrer sitzt höher als die meisten Autodächer, sein Wagen ist fast so breit, wie ein Smart lang ist, er muss sechs Seitenspiegel im Blick behalten – und einen toten Winkel gibt es trotzdem noch. Steht dort ein Radfahrer oder auch ein Fußgänger, ist er beim Rechtsabbiegen des Lasters chancenlos – egal, ob er sich an die Straßenverkehrsordnung hält oder nicht.”
Zehn Jahre werde es dauern, bis die Dinger überall eingebaut sein würden. “Bedenkt man, dass fast im Wochentakt ein Radfahrer in Deutschland umkommt, weil ein Lkw-Fahrer ihn nicht gesehen hat, ist das viel zu lang.”

Am 3. August 2020 um 13.15 Uhr erfasst an einer Kreuzung in Berlin-Adlershof ein Lkw einen Radfahrer. Der stirbt noch an der Unfallstelle.
Mathias Puddig wurde nur 35 Jahre alt.

Er begann als Jugendlicher beim Oranienburger Generalanzeiger, machte ein Volontariat bei der Märkischen Oderzeitung, arbeitete zuletzt in der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft, die diverse Zeitungen wie die MOZ mit Beiträgen beliefert. Der Berliner Korrespondent führte erst vor ein paar Tagen ein Interview mit SPD-Chefin Saskia Esken.

Und dann dieser grauenvolle, tragische Tod. Wenn man sich dann noch den zwei Jahre alten Kommentar ins Gedächtnis ruft, dann läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken. So zynisch und bitter endet ein Leben. Viel zu jung.
Mein Beileid gilt den Kollegen, seinem Partner, seiner Familie und seinen Freunden.

-> Kommentar vom 11. Juli 2018
-> Nachruf der Märkischen Oderzeitung

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Inas Nacht

Mittwoch, den 5. August 2020
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SA 01.08.2020 | 23.40 Uhr | Das Erste

Wir haben uns dran gewöhnt, dass beim Fußball alles recht still geworden ist. Wir haben uns dran gewöhnt, dass bei der “heute show” oder bei “extra 3” keiner mehr lacht.
Aber werden wir uns an “Inas Nacht” im völlig leeren Schellfischposten gewöhnen?
Am Sonnabendabend lief die erste Folge der neuen Staffel – und es war ganz anders als sonst und doch ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Ina Müller begrüßte Tim Mälzer. Als er rein kam, gab es keinen Applaus, keinen Jubel. Der Schellfischposten ist leer. Die beiden Tische sind rausgeräumt. Somit war auch die Atmosphäre eine ganz andere. Viel ruhiger, viel gelassener haben sich Tim und Ina unterhalten. Fast schon intim, und manchmal fast schon nachdenklich.
Ein Witz blieb unbelacht, und auch der Chantychor blieb ruhig, kein “Witzig, witzig…”. Auch die Chantys blieben weg. Ihre Musikgäste begrüßte Ina Müller im Fenster sitzend draußen. Die Bands spielten, wo sonst der Chantychor steht.

“Inas Nacht” ist momentan eine völlig andere Sendung. Ein leises Interview, das zwar immer noch Charme hat. Aber das, was die Sendung ausmacht, fehlt ihr momentan völlig.
Ob man sich daran gewöhnen kann?

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 30. Juli 2021)

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ORA aktuell

Sanierung der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule beendet

Mittwoch, den 5. August 2020

Die Oranienburger Torhorst-Gesamtschule an der Walther-Bothe-Straße ist fertig saniert. Die Bauzeit betrug drei Jahre. 17 Millionen Euro hat der Landkreis Oberhavel investiert.

Am Montag beginnt der wieder der komplette Schulbetrieb mit 840 Schülerinnen und Schülern. Das Schulhaus sei nun auf einem modernen, zeitgemäßen Stand, sagte Landrat Ludger Weskamp (SPD).

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