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Kein Platz für eine Rettungsgasse

Staus im Baustellenbereich der A24 sind normal. Seit Monaten wird zwischen Berlin-Pankow und Neuruppin in mehreren Abschnitten gebaut. Am Sonnabend war ich Richtung Norden unterwegs. Aber diesmal beobachtete ich alles aufmerksamer als sonst.

Neulich gab es auf Facebook eine Diskussion über fehlende Rettungsgassen. Im Bereich Oberkrämer auf der A10 hatte es einen Unfall gegeben, die Feuerwehr kam nicht durch. Es gab keine Rettungsgasse, und Feuerwehrleute hatten sich darüber aufgeregt. Ich hatte dagegen argumentiert: In der schmalen Baustelle sind Rettungsgassen nicht möglich.
Das sahen einige Diskutierende anders: Es müsse auch in den schmalen Bereichen Abstand gehalten und versetzt gefahren werden.
Das stimmt! Da kann man nicht widersprechen.
Ich habe das beobachtet, am Sonnabendmittag zwischen Kremmen und Fehrbellin. Da wurde der Verkehr immer dichter. Ich war auf der linken Spur, habe Abstand gehalten, war aber der einzige. Hin und wieder stockte der Verkehr, dann war plötzlich Stillstand.
Abstand? Versetzt stehen? Das funktioniert im Alltag nicht, weil es einfach zu voll ist und weil ausnahmslos alle entsprechend handeln müssten. Es wäre fast eine logistische Meisterleistung, wenn bei einem plötzlichen Stillstand im Stau alle so stehenbleiben, dass ein Abstand eingehalten und auch noch versetzt gestanden wird. Nahezu unmöglich.

Auch in diesem Fall bei Fehrbellin: Eine Rettungsgasse hätten wir nicht bilden können. Ich mache da keinem einen Vorwurf.
Zumal: Vor dem Baustart auf der Autobahn war das allen Beteiligten klar, die Feuerwehr hatte schon vorher angemahnt, dass Rettungsgassen nicht möglich sein werden. Es wurden entsprechende Rettungskonzepte erarbeitet. Dazu gehörte, Feuerwehren von der Gegenrichtung zu alarmieren, die dann von der anderen Seite kommen. Oder dass die Autobahn im Fall der Fälle an bestimmten Stellen gesperrt werden muss, wenn die Feuerwehr durch muss. Einsatzkräfte aber in den Stau in der engen Baustelle zu schicken, sehe ich als fahrlässig an.

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