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Gewittertierchen

Kleiner Ausflug nach Nordwestvorpommern. Auf der Landesstraße zwischen Gägelow und Klütz taucht sie plötzlich direkt vor uns auf: die Ostsee. Oder eher: Wir sehen die Wohlenberger Wiek, eine halbrunde Bucht in der Ostsee, die das Gewässer eher wie einen normalen See aussehen lassen. Wellen sind da kaum noch erwarten, und sie sind auch jetzt nicht zu sehen.

In Gramkow biegen wir in die Einfahrt eines Zeltplatzes. Dort befindet sich eine Naturbadestelle, die bei den Einheimischen sehr beliebt ist. Doch an der Einfahrt werden wir von zwei verkleideten Herren gestoppt. Hier fände heute eine Kostümparty statt, und wer ohne Kostüm komme, solle doch bitte eine kleine Spende hinterlassen.
Ahja, gut zu wissen. Wir sagen, wir würden uns da überlegen und heute fahren erst mal rein, ohne was zu zahlen. Und da wir keinen Parkplatz finden, drehen wir gleich wieder um, und an der Einfahrt fahren wir auch gleich an den beiden Kostümherren vorbei.

An einem größeren Parkplatz halten wir dann, laufen über die Straße zum Strand, der gleich an der Straße beginnt. Das Wasser gleicht einem Tümpel, nichts bewegt sich. Es ist früher Abend, und es ist nicht mehr sehr viel los. Ich atme einmal tief durch, um doch noch so etwas wie Ostseeluft einatmen. Allerdings ist da was anderes: ein Kribbeln. Überall kribbelt es. Auf den Armen, an den Beinen, überall am Körper.
Ich lasse mir sagen, dass es sich um Gewittertierchen handele. Thripse sind winzig kleine Insekten, die sich überall niederlassen. Sie schwirren eigentlich weiter oben herum, aber wenn ein Gewitter droht, dann sinken auch die Insekten in die unteren Luftschichten ab und landen überall, wo sie was zum landen finden – oder eher, wer ihnen im Weg ist.
Als wir wieder am Auto sind, lange haben wir es nicht am Strand ausgehalten, müssen wir uns erst mal abkopfen. Überall sind die Tiere, und überall kribbelt es.
Dieser Ausflug war wirklich sehr kurz…

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