Tagesarchiv für 24. Juli 2020

aRTikel

Urspüngliches aus Hohenbruch

Freitag, den 24. Juli 2020
Tags: ,

Die Vorfahren von Familie Grützmacher haben ihr Gehöft 1710 bekommen – damit wurde der Ort damals gegründet – Original-Urkunde von damals ist noch vorhanden

MAZ Oranienburg, 24.7.2020

Hohenbruch.
Das Grundstück mit dem Haus in Hohenbruch hat die Familie in den vergangenen 310 Jahren nie hergegeben. Inzwischen lebt dort bereits die 13. Generation, und den Ursprung der dortigen Besiedlung, den haben Sabina und Bernd Grützmacher noch immer in ihrem Besitz. Es ist ein wahrer geschichtlicher Schatz. Sie haben ihn gut verwahrt und holen ihn nur selten raus. Es handelt sich dabei um zwei Original-Urkunden aus dem 18. Jahrhundert, auf der die Gründung ihres Ortes vermerkt ist.

„Hohenbruch wurde 1710 gegründet, und unsere Vorfahren waren daran beteiligt“, erzählt Bernd Grützmacher. Der 72-Jährige zeigt auf den Familienstammbaum, in dem alle Namen niedergeschrieben sind. Ganz am Anfang steht Jacob Schneider. Die Familie stammte ursprünglich aus der Schweiz, ließ sich dann bei Potsdam nieder. 1710 wurde Jacob Schneider dann per Los die Hofstelle zugeschrieben. Vermerkt ist das auf einer Urkunde, unterzeichnet von Freiherr von Hertevelt in Cölln an der Spree am 4. Dezember 1710. Danach werde Seine Königliche Majestät in Preußen „in dem hohen Bruch hinter Schleuen, unweit von Oranienburg gelegen“ einige Stellen räumen und gegen einen jährlichen Zins überlassen.

Auf einer zweiten Urkunde, unterzeichnet am 30. Januar 1717 in Cölln an der Spree, wird der Kontrakt nochmals bestätigt – von Seiner Königlichen Majestät in Preußen. Unterschrieben ist die Urkunde mit „Friederich“, gemeint sein könnte der damals herrschende König Friedrich Wilhelm I., der zwischen 1713 und 1740 im Amt war.

Die Urkunden sind in eine Folie eingeschweißt worden, ansonsten würde sie sicherlich langsam zerfallen. Wo sich auf der einen Urkunde einst das Siegel befunden hatte, klafft jetzt ein Loch, das Siegel ist längst zerfallen. „Ein Teil der Familie war in den Westen gegangen“, berichtet Bernd Grützmacher. Noch zu DDR-Zeiten seien die beiden Urkunden mitgenommen worden, um die fachmännisch einzuschweißen. „Sie wurden dann gleich wiedergebracht.“ Die Urkunden seien von Generation zu Generation weitergereicht worden – bis heute.
„Es ist interessant, zu lesen, welche Abgaben sie leisten mussten und was zu beachten war“, sagt Sabina Grützmacher mit Blick auf die Urkunde. „Sie mussten einen Hund halten.“ Für die Jagd.

Sabina Grützmacher geht davon aus, dass alle damaligen Besitzer der Höfe in Hohenbruch eine solche Urkunde bekommen haben. Da aber in ihrem Fall das Grundstück seit inzwischen 310 Jahren immer im Besitz der Familie war, gingen bei ihnen diese Urkunden auch nie verloren. „Wir sind die einzigen, die noch so ein Ding haben.“ Dass bei Verkäufen von Grundstücken solche Dokumente verloren gehen, sei nachvollziehbar. „Zumal dann auch in den Kriegswirren.“ Aber im Fall der eigenen Familie sei das ja nicht so gewesen: „Es wurde testamentarisch festgehalten, dass man nichts verkaufen darf.“

Sie lieben ihr altes Haus. Zunächst hatte das Paar – die eingeheiratete Sabina Grützmacher stammt aus Löwenberg – in Berlin gelebt, später in Iden bei Osterburg in Sachsen-Anhalt, 1980 ging es dann nach Kremmen, im Jahr 2000 zogen sie auf das Familiengrundstück nach Hohenbruch. „Fußböden und Wände sind krumm und schief..“ Aber genau das mache den Charme aus. „Wir hätten noch mehr Altes gelassen, wenn es gegangen wäre.“
In Hohenbruch führen Sabina und Bernd Grützmacher mit ihrer Familie ein gutes Leben, wie sie sagen. „Wir sind in 20 Minuten in Tegel, aber wir haben hier unsere Ruhe. Hier können wir alles schön fern halten.“ Sitzt man im Garten, sieht man viel Grün, viele Blumen. Sie haben Laufenten, Kaninchen, Kühe, Perlhühner, Hund und Katze. Sabrina Grützmacher hätte gern ein Pferd, aber das sei zu pflegeaufwendig. Verkehrslärm gibt es kaum. „Höchstens am Morgen, und wenn es auf der B 96 mal wieder einen Unfall gegeben hat und die Leute die Strecke über Neuendorf und Neuhof umfahren.“

Die Urkunde, die den Beginn der Siedlung ihrer Familie in Hohenbruch zeigt, die wollen sie keineswegs hergeben. „Die bleibt hier, so lange wir hierbleiben“, sagt Sabina Grützmacher und lächelt.

Hits: 391

RTZapper

Mütter machen Porno

Freitag, den 24. Juli 2020
Tags: ,

MI 22.07.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Eine Gruppe Mütter starrt auf einen Monitor, auf dem ein Porno läuft. Einer der härteren Art. Die Frauen sind entsetzt, und sie können nicht hinschauen.
Später schaut die Gruppe Mütter einen anderen Porno. Einer, bei dem mit Frauen hart umgegangen wird. Die Frauen sind entsetzt, und sie können nicht hinschauen.
Noch später besucht die Gruppe Mütter einen Pornodreh. Zwei Frauen und ein Mann. Die Frauen sind entsetzt, und sie können nicht hinschauen.
100 Minuten sehen wir Frauen, die entsetzt sind, was sie in Pornos zu sehen bekommen. Aber diese Mütter wollen alles anders machen: “Mütter machen Porno”.

So heißt die neue Dokureihe, die am Mittwochabend bei Sat.1 gestartet ist. So bemerkenswert und fast schon reißerisch der Titel ist – so lahm und langweilig ist das, was tatsächlich zu sehen ist.
Dass das Internet voller Pornos ist, wissen wir. Dass schon Zehnjährige Zugriff auf Pornos haben wissen wir auch, das kann heute keinen mehr erschüttern. Dass es im Netz ist verschiedensten Sex-Spielarten gibt, dass es unfassbar harte, eklige Filmchen gibt, wissen wir auch.
Deshalb hat es schlicht keinen Mehrwert, Frauen minutenlang und immer wieder dabei zuzusehen, wie sie sich über Pornos ekeln, denn wir haben es auch beim ersten Mal verstanden.

Dabei ging es in der Doku auch darum, was es mit Kindern macht, wenn sie schon Pornos sehen können. Aber andererseits ging es auch um Spielarten, um die verschiedenen Porno-Genres, und ein Sexfilm-Produzent konnte sich und seine Filmware gut in Szene setzen – er wolle bald ein ganz Großer in der Branche sein, und da passt es ihm ganz sicher ganz gut in den Kram, dass er und seine Arbeit so prominent in dieser Doku gezeigt wird.
Das alles machte sicherlich einige erst recht neugierig, was diese Doku fast schon ein bisschen merkwürdig anmuten lässt, weil sie damit eher das Gegenteil erreicht.
Dass sich die Frauen darüber aufregen, dass beim Pornodreh mit der Kamera nur aufs männliche Genial gezoomt wird, um zu sehen, was die beiden Damen damit anstellen und nicht das Gesicht des Mannes zeigen, wirkt ein wenig seltsam, denn Frauen sind meist nicht die Zielgruppe solcher Filme. Das kann man ablehnen, das kann man kritisieren – man kann aber auch entsprechende andere Dreh für Filme mit anderen Zielgruppen besuchen.

Die Mütter wollen alles anders machen, einen eigenen Porno drehen – so, wie sie sich einen guten Porno vorstellen. Das Ergebnis ist erst demnächst zu sehen, aber ob das Interesse der Zuschauer so lange anhält, ist fraglich.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 975

RTelenovela

Wo ist Neowise?

Freitag, den 24. Juli 2020
Tags: ,

Inzwischen schon seit längerer Zeit ist Neowise über unseren Köpfen zu sehen. Ein hellerer Punkt am Himmel, der einen Schweif hinter sich herzieht. Der Komet ist momentan der Erde so nah, dass er mit bloßem Auge von der Erde aus zu sehen.
Seit Tagen sieht man immer wieder Fotos, auf denen es gelungen ist, Neowise festzuhalten, im Ideall noch mit einem prägnanten Gebäude im Vorder- und Hintergrund.

Ich muss zugeben, dass mich Neowise bislang nicht beschäftigt hat. Immer mal wieder dachte, ich müsste mal drauf achten, wenn ich abends unterwegs bin – um es dann wieder zu vergessen.
Am Donnerstagabend nun sollte Neowise am besten zu sehen sein – laut einiger Medienberichte zwischen 21 und 22 Uhr, und diesmal habe ich sogar dran gedacht.

Ich lief also los. Durchs Oranienburger Zentrum, an den Plattenbauten am Boulevard entlang, rüber zum Schlosshafen, wo nicht mehr so hohe Gebäude drumrum stehen. Und am Himmel zu sehen war: nichts. Außer die Mondsichel und der eine oder andere Stern. Im Nordwesten sollte Neowise zu sehen sein, aber ich hatte Pech. Zumal es eigentlich im Nordwesten noch relativ hell am Himmel war.
Ich hatte dann nicht so viel Geduld, um noch ein bisschen zu warten, und es wurde auch ein bisschen kühl. Ich bin mir sicher, dass es morgen wieder diverse Neowise-Fotos zu sehen gibt. Leider keins von mir.

Hits: 274