Tagesarchiv für 7. Juli 2020

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Hauptbahnhof in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 7. Juli 2020
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Im Regionalexpress Abstand zu halten, ist quasi unmöglich. Im Berliner Hauptbahnhof geht das besser – zumindest meistens. Es herrscht Maskenpflicht, nicht alle, aber doch die meisten halten sich dran.
Vor der Rolltreppe herrscht dennoch Gedränge. Da, wo es sich plötzlich staut, sind die Abstandsregeln vorerst erledigt. Erst auf der Rolltreppe selbst lässt man eine Stufe mehr Abstand als früher.

Normalerweise stört mich das Berliner Getümmel nicht besonders. Solange man flüssig von A nach B kommt, geht das. Doch jetzt, in der Zeit des Coronavirus, löst das Getümmel bei mir Stress aus. Es ist das erste Mal seit Beginn der Krise, dass ich mich in das Großstadtgetümmel bewege. Und das ist anstrengend. Wenn man aus der Vorstadt kommt, dann hat man es selten mit Enge zu tun. Masken braucht man nur im Supermarkt oder anderen Läden. Jetzt, in Berlin, habe ich die Maske schon länger auf, und wenn man leicht außer Atem ist, dann kann es anstrengend werden unter der Maske. Der Nervfaktor steigt.

In Oranienburg oder am Berliner Stadtrand ist die Stimmung bei McDonalds und Co. ziemlich entspannt. Im Hauptbahnhof gibt es viele Regeln. Es gibt nur einen Eingang statt mehrerer, und man wird gleich gefragt, ob man dort essen wolle oder etwas mitnehme. Wer bleibt, muss seine Daten auf einen Zettel schreiben, und man bekommt einen Aufsteller mit einer Zahl – man ist registriert.
Dann muss man sich anstellen, um etwas zu bestellen. An die Bestell-Terminals kann man auch, aber nur, wenn man zum Mitnehmen bestellt. Warum das so ist, weiß ich nicht. Es ist ziemlich albern. Deshalb bestelle ich trotzdem am Terminal, bekomme mein Essen in der Tüte zum Mitnehmen und esse trotzdem vor Ort – ja, ich weiß, ich kann sehr aufmüpfig sein. Beim Essen kann ich dann auch die Maske absetzen. Und wenn man wieder geht, muss man auch den Zahlen-Aufsteller zurückbringen. Muss alles seine Ordnung haben…

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