Tagesarchiv für 6. Juli 2020

RT im Kino

Guns Akimbo

Montag, den 6. Juli 2020

So richtig zufrieden ist Miles (Daniel Radcliffe) mit seinem Leben nicht. Er programmiert in einer Firma Spiele, aber selbst da gilt er eher als Loser.
Zu Hause sitzt er auch wieder bei einem Computerspiel, als etwas Merkwürdiges passiert. Jemand im Spiel-Chat provoziert ihn, und er provoziert zurück. Am Ende befindet sich Miles in einem regelrechten Kampf: Die Organisation SKIZM zieht ihn in einen Cyberkampf, den er aber im realen Leben ausfechten muss. Menschen müssen sich gegenseitig bekämpfen, und andere Leute verfolgen das live im Internet – via Livestream.
Miles bekommt an jede Hand eine Waffe befestigt, und als erstes soll er die Gladiatorin Nix (Samara Weaving) umbringen. Aber ehe Miles überhaupt begreift, was da mit ihm geschieht, macht er erst mal das, was er am besten kann: wegrennen.

“Guns Akimbo” heißt der neue Film mit Daniel Radcliffe. Akimbo bezeichnet in der Computerspiel-Szene, laut Wikipedia, das gleichzeitige Benutzen gleicher Waffen mit beiden Händen. Was passt, denn Miles hat ja im Film in jeder Hand eine Waffe. Und geballert wird in “Guns Akimbo” viel, denn eigentlich handelt es sich um ein filmisches Ballerspiel. Miles tappst durch diese Welt, in die er reingeraten ist. Das ist mitunter ganz humorig, denn anfangs läuft er in riesigen Plüschschuhen, Unterhosen und im Bademantel durch die Straßen, plus die Waffen.
Andere Szenen sind dagegen furchtbar platt, Gags unfreiwillig komisch. In der zweiten Hälfte kommt zudem noch ein bisschen Langeweile auf.
Eine kleine Parallele gibt es übrigens zur “Truman Show” – denn hier wie da sitzen zig Millionen Menschen an ihren Bildschirmen, um zu verfolgen, was passiert, und die mit dem Hauptdarsteller mitfiebern.
Dass dieser sehr skurrile, stellenweise ziemlich bescheuerte Film doch noch am Flop vorbeischrammt, liegt nicht nur an einigen der Gags, sondern auch an Daniel Radcliffe, der den tapsen Typen, der mehr und mehr zum Kämpfer wird, oft ziemlich lustig darstellt.

-> Trailer auf Youtube

Guns Akimbo
Neuseeland 2019, Regie: Jason Lei Howden
Leoline, 95 Minuten, ab 16
4/10

Hits: 191

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (91): In Zeiten des Coronavirus

Montag, den 6. Juli 2020
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(90) -> 27.10.2019

Abstand halten. Überall hört man das. Und Maskenpflicht in der Bahn. Davon hört man auch überall. Aber wie sieht das in der Wirklichkeit aus?
Das erste Mal überhaupt während der Coronakrise fahre ich mit der Bahn. Mit dem Regionalexpress geht es nach Berlin. Es ist Sonntagnachmittag, und als der Zug in Oranienburg einrollt, ist er schon ziemlich voll.
Ich setze meine Maske auf und betrete den Zug.

Der Waggon ist voll. So ziemlich alle Sitze sind belegt. Die meisten Leute haben Masken auf, aber längst nicht alle. Überall auf den Gängen stehen weitere Leute. Auch, weil sie die letzten freien Plätze nicht belegen wollen – so von wegen Abstand.
Klar ist aber: Im RE5 sind Abstände einzuhalten nicht möglich. Dafür hat der Zug gar nicht die nötigen Kapazitäten. Hier die Maskenpflicht abzuschaffen, wäre Wahnsinn.
Ich laufe in einen anderen Waggon, aber da ist die Situation nicht anders.
Letztlich setze ich mich auf eine der Treppen – da habe ich zumindest so was wie einen Sicherheitsabstand zu den anderen Leuten um mich herum.

Auf der Erde vor der Tür liegt ein Pärchen. Beide haben sie keine Maske auf. Sie klammert von ihrem Freund und schläft. Bewegt er sich, klammert sie noch mehr. Auch er hat die Augen geschlossen, und irgendwann nestelt er an seiner Hosentasche herum und holt sein Smartphone heraus. Er fummelt darauf herum, hält es dann weg. Er schließt die Augen wieder, dreht seinen Kopf zu seiner Klammerfreundin. Er macht ein Selfie. Und noch eins. Dann schaut er sich das Ergebnis an, es muss nicht zufriedenstellend gewesen sein, denn wieder macht er seine träumerisch-entspannte Pose, um das auf einem träumerisch-entspannten Insta-Fotos festzuhalten – beobachtet übrigens nicht nur von mir, sondern auch vom Pärchen gegenüber.

Beim anderen Pärchen hat sie die Maske auf, er nur ab und zu. Ansonsten hat er die Maske unterm Kinn. Sie überlegen Essen zu gehen, aber sie will auf keinen Fall was mit deutscher Küche, weil das so doll gesalzen sei, und überall alles viel zu viel sei. Er lacht ein bisschen, aber wahrscheinlich muss er sich dem beugen.

In Berlin-Gesundbrunnen leert sich der Zug merklich, für die letzte Station bis zum Hauptbahnhof habe ich nun sogar einen richtigen Sitzplatz.

Rückfahrt mit der S1 vom Potsdamer Platz nach Oranienburg. Der Zug ist fast leer, trotzdem muss man Maske tragen, und es tragen tatsächlich alle Maske. Vor den Bahnhöfen nehmen die Ansagen aus dem Lautsprechern inzwischen kaum noch ein Ende: Hinweis auf Maskenpflicht. Nächster Bahnhof. Ausstieg links. Türen öffnen automatisch. Umsteigemöglichkeiten. Da braucht man sich gar nicht mehr zu unterhalten…

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ORA aktuell

823er-Bus soll nun doch wieder fahren

Montag, den 6. Juli 2020
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Die Tourismus-Buslinie 823 zwischen Oranienburg, Germendorf, Sommerswalde, Schwante und Kremmen soll nun doch wieder fahren. Der Landkreis Oberhavel unterstützt die Wiedereinrichtung der Linie mit 10.000 Euro. Ursprünglich war der Betrieb für 2020 ausgesetzt worden, weil einige Kommunen wegen der Haushaltslage rund um das Coronavirus die Finanzierung nicht leisten wollten.
Am 18. Juli soll der Bus wieder sonnabends und sonntags fahren – wie geplant bis 31. Oktober.

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