Tagesarchiv für 10. Juni 2020

RTelenovela

Arztbesuch in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 10. Juni 2020
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Es war mal wieder nötig. Ein Besuch bei der Ärztin. Als ich vor der Praxis stehe, lese ich mir erst mal die diversen Hinweise durch, was man denn beim Betreten der Räume zu beachten habe. Man solle doch bitte eine Maske tragen – die habe ich schon in der Hand, das dachte ich mir schon. Außerdem soll man checken, ob man vielleicht denkt, ob man das Coronavirus hat. Dann soll man nämlich nicht in die Praxis, sondern gleich, ähm, woanders hin. Aber zum Glück war ja das nicht mein Grund, in die Praxis zu gehen. Ach ja, und ich musste erst mal nachschauen, wie viele Leute denn vor der Anmeldung stehen. Mehr als zwei sollen es nicht sein. Deshalb warte ich draußen.

Endlich kann ich rein. Der Tresen ist nun hinter mehreren Glasscheiben. Man soll Abstand halten, und man soll auch nichts anfassen. Meine Chipkarte von der Krankenkasse darf ich nicht aus der Hand geben, ich darf sie stattdessen selbst ins Lesegerät schieben. Ich sage, warum ich da bin – und ich muss warten.
Ich blicke ins Wartezimmer. Es ist nicht sehr voll, aber doch so voll, dass ich mich nirgendwo dazwischensetzen will. Das wäre noch vor vier Monaten anders gewesen. Wobei man aber rückblickend sagen muss: Im Wartezimmer ist es eigentlich immer unangenehm, wenn man direkt neben sich eine kranke Person zu sitzen hat. So ein nettes Hüsterchen nebenan war schon immer blöd.
Stattdessen ruft eine Frau, dass im Gang noch ein Stuhl frei ist. Dort setze ich mich hin und warte.
Hat allerdings den Nachteil, dass ich nicht höre, wer gerufen wird. Der Lautsprecher steht im eigentlichen Wartezimmer, so bekomme ich eine Extra-Einladung.

Auch die Ärztin sitzt jetzt hinter eine Scheibe, ich – komischerweise kann ich das jetzt gar nicht mehr sagen – glaube, dass auch sie eine Gesichtsmaske auf hatte.
Der Rest war eigentlich wie immer, nur eben die Masken. Beim Blutabnahmen musste die Schwester Handschuhe tragen, was das Finden einer Vene sehr erschwerte. Aber es hat dann doch noch irgendwann geklappt.

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RTZapper

Die Quarantäne Show

Mittwoch, den 10. Juni 2020
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SO 07.06.2020 | Instagram

Florian Schroeder hat sich in der Coronakrise für Größeres beworben. Zwar hat er eine Late-Night-Show, die rbb und hr oder Das Erste (leider auch nur sporadisch) ausstrahlen, er hat eine Kolumne bei radioeins und weitere Gastauftritte – aber er kann mehr.
Seit Beginn der Coronakrise im März macht er live auf Instagram – und immer einen Tag danach als Aufzeichnung auf Youtube – “Die Quarantäne Show”. Dabei handelt es sich nicht um ein Comedy- oder Kabarettformat, sondern in jeder seiner Sendungen hat er einen Gast, mit dem er sich zusammenschaltet. Das waren SchauspielerInnen, ModeratorInnen, PolitikerInnen, SportlerInnen und Comedians.
Dabei kommen oftmals erstaunlich und erfreulich tiefgründige Gespräche raus. Denn Schroeder hat ja kein Zeitlimit. Geredet wird, so lange beide Lust haben.

Schon mehrfach dabei war Serdar Somuncu, am Sonntagabend das fünfte Mal. Wenn Serdar zu Gast ist, kann es schon mal länger dauern. Diesmal gute dreieinhalb (!) Stunden. Ermüdend? Eigentlich nicht!
Denn Schroeder und Somuncu besprachen, was sie in der Vorwoche alles beschäftigt hat, sie beschäftigten sich aber auch mit Themen, die ihnen allgemein auf den Nägeln brannten.

Serdar nahm Stellung dazu, dass man ihm teilweise vorwirft, “die Seiten gewechselt” zu haben. Was eine eine unverschämte Behauptung sei, wenn man wisse, dass er jahrelang nur mit schusssicheren Westen und unter Polizeischutz auftreten konnte. Das Problem sei – und da haben beide sehr Recht gehabt -, dass oftmals Sätze völlig aus dem Zusammenhang gerissen werden und dann in den Umlauf kommen und für Empörungswellen sorgen. Es gibt dafür unzählige Beispiele. Später erzählte Somuncu, wie falsche Berichterstattungen dafür gesorgt haben, dass es Ärger um ein Theaterstück gegeben hatte.

Es sind dreieinhalb Stunden mit spannenden Betrachtungen zu unserer heutigen Zeit. Nicht immer finde ich, dass Schroeder und Somuncu mit ihren Betrachtungen ganz richtig liegen, aber auch das gehört dazu, und auch das funktioniert heute immer weniger: Andere Meinungen zu akzeptieren, ohne gleich per Internetkommentar drauf einzuschlagen.
Die beiden wollen nach der Coronakrise einen regelmäßigen Podcast machen – das könnte interessant werden!

-> Die Sendung auf Youtube

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