Tagesarchiv für 20. Mai 2020

RTelenovela

Radtour (40): Dreharbeiten am Kanal

Mittwoch, den 20. Mai 2020
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(39) -> 23.4.2020

Diesmal fand die Radtour aus einem besonderen Grund statt. Für ein Himmelfahrt- und Herrentagsspecial von KeineWochenShow wollten wir eine Radtour am Oranienburger Kanal unternehmen.
Dafür ist der Radweg zwischen der Brücke an der Kremmener Straße und Pinnow entlang des Kanals wunderbar geeignet. Er führt immer entlang des Wassers, man sieht viel Grün, man radelt an Feldern vorbei und ist, wenn man Oranienburg verlassen hat, in der puren Natur.

Wir hatten die Kamera dabei, auch das Stativ. Wir stoppten in Sichtweite des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes, auf dem jetzt noch eine große Halle steht. Vorher hielten wir an der ehemaligen Eisenbahnbrücke, über die die Kremmener Bahn führte. Die Bahnstrecke gibt es nicht mehr, und es ist eine von sehr wenigen Brücken, die überhaupt noch da sind.
Problematisch ist die Überfahrt über die Walther-Bothe-Straße. Man kann leider nicht unter der Brücke hindurch, der Radweg führt hoch zur viel befahrenen Straße. Bis man rüber kann, das dauert schon mal.
Zwischendurch stoppten wir an einer Bank für eine längere Moderation. An einem kleinen Kanal schlossen wir die KeineWochenShow-Radtour ab.
Immer wieder sind uns Jogger begegnet oder andere Radler, ab und zu schossen auch Raserradler an uns vorbei.

Was bei dieser Radtour für unsere kleine Sendung raus kam, könnt ihr ab Donnerstagabend auf Youtube sehen.

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RTZapper

Happy Birthday, Thomas Gottschalk!

Mittwoch, den 20. Mai 2020
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SO 17.05.2020 | 22.15 Uhr | ZDF

Nun isser auch schon 70. Herzlichen Glückwunsch, Thomas Gottschalk!
Das ZDF schenkte ihm eine kleine Live-Show, in der er am Sonntagabend in seinen Geburtstag reinfeiern konnte. Um Mitternacht konnten er und seine Gäste anstoßen.

In Zeiten des Coronavirus konnte zwar kein Publikum an der Sause teilnehmen, aber es kamen viele Gäste. Und eigentlich muss man sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da saßen also Thomas Gottschalk, Günther Jauch, Barbara Schöneberger, Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umaluf in einer Show. Die ältere Showgeneration mit der jüngeren. Die großen Stars von früher mit denen von heute.

Und Gottschalk hat es noch immer drauf. Zwar ist er tatsächlich auch sichtlich älter geworden, seinen Witz hat er aber noch lange nicht verloren. In seiner eigenen Show wusste er vorher nicht, was passieren wird, und im Improvisieren war er schon immer am besten. Da gibt er ganz nebenbei Joko und Klaas eine Watsche, fragt die Schöneberger, was sie denn da die ganze Zeit isst und gibt den Typen preis, der gerade die Pappe mit der nächsten Moderation hochhält.

Wir warten nun alle auf das Revival von “Wetten, dass…?” Dass es 2020 wegen Corona schwierig wird, war klar, nun soll die Show sogar erst im November 2021 stattfinden. Gottschalk hat versprochen, so lange durchzuhalten.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 16. Juni 2020)

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RT liest

Christoph Hein: Verwirrnis

Mittwoch, den 20. Mai 2020

Heiligenstadt, Thüringen, DDR. Der Krieg liegt in den frühen 50er-Jahren noch nicht weit weg. Inzwischen sind einerseits die Kommunisten an der Macht. Andererseits ist Heiligenstadt streng katholisch.
Und so wächst Friedeward in einem doppelt strengen Hause auf. Sein Vater ist streng gläubig. Und er ist Lehrer, er schloss sich zwar der SED nicht an, aber seine Karriere würde er auch nicht aufs Spiel setzen. Friedeward wird von seinem Vater unterrichtet, er hat ihn immer im Blick. Hat er Mist gebaut, dann kommt der Vater mit dem Siebenstriemer.
Wolfgang ist Friedewards Freund in der Schule. Sie erleben viel miteinander, sie diskutieren über ihr Leben, ihre Zukunft, über Politik und Literatur. Gemeinsam fahren sie mit dem Rad von Thüringen bis an die Ostsee. Es ist ein toller Urlaub, und danach wissen sie, dass sie mehr als nur Freunde sind.
Doch in der DDR der 50er-Jahre, in der katholischen Hochburg, da darf das keiner wissen. Da steht das unter Strafe, und sein Vater würde Friedeward wieder verprügeln. Und so halten sie es geheim. Jahrelang.
Es folgen Trennungen und Wiedersehen. In Leipzig studieren sie und lernen Jacqueline kennen – sie bekommt eine besondere Rolle in ihrem Leben.

Im Roman “Verwirrnis” erzählt der Autor Christoph Hein von Friedeward, der in seinem Leben Freude und Leid erlebt. Es ist der Bericht eines Lebens, das umfassende Porträt eines Jungens, eines Mannes, der weiß, was er will, aber nicht immer weiß, wie er bekommt, was er will.
Manchmal scheint es, als würde der Autor gar nicht so in die Tiefe gehen. Das kommt daher, dass er einige Abschnitte aus Friedewards Leben fast im Eiltempo erzählt. Aber in diesen Lebensbericht mischen sich immer wieder Szenen, die Christoph Hein ausführlicher erzählt. Wenn es um Wendungen in Friedewards Leben geht, wird er ausführlicher. Dabei bleibt er immer sehr keusch, vieles wird nur angedeutet. Was aber absolut zur Zeit passt. Denn immer herrschte bei dieser Liebe auch Angst, und man wollte und musste unter sich bleiben. Und da kann auch der Leser eben nicht immer ganz dicht dabei sein. Und soll er auch nicht.
Als Leser freut man sich mit Friedeward, und man leidet mit ihm. Und Leid gibt es oft. Weil die Zeit ein Happy End nicht immer möglich machen kann. Hein schönt nichts, er wirft dem Leser auch keine schludrigen Kitschszenen hin.
Ganz nebenher erzählt er deutsche Geschichte. Wie die DDR sich anfühlte in den 50ern. Was der Mauerbau mit den Menschen machte. Wie die Stasi agierte. Wie nach der Wende den Menschen nicht nur Gutes widerfuhr.
Es ist kein Buch, das einen besonders fröhlich zurücklässt. Aber es ist ein Buch, an das man sich länger erinnern wird.

Christoph Hein: Verwirrnis
Suhrkamp, 304 Seiten
8/10

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