Tagesarchiv für 18. Mai 2020

RTZapper

Eurovision Song Contest 2010

Montag, den 18. Mai 2020
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SA 16.05.2020 | 0.25 Uhr (So.) | Das Erste

Deutschland hat den Eurovision Song Contest gewonnen!
Vor zehn Jahren.

2010 schaffte Lena in Oslo für Deutschland den Sieg. 2020 wäre das Ben Dolic in Rotterdam vermutlich nicht vergönnt gewesen. Wir werden es aber nicht erfahren, weil die Show wegen des Coronavirus abgesagt worden ist.
Im Rahmen des Ersatz- und Trostprogramms ist die 2010er-Show in der Nacht zum Sonntag im Ersten wiederholt worden. Und es ist damals wie heute ein Gänsehautmoment, wenn ein Land nach dem anderen im Voting Punkte für Deutschland gibt und irgendwann nur noch von “Lovely Lena” die Rede ist.

Im Abstand von zehn Jahren ist ein Blick auf diese Show aber auch in anderer Hinsicht spannend. Nicht nur, weil Lena aus heutiger Sicht tatsächlich sehr aus dem damaligen Einerlei herausstach.
Musikalisch war der Jahrgang allenfalls mittelmäßig, und überhaupt fällt auf, dass der Eurovision Song Contest 2010 damals schon total modern wirkte. 2020 wirkt er dagegen seltsam trutschig. Viele der Songs waren eher lahm, und Bühnenbilder waren damals auch noch nicht so wichtig. Nur wenige Länder gaben sich wirklich Mühe und wirken mit Blick von heute erstaunlich unmodern.
Und: Bis auf ein bisschen Winken vor einem landestypischen Wahrzeichen gab es keine Einspielfilme. Wirklich großartig und innovativ war der Flashmob in der Pausenshow, als ganz Europa zum Song “Glow” von Madcon tanzte und jeder danach wusste, was ein Flashmob ist.

2011 gastierte der Eurovision Song Contest in Deutschland – nicht wie anfangs vermutet in Berlin, sondern in Düsseldorf. Die Show setzte – wenn man sich den Oslo-ESC zum Vergleich ansieht – ganz neue Maßstäbe. Mehr Aufwand, mehr Show, mehr Effekte. In den folgenden Jahren hat sich viel getan, und 2021 geht der Spaß hoffentlich weiter.

-> Die Show auf Youtube

Hits: 176

RTZapper

Europe shine a Light

Montag, den 18. Mai 2020
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SA 16.05.2020 | 22.20 Uhr | Das Erste

Bitte, bitte, lass 2021 wieder alles einigermaßen normal sein. Der Eurovision Song Contest muss dann einfach wieder stattfinden. Nicht nur, weil der ESC schlicht und einfach gefehlt hat, sondern weil uns dann so eine langweilige Ersatzshow wie “Europe shine a Light” erspart bleibt.

In Zeiten der Coronakrise wurde der ESC 2020 zwar abgesagt, aber seitens der Eurovision wollte man dann doch nicht nichts machen. Das europäische Lagerfeuer sollte trotzdem lodern und ein bisschen Zusammenhalt in der Krise bieten. Allerdings loderte irgendwie nur wenig an diesem Abend.
Nach der ESC-Absage legte die ARD ein Alternativkonzept vor, das aber abgelehnt worden ist. Als “Europe shine a Light” angekündigt worden ist, hat man dann bei der ARD scheinbar zähneknirschend entschieden, dass man die SHow auch zeigen werde. Vermutlich hat man geahnt, dass es eher mau werden würde. So gab es am Sonnabend im Ersten doch noch ein ESC-Finale der Herzen – da zog man so lange hin, dass die eigentliche Ersatzshow in Deutschland nur zeitversetzt lief – und sogar noch mal fast 25 Minuten später als geplant. Es war eine gute Entscheidung, sie nach hinten zu schieben.

Die Macher wollten einiges in ihrer Show unterbringen: Daran zu denken, was Corona mit Europa macht. Natürlich die Songs der 41 Länder vorstellen. Und ein bisschen Nostalgie.
Und so bestand die Show, live nicht aus Rotterdam, sondern aus Hilversum, aus lauter Einspielern, die zwar live angesagt worden sind, aber nicht live waren. Johnny Logan meldete sich aus Dublin, war aber vermutlich am Sonnabendabend schon in Mainz, weil er ja am Sonntagmittag im “ZDF-Fernsehgarten” auftrat. So zog sich das durch den Abend. Schalte nach Den Haag, wo Michael Schulte und Ilse DeLange (die gleichzeitig live auf ProSieben zu sehen war) “Ein bisschen Frieden” sangen. Schalte nach Schweden zum aufgezeichneten Auftritt von Måns Zelmerlöw. Schalte hierhin, dorthin, und zwischendurch sind in mehreren Blöcken die 41 Songs kurz vorgestellt worden, die ja nun nicht im Wettbewerb stehen. Im Anschluss sagten die jeweiligen Künstler noch ein paar Worte – haltet durch. Immer irgendwie dasselbe.
Wie überhaupt die ganze Show wirkte, als sei sie Mitte April aufgezeichnet worden, als in vielen Ländern noch Ausgangssperren galten. Überall und immer Durchhalteparolen und Schlimmschlimmschlimm, dabei ist Europa ja schon weiter und hat momentan vor allem wirtschaftliche Sorgen.

Diese Show hätte sich die Eurovision sparen können. Stattdessen hätte man den Abend für die jeweiligen nationalen Sender freihalten sollen, die in ihren Ländern eine Ersatzshow veranstalten können – wie es Deutschland gemacht hat und andere Länder bereits in den vergangenen Wochen. Stattdessen hätte in Rotterdam für diese nationalen Ersatzshows ein 15-Minüter hergestellt werden können, damit sich die Niederlande irgendwie hätten einbringen können. So aber waren das sehr, sehr lange zwei Stunden.

In Deutschland kommentierten übrigens Peter Urban und Michael Schulte die Show. Die beiden hätten auch durch die eigentlichen ESC-Shows geführt, Schulte wäre erstmals dabei gewesen. Allerdings sollte Schulte, der ansonsten souveräne und schöne Auftritte an diesem Abend hingelegt hat, das Kommentieren noch mal üben. Oft nuschelte er sehr, gerade, wenn er auf die Musik oder auf Moderationen sprach und scheinbar dachte, er müsse leiser sprechen. Aber das kriegt er sicher hin, bis zum Mai 2021. Dann soll nämlich die Show wieder stattfinden – in Rotterdam.

-> Die Show in der ARD-Mediathek (mit deutschen Kommentaren, bis 1. Mai 2021)
-> Die Show auf Youtube (ohne Kommentare)

Hits: 157

RTZapper

Free European Song Contest 2020

Montag, den 18. Mai 2020
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SA 16.05.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Am Sonnabend wehte ein Hauch “TV total” durch Fernsehdeutschland.Da ist einerseits irgendwie nett. Aber andererseits fühlte man sich leicht in die Nuller-Jahre zurückversetzt.
Nur wenige Tage, nachdem klar war, dass der Eurovision Song Contest 2020 ausfallen wird, da tauchte Stefan Raab plötzlich wieder auf. Zumindest indirekt. ProSieben verkündete, dass am ursprünglichen ESC-Abend erstmals der Free European Song Contest stattfinden wird.
Blöd nur, dass die ARD als ESC-Rechteinhaberin ihren geplanten Sendeplatz natürlich trotzdem mit Inhalten füllen wollte, die für einen Ersatz sorgen sollte. So sendete ProSieben den FreeESC gegen den ErsatzESC der ARD.

ProSieben und Stefan Raab sorgen im Vorfeld der Show dafür, dass man über sie sprach, in dem darüber geschwurbelt wurde, wer denn für Deutschland antreten werde. Sollte etwa Stefan Raab sein Fernseh-Comeback feiern? Doch nachdem diese Gerüchte schon bei “The Masked Singer” schon falsch waren, war es auch beim FreeESC eher unwahrscheinlich, dass Raab dabei ist.
War er dann doch, aber nur kurz. Er trat in einem Spot als Nicole auf, wobei eigentlich gar nicht klar ist, ob dieser kleine Spot neu war oder aus dem “TV total”-Archiv stammt. Kam mir jedenfalls bekannt vor.

Am FreeESC nahmen 16 Künstler aus 16 Ländern teil. Also, irgendwie. Viel mehr handelte es sich bei den meisten Teilnehmern um deutsche Künstler mit Wurzeln in anderen Ländern. So trat unter anderem Nico Santos für Spanien an, Glasperlenspiel für Polen, Eko Fresh für die Türkei, Vanessa Mai für Kroatien oder Mike Singer für Kasachstan.
Ansonsten erinnerte das Konzept an den längst (und leider) eingestellten Bundesvision Song Contest, und die Einspieler, in denen die Länder vorgestellt wurden, waren uralt-witzige Filmchen im “TV total”-Stil, auch mit der Off-Stimme von damals. Ein bisschen plump.

Conchita Wurst und Steven Gätjen moderieren, wirkten dafür aber eher steif, Steven mehr als Conchina. Aber immerhin kam wenig Langeweile auf, die 16 Beiträge waren nach nicht mal ganz zwei Stunden gespielt. Für Deutschland trat erwartungsgemäß nicht Stefan Raab, sondern Helge Schneider auf.

Mit der Punktevergabe kam dann sogar wirklich noch ESC-Feeling auf. Allerdings hatte die einen großen Haken. Nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz gab es ein Televoting. Nur die Stimmen aus den drei Ländern kamen vom Publikum. Für die anderen 13 Länder stimmten einzelne Personen oder Familien ab. So meldete sich Lukas Poldolski für Polen aus der Türkei.
So hatte das Endergebnis einen Haken: Es gewann Nico Santos für Spanien. Das aber nur durch die vielen Einzelwertungen. In den drei Ländern mit Televoting gab es nämlich dreimal einen anderen Sieger. Immer gewann dort der Mond. Der Mond war nämlich auch vertreten, der aus der “The Masked Singer”-Show bekannte Astronaut gewann bei den Zuschauern. Dass sich hinter der Maske Max Mutzke verbarg, wurde seltsamerweise nicht aufgelöst und war schade für Mutzke.

Auch im nächsten Jahr soll es wieder einen FreeESC geben. Wobei nicht klar ist, was den Wettbewerb denn nun “free” macht. Vielleicht: ohne feste Regeln. Schön wäre, wenn die Show 2021 nicht am selben Tag wie der echte Eurovision Song Contest laufen würde. Und noch schöner wäre, wenn es wieder den Bundesvision Song Contest gäbe. Und vielleicht könnte man ja daraus den ESC-Vorentscheid machen…

-> Die Show auf prosieben.de

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