Tagesarchiv für 16. Mai 2020

RTZapper

Pocher – Gefährlich ehrlich

Samstag, den 16. Mai 2020
Tags:

FR 15.05.2020 | 23.35 Uhr | RTL

Oliver Pocher gehört mittlerweile scheinbar ganz RTL. Er moderiert mehrere Shows, taucht immer mal wieder als Gast auf – und jetzt hat er innerhalb weniger Wochen eine neue Late-Night-Show aus dem Boden gestampft. Und für die Premiere von “Pocher – Gefährlich ehrlich” gab es sogar noch Schützenhilfe vom quotenstarken “Let’s Dance”.
Seine Sendung ist im Grunde eine Verlagerung ins Fernsehen dessen, was er seit Wochen auf Instagram veranstaltet. Er schaut sich an, was andere im Netz so treiben und tut dazu seine Gedanken kund. So soll offenbar auch seine neue Sendung funktionieren.

Zu Beginn meldet sich jedoch Günther Jauch mit einem vorgezogenen Jahresrückblick auf 2020. Er weist auf die Erfolge Pochers hin, lobt ihn über den Klee – um bald festzustellen, dass das ja alles doch ziemlich dicke sei und dass man da ja doch ziemlich viel von ihm verlange. Ein lustiger Einstieg.
Später startet Pocher ein Gewinnspiel, wenn seine Instagram-Seite zwei Millionen Fans erreicht, ein paar Tausend Likes fehlten ihm noch – aber im Nu waren die erreicht.
Es ging dann um die wirren Aussagen von Attila Hildmann und um einen Arzt, der das Coronavirus runterredet. Das war kein klassischer Stand-Up im Late-Night-Show-Stil, geht aber in die Richtung.
Pochers Frau Amira sitzt am Rand an einem Tisch und wird immer wieder von ihrem Mann angesprochen. An sich hat sie nicht sehr viel zu sagen, sie ist Stichwortgeber und Ansprechpartnerin – also der klassische Sidekick in der Late Night. Und in der Zeit ohne Studiopublikum umso wichtiger für den Moxerator.

“Rent a Pocher” gibt es auch wieder, sogar mit dem uralten ProSieben-Vorspann. Pocher half in einem Seniorenheim aus. In diesem Einspieler ist er in seinem Element.

“Pocher – Gefährlich ehrlich” ist wenig überraschend, aber durchaus kurzweilig gewesen. Die Mischung aus aktuellem Geschehen, Influencer-Schau und Rent-a-Pocher-Einspieler könnte funktionieren. Allerdings laufen die weiteren Folgen am eher quotenschwachen Donnerstagabend. Da müssen die Pochers dann alleine die Quoten bringen, die sie brauchen.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 170

RTZapper

Zuhause mit Sido: Zoff mit der Bild

Samstag, den 16. Mai 2020
Tags: ,

FR 15.05.2020 | 8.00 Uhr | Youtube

Es war eine, sagen wir mal, spannende Woche für Sido. Er galt zwischenzeitlich als verloren – an die Verschwörungstheoretiker nämlich.
Dem Hip-Hopper Ali Bumaye sagte Sido in einem Interview in der Youtube-Sendung “Ali therapiert” zuvor, er könne sich vorstellen, dass an der QAnon-Verschwörungstheorie was dran ist. Dabei geht es um eine unsichtbare US-Schattenregierung und darum, zig Kindern in irgendwelchen Bunkern gefoltert und getötet würden, und dass aus deren Blut ein Verjüngungstrank entstehe. Wobei man differenzieren muss: Eigentlich sagte er das so nicht mal genau, er redete nur von Entführungen von Kindern, und dass es reiche Leute mit Einfluss gebe.
Auch sagte er, dass es gut sei, dass es alternative Medien gebe. Er sagte aber auch, dass er sich alternative Medien wünsche, die die Wahrheit sagten, und es scheint eindeutig, dass er damit nicht Verschwörungsmedien meint, die jetzt ihre “Wahrheiten” verbreiten.
Es sind mitunter streitbare Dinge, die Sido in dem Gespräch sagt. Darüber könnte man sicherlich mit ihm diskutieren. Ihn aber in die Reihe der Verschwörungstheoretiker wie Hildmann oder Naisoo zu stellen, ist falsch, unfair und fast schon bösartig.
In einem entsprechen Bericht auf Youtube schreibt die Bild-Redaktion unter das Video: “‘Vielleicht hat er Kinderblut getrunken’, sagt Sido im YouTube-Format ‘Ali therapiert’ von Bushidos Ex-Label-Kollege Ali Bumaye (35) und lacht. Klingt verschwörerisch, war aber nur ein Scherz, über den Sido in der Tat lachte. Und durch diesen Satz begann überhaupt erst das Gespräch darauf zu kommen.

Aber Boulevardmedien wie die “Bild” greifen das dankbar auf. Große Schlagzeilen sorgen für große Aufmerksamkeit. Jetzt auch noch Sido verloren?
In dieser Woche tauchte ein Bild-Kamerateam vor seinem Grundstück bei Berlin auf. Sido bekam das mit und ging auf die Reporter zu. “Schämst du dich nicht? Schämt ihr beide euch nicht?”, fragt er. “Bist du stolz auf deinen Beruf? Bist du stolz darauf, auf das, was du hier machst?” Und die Reporterin antwortet mit schüchtern wirkender Stimme: “Wir fragen ja nur.” Sido will dann wissen, was wäre, wenn bei ihr vor der Tür jemand filmen würde. Sie antwortet, das wäre eine öffentliche Straße, und sie würden ja nicht auf seinem Grund stehen. Sido schäumt, die Reporter seien Dreck, seien Abschaum. “Warum?”, fragt die Bild-Frau. Fast weinerlich fragt sie ihn, warum er sie so beleidige. “Warum sind wir Abschaum?”
Sido wollte schon weggehen, kommt aber noch mal zurück, kommt schließlich aus dem Gartentor und verscheucht die beiden ziemlich rüde. Man hört, dass etwas kaputt geht, wohl ein Mikro.

Die letzte Attacke hätte sich Sido sparen können. Aber grundsätzlich ist sein Ärger verständlich. Da lungert die Bild-Meute vor seinem Grundstück und wundert sich, dass das den Bewohner stört. Das sind widerliche Methoden. Dass der Deutsche Journalistenverband da ausschließlich Sido auffordert, sich zu entschuldigen, ist da fast schon lächerlich, denn auch die Bild-Methode ist zu verurteilen.

Am Freitag war Sido wieder mehr als zwölf Stunden live bei Youtube auf Sendung. “Zuhause bei Sido” ist dann auch am frühen Abend der Vorfall mit der “Bild” thematisiert worden. Ihm sei der Angriff unangenehm sagte er im Gespräch mit seinem Techniker Chris Guse. Gerade in Bezug auf seine Kinder. Er wolle nicht, dass sie sich in der Schule für den Vater rechtfertigen müssten. Wenn nur ein Elternteil nicht gut finde, was er da getan habe und sich die Kinder rechtfertigen müssten, dann sei das falsch. Er wolle, dass seine Kinder normal aufwachsen, ohne den Promi-Einfluss. So ein Angriff sei dafür nicht förderlich. Andererseits machte er aber auch klar, dass die Bild-Aktion selbst Mist war – und dafür wird er auch von seinen Fans gefeiert.
Zuvor hatte er noch im Social Media geschrieben, dass die Reporter froh sein könnten, dass nur das Mikro kaputt gegangen sei.
Und auch zum Vorwurf, er sei Verschwörungstheoretiker äußerte er sich ganz klar. Er distanzierte sich scharf von Leuten wie Hildmann und Naidoo, und er sagte auch, er müsse sich besser überlegen, was er zu bestimmten Themen sagte.

In “Zuhause bei Sido” wirkt Sido nicht, als würde er sich verstellen. In seiner halbtägigen und wöchentlichen Youtube-Sendung ist er ganz er selbst. Und deshalb kann man durchaus ernstnehmen, was er zu den Nachrichten über ihn am Freitag gesagt hat.
Es gibt ganz sicher Dinge, bei denen Sido eine Meinung vertritt, über die man reden könnte, bei der man vielleicht auch nicht auf einen Nenner kommen würde – ein Verschwörungstyp ist Sido dadurch aber noch lange nicht.

-> “Ali therapiert” auf Youtube

Hits: 161

RTZapper

Eurovision Song Celebration 2020 – Part two

Samstag, den 16. Mai 2020
Tags: , ,

DO 14.05.2020 | 21.00 Uhr | Youtube

Donnerstagabend. Normalerweise würde an diesem Abend das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contests laufen. Doch die Show, live aus Rotterdam, fällt aus. Der ESC 2020 findet nicht statt. Das Coronavirus hat das Event zum Kippen gebracht.

Es ist ein Trauerspiel. Denn eigentlich ist ja das Wichtigste für diesen Wettbewerb ja da: die 41 Songs. Aber die EBU, die den Eurovision Song Contest jedes Jahr veranstaltet, hatte es abgelehnt, den Wettbewerb auf andere Weise stattfinden zu lassen. Konzeptideen hat es wohl gegeben, man hat sie aber wohl nicht umsetzen wollen.
Dabei wäre so ein länderübergreifendes Event gerade in dieser bedrückenden Zeit eine tolle Sache gewesen, und man hätte das auch hinbekommen – nur eben ein paar Nummern kleiner. Aber was hätte dagegen gesprochen, die Show in den Niederlanden stattfinden zu lassen. Die Moderatoren hätten in einer Halle oder in einem Studio gestanden. Die Länder hätten sich alle zugeschaltet, dort hätten die Künstler auftreten können – oder man hätte, wenn das nicht gegangen wäre, eben den vorhandenen Videoclip eingespielt.
Danach hätten Jury und Publikum abstimmen können – und somit hätte auch ein Voting stattgefunden, und es hätte auch einen Gewinnersong gegeben.
Und wenn du jetzt sagst, dass das unfair gewesen wäre: Ja, das kann sein. Aber man hätte ja, unabhängig vom Ergebnis sagen können, dass die nächste Show dann trotzdem in Rotterdam stattfindet.
Aber ganz verzichten hätte man auf den Eurovision Song Contest 2020 nicht müssen.

Denn die Ironie der ganzen Sache ist, dass nun jedes Land für sich einen Wettbewerb veranstaltet. In Österreich gab es ihn, in Schweden ebenfalls, andere Länder haben nachgezogen. In Deutschland wird es am Sonnabend eine Show im Ersten geben.

Am Dienstag und Donnerstag gab es stattdessen auf Youtube die Eurovision Song Celebration. Dort sind die Songs des ersten und zweiten Halbfinales gespielt worden, in der Reihenfolge, wie das auch in der Show der Fall gewesen wäre. Fans nahmen natürlich auch diese Show mit. Am Sonnabend folgt die EBU-Ersatzshow “Eurovision Shine a Light”. Gut, dass überhaupt was gemacht wird, aber mit ein bisschen Mühe und Ideenreichtum wäre auch in der Coronazeit noch mehr drin gewesen.

-> Die Sendung auf Youtube

Das ist der 5000. BEITRAG in der RT ZAPPER Reihe.

Hits: 160

RTelenovela

Der Buletten-König ist zurück

Samstag, den 16. Mai 2020
Tags: ,

Die Fastfood-Meile in Berlin-Pankow ist wieder vollständig. Entlang der B109, der Prenzlauer Promenade, sind sie jetzt wieder vollzählig vertreten: Von der Innenstadt kommend, geht es mit McDonald’s, es folgt Burger King, dann Kentucky Fried Chicken.

Dass Burger King wieder da ist, ist überraschend. Vor einigen Jahren war es, als der Laden immer mehr runtergekommen wirkte. Es schien, als würde die Burgerkette da nichts mehr investieren wollen. Und plötzlich war Schluss. Mehrere Jahre stand der Laden leer. Das Gelände wuchs langsam zu, das Gebäude selbst sah aus, als ob es immer mehr verfällt.
Irgendwann 2019 schien es, als tue sich doch was. Das Gelände war belebt, und ein neues Firmenlogo prangte an der Straße. Leider handelte es sich nicht um eine Neueröffnung, sondern um einen Filmdreh. Für den Netflix-Film “Isi & Ossi” entstanden Szenen in diesem Imbissgebäude.
Dann herrschte lange wieder Ruhe.

Als ich neulich nach langer Coronapause mal wieder auf der Prenzlauer Promenade stadteinwärts unterwegs war, traute ich meinen Augen nicht. Burger King ist wieder da. Keine Ahnung, wan die den Laden mal fix umgebaut haben, aber vielleicht haben ja die paar Wochen gereicht.
Ein paar Tage später, am Mittwochnachmittag, stoppte ich bei der Fahrt nach Hause am Laden. Im Gegensatz zum KFC ein paar hundert Meter weiter, darf man den Laden auch während der Coronasperre betreten, allerdings nur, um das Essen mitzunehmen. Aber schick sieht der Laden aus, alles ganz modern und sauber.

Wer über Pankow nach Hause fährt und ein Hüngerchen verspürt, kann sich jetzt jedenfalls wieder aussuchen, wo er stoppt. Denn die Exclusivität der Meile für McDonald’s ist vorbei – glücklicherweise.

Hits: 256

RTZapper

Mittendrin – Flughafen Frankfurt

Samstag, den 16. Mai 2020
Tags: , ,

MI 13.05.2020 | 21.20 Uhr | hr fernsehen

Der Pilot, der seine Maschine gerade in Frankfurt/Main gestartet und in die Luft gebracht hat, zeigt auf das Radar. Zu sehen ist: nichts. Jedenfalls kein anderes Flugzeug. Es herrscht gähnende Leere am Himmel.
Es sind besondere Zeiten für den Luftverkehr. Die Zahl der Fluggäste ist in Zeiten des Coronavirus extrem zurückgegangen, viele Flugzeuge bleiben am Boden.
Gut, dass das hr fernsehen jede Woche eine Dokureihe über den Flughafen Frankfurt im Programm hat. Durch die Coronakrise hat sie in den vergangenen Wochen eine besondere Aufmerksamkeit bekommen.

“Mitten – Flughafen Frankfurt” heißt die Reihe, die in diesen Tagen eine Wendung genommen hat, mit der niemand gerechnet hatte. Plötzlich geht es am Mittwochabend um leere Gates im Terminal. Es geht um Besprechungsrunden, in denen besprochen wird, wann und wo die Flieger gebraucht werden, um Urlauber zurückzuholen oder um Fracht zu transportieren. Auf dem Flugfeld steht ein Flieger aus Asien, der sich wohl verfahren hat und bei dem erst mal geklärt werden muss, ob Kranke an Bord sein könnten. Währenddessen stehen die Fotografen, die Spotter, am Rand des Flughafengeländes, um Flieger vor die Linse zu bekommen, die sonst nie in Frankfurt/Main landen.

Es sind spannende Zeiten, gerade auch für so eine Reihe, die nun auch den Ausnahmezustand darstellt. Dafür hat der hr schnell noch zwei Extrafolgen herstellen lassen. Und kein Wunder, dass diese Folgen auf Youtube teilweise fast schon eine Million Klicks erreicht hat. So viele Zuschauer erreichen Doku des hr sonst nicht so oft.
An diesem Mittwoch herrschte dann wieder Normalität, es lief wieder eine vor Corona produzierte Folge – in der viele Flieger und Menschen unterwegs waren. Kommt einem schon unwirklich vor.

-> Eines der Corona-Specials der Dokureihe in der ARD-Mediathek (bis 6. Mai 2021)

Hits: 327