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Bela B. Felsenheimer: Scharnow

Bela B. Felsenheimer hat seinem Roman “Scharnow” ein mehrseitiges Personenregister vorangestellt. Eigentlich kein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass der Autor meint, es nicht zu schaffen, dem Leser seine Figuren auch so nahe kommen zu lassen.
Der Autor, eigentlich viel mehr durch seine Band “Die Ärzte” bekannt, hat zum ersten Mal einen Roman vorgelegt. “Scharnow” heißt er, benannt nach einem Ort nördlich von Berlin, den es aber nicht gibt. Und eigentlich spielt das alles auch keine echte Rolle. Aber so egal wie dieser Fakt ist, so egal ist am Ende auch leider das ganze Buch.

Scharnow ist ein Dorf, in dem nichts passiert. Könnte man denken. Denn eigentlich geht da die Post ab. Der Leser lernt den Pakt kennen, eine Gruppe von Junggesellen. Sie saufen, futtern und schauen Splatterfilme. Und ihnen scheint langweilig zu sein. Sie überfallen, weil sie nichts mehr zu Essen haben, nackt den Supermarkt. Es kommt zu einem Polizeieinsatz, und Verschwörungstheoretiker, die der Meinung sind, dass es eine geheime Weltmacht gibt, spielen auch eine Rolle…

Am Ende weiß man nicht genau, was man davon eigentlich halten soll. Denn der Roman erzählt nicht wirklich eine Geschichte vom Brandenburger Dorfe. Eigentlich ist unklar, was er überhaupt erzählen will. Denn während die erste Hälfte des Romans ganz lustig und kurzweilig ist, kommen plötzlich irgendwelche außerirdischen Möchte ins Spiel. Überhaupt ist die zweite Hälfte merkwürdig langweilig geraten, es gibt einen ganz kräftigen Niveauabfall, als ob Bela B. da irgendwie die Luft ausgegangen ist.
Zwar hat er eine Menge skurriler Figuren geschaffen, aber am Ende wirkt es, dass sie einfach nur skurril sind, um skurril zu sein. Enttäuschend flach.
Unangenehm beim Hardcover-Buch ist übrigens die dick auf den Seiten aufgetragene Farbe, so dass die Buchseiten zugeklappt schwarz sind – allerdings kleben sie auch leicht zusammen, was beim Blättern unangenehm ist.

Bela B. Felsenheimer: Scharnow
Heyne Hardcore, 415 Seiten
4/10

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