RT liest

Jay Northcote: Wie ein neues Leben

Joels Leben verläuft gut. Es ist mitunter anstrengend, aber alles verläuft in geregelten Bahnen. Er hat einen guten Job als Lehrer, der aber auch viel Zeit frisst. Er hat eine dreijährige Tochter, Evie ist regelmäßig bei ihm. Mit der Mutter des Kindes, Claire, ist er nicht zusammen. Aber sie ist gewissermaßen seine beste Freundin. Stattdessen ist Joel mit Dan zusammen.
Die Idylle bricht in einer Nacht wie ein Kartenhaus zusammen. Claire kommt bei einem Unfall ums Leben. Nun ist Joel mit Evie allein. Er holt sie zu sich, mit ihr kommt Claires Kater. Es herrscht große Trauer. Ein Umstand, der auch noch die Beziehung zu Dan zerbrechen lässt.
Allerdings hat Joel in der Nacht, in der Claire gestorben ist, in der Klinik jemanden kennengelernt…

“Wie ein neues Leben” heißt der Roman von Jay Northcote. Und um das gleich vorweg zu nehmen: Er ist streckenweise unglaublich kitschig. Aber irgendwie kommt dieser Kitsch so entspannt erzählt daher, dass man sich davon gern treiben lässt.
Jay Northcote schafft es, den Alltag so zu beschreiben, dass man dran bleibt. Wenn Joel mit seiner Tochter unterwegs ist, dann wird das sehr schön beschrieben. Selbst Situationen, in denen scheinbar wenig passiert, erzählt er so, dass es nicht langweilig erscheint. Auch Dialoge gibt der Autor so wieder, dass sie packend sind, dass man sie vor dem geistigen Auge ablaufen lassen kann. Es gibt Momente in diesem Buch, die so lustig sind, dass man lacht, und kurz danach muss man fast weinen, weil es so herzzerreißend ist.
Ein Spagat, die dem Autor erstaunlich gut gelingt.
Umso befremdlicher könnte es für einige Leser sein, dass er andererseits auch sehr detailliert Sexszenen beschreibt. Auch das macht er gut, ist aber sicherlich nicht Jedermanns Sache, auch weil es die Aufmachung des Buches nicht erwarten lässt.

Jay Northcote: Wie ein neues Leben
Cursed, 253 Seiten
8/10

Hits: 152

Einen Kommentar schreiben: