Tagesarchiv für 12. Mai 2020

RTZapper

Lasst uns reden, Mädels!: Oliver Pocher und die Frauen

Dienstag, den 12. Mai 2020
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MO 11.05.2020 | Youtube

Sie treffen sich fünfmal in der Woche auf Youtube und quatschen: Motsi Mabuse, Saskia Valencia, Marlene Lufen und Marijke Amado. Sie reden über dies und das, was sie bewegt, was sie aufregt und beschäftigt. Tag für Tag.
Eigentlich würden sie das auch gern im Fernsehen. Kennengelernt haben sie sich, als ein Pilotformat gedreht haben – offenbar eine Frauen-Talkshow. Die ist aber nie gesendet worden. Deshalb machen sie diesen Frauentalk nun wochentäglich auf Youtube.
“Lasst uns reden, Mädels!” heißt das Format, das oft durchaus Spaß macht und viele interessante Momente hat. Und vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, dass sie damit auf Youtube sind. Dort können sie sich zusammenschalten, müssen ohne Aufwand nicht mal die Wohnung verlassen. Die Bildqualität ist meistens ganz annehmbar. Und: Sie können reden, worüber sie wollen. Sie können das so lange tun, wie sie wollen. Keiner quatscht ihnen rein. Aber, ja, das stimmt: Geld verdienen sie damit vermutlich nichts. Oder nur sehr, sehr wenig.

Und zugegebenermaßen sind die Sendungen am interessantesten, wenn sie auch einen Gast haben. Jürgen von der Lippe war schon da, “Prince Charming” Nicolas Puschmann, Ruth Moschner, Sarah Lombardi, Barbara Becker – und am Montag sprachen sie mit Oliver Pocher.
Der ist momentan sehr gut beschäftigt. Bei RTL moderiert er mehrere Shows. Immer mal wieder ist er in Sendungen zu Gast. Seine Fehde mit Michael Wendler war ein viraler Hit. Und auf Instagram spricht er seit einiger Zeit sehr gern über Influencer und ihre oftmals zweifelhaften Werbevideos.
Natürlich wollten die Damen wissen, warum er das eigentlich macht. Zumal Pocher von einigen Leuten und von einigen Influcenern vorgeworfen wird, er mobbe diese Leute im Internet. Aber er hatte eine schlüssige Erklärung parat: Es gehe ihm darum, zu zeigen, wie Internetpromis, die mitunter eine riesige Reichweite im Netz haben, mit Reklame Kasse machen – und das mit Produkten von hin und wieder zweifelhaftem Wert.
Das mag einigen auf den Geist gehen, aber eigentlich ist eine wichtige Arbeit, eine wichtige Aufklärungsarbeit, die Pocher da leistet. Man muss ihn nicht mögen, und man muss ihn vor allem nicht dafür mögen, dass er sich mit solchen Videos profiliert. Aber er macht durchaus glaubhaft klar, dass es ihm um die Sache geht. Und in der Tat scheint der Instagram-Raum oftmals einer zu sein, der viel zu wenig kritisch beäugt wird.

Im Talk bekam er am Montag dafür von den vier Frauen durchaus Applaus. Und natürlich sehr viel mehr Klicks als sonst.

-> Die Sendung auf Youtube

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RTelenovela

Polizei im Sandwich-Einsatz

Dienstag, den 12. Mai 2020
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Manchmal wundert man sich ja schon ein bisschen. Wenn zum Beispiel die Polizei mit dem kleinen Mannschaftswagen auf dem Gehweg parkt. Das ist natürlich in Ordnung, wenn sich die Polizei in einem Einsatz befindet. Dafür müssen die Leute natürlich keinen Parkplatz suchen. Nicht aber, wenn sie bei Subway in Oranienburg ein Sandwich kaufen.
So geschehen am Montagnachmittag. Während der Polizeiwagen den Gehweg komplett blockiert, stehen die beiden Insassen im Sandwichladen.

Als sie raus kommen – so lange sie drin sind, darf ich ja nicht rein -, frage ich kurz mal, ob sie damit gute Vorbilder seien. Die Antwort ist, dass sie ja die Gegend sichern würden. Oder so. Was immer sie in diesem konkreten Fall damit meinen.
Und während ich dann im Laden stehe und uns gemeinsam mit das Verkehrsverständnis der Polizei wundern, beobachten wir, wie der Polizeiwagen in einer Einfahrt wendet und zurück fährt. Falschrum in der Einbahnstraße. Es sah nicht nach einem Einsatz aus. Vielleicht mussten die Sandwiches fix irgendwohin gefahren werden.

Ich frage mich ja dann doch manchmal, was die Polizeileute auf der Polizeischule so beigebracht bekommen.

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RT liest

Jay Northcote: Wie ein neues Leben

Dienstag, den 12. Mai 2020

Joels Leben verläuft gut. Es ist mitunter anstrengend, aber alles verläuft in geregelten Bahnen. Er hat einen guten Job als Lehrer, der aber auch viel Zeit frisst. Er hat eine dreijährige Tochter, Evie ist regelmäßig bei ihm. Mit der Mutter des Kindes, Claire, ist er nicht zusammen. Aber sie ist gewissermaßen seine beste Freundin. Stattdessen ist Joel mit Dan zusammen.
Die Idylle bricht in einer Nacht wie ein Kartenhaus zusammen. Claire kommt bei einem Unfall ums Leben. Nun ist Joel mit Evie allein. Er holt sie zu sich, mit ihr kommt Claires Kater. Es herrscht große Trauer. Ein Umstand, der auch noch die Beziehung zu Dan zerbrechen lässt.
Allerdings hat Joel in der Nacht, in der Claire gestorben ist, in der Klinik jemanden kennengelernt…

“Wie ein neues Leben” heißt der Roman von Jay Northcote. Und um das gleich vorweg zu nehmen: Er ist streckenweise unglaublich kitschig. Aber irgendwie kommt dieser Kitsch so entspannt erzählt daher, dass man sich davon gern treiben lässt.
Jay Northcote schafft es, den Alltag so zu beschreiben, dass man dran bleibt. Wenn Joel mit seiner Tochter unterwegs ist, dann wird das sehr schön beschrieben. Selbst Situationen, in denen scheinbar wenig passiert, erzählt er so, dass es nicht langweilig erscheint. Auch Dialoge gibt der Autor so wieder, dass sie packend sind, dass man sie vor dem geistigen Auge ablaufen lassen kann. Es gibt Momente in diesem Buch, die so lustig sind, dass man lacht, und kurz danach muss man fast weinen, weil es so herzzerreißend ist.
Ein Spagat, die dem Autor erstaunlich gut gelingt.
Umso befremdlicher könnte es für einige Leser sein, dass er andererseits auch sehr detailliert Sexszenen beschreibt. Auch das macht er gut, ist aber sicherlich nicht Jedermanns Sache, auch weil es die Aufmachung des Buches nicht erwarten lässt.

Jay Northcote: Wie ein neues Leben
Cursed, 253 Seiten
8/10

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