Tagesarchiv für 5. Mai 2020

RTelenovela

Drive in oder nicht in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 5. Mai 2020
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Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Restaurants unter Auflagen wieder richtig öffnen dürfen. Die allermeisten bieten momentan Speisen zum Mitnehmen an, wobei nicht so ganz klar ist, ob man die Lokale für das Abholen der Speisen betreten darf. Bei einigen geht das, bei anderen nicht.
Bei den Fast-Food-Läden sind nur die Drive-In-Schalter geöffnet. Dachte ich zumindest.

Montagabend bei Kentucky Fried Chicken in Berlin-Reinickendorf. Ich stelle mich in die Autoschlange am Drive-In. Es dauert ein paar Minuten, aber dann kann ich bestellen.
Als ich alles in den Tüten auf dem Beifahrersitz zu stehen habe, bleibe ich auf dem KFC-Parkplatz stehen, um alles gleich zu verspachteln. Bis ich zu Hause bin, wäre alles kalt.

Während ich also auf dem Parkplatz stehe und im Auto esse, beobachte ich, dass immer mal wieder Autos an der Drive-In-Schlange vorbeifahren und auf dem Parkplatz halten. Sie wollen in den Laden.
Ich amüsiere mich ein wenig, weil die Leute offenbar auch nach sechs Wochen (oder sind es schon 20?) noch nicht mitbekommen haben, dass Restaurants geschlossen sind.
Aus der Belustigung wird jedoch Irritation, denn die Leute verschwinden im Laden. Und als das andere Leute sehen, fahren die auch auf den Parkplatz und gehen auch rein. Was ist da los? Gehen die nur aufs Klo?
Als ich fertig bin und den Müll in den Container bringe, gehe ich auch zum Eingang. Offenbar ist tatsächlich geöffnet – aber natürlich nur zum Mitnehmen. Und mit Gesichtsmaske. Aber hätte ich das gewusst, wäre ich natürlich auch lieber reingegangen, um dort alles direkt zu holen.

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RTZapper

PRIDE! at Home

Dienstag, den 5. Mai 2020
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SA 02.05.2020 | 13.00 Uhr | Youtube

Das Coronavirus sorgt auch dafür, dass die Pride-Saison 2020 auf wenige Veranstaltungen im Herbst (wenn überhaupt) zusammengedampft wird. Die allermeisten Christopher-Street-Day-Paraden werden ausfallen.
Keine Umzüge, keine Partys, keine Ansprachen, kein Abtanzen und kein… nun ja, wer weiß, was nebenher noch so passiert.

Deshalb fand am Sonnabend die erste deutsche digitale Pride statt: die “PRIDE! at Home”, fast zwölf Stunden lang live auf Youtube. Dass diese Party stattfinden konnte, dafür sorgten Mirko Plengemeyer, Michael Overdick und Lars Tönsfeuerborn vom Podcast “Schwanz & Ehrlich”.
Einen halben Tag holten sie Künstler aus der LGBT+-Szene zusammen – vor Ort im Kölner Studio oder per Internet zugeschaltet -, damit sie alle ein bisschen was von dem zeigen konnten, womit sie sich alle so beschäftigen. Die Szene feierte sich, machte aber auch auf Forderungen und Missstände aufmerksam – wie auf den großen CSD-Paraden auch.

Mit Jochen Schropp gab gab es ein Kreuzverhör, Alvin & Luke tratschten ein bisschen, Julian F.M. Stöckel plauderte über die Promiwelt, Marcel Danner darüber, dass schwule Männer immer noch kein Blut spenden dürfen, Benjamin Melzer über seine Umwandlung von einer Frau zum Mann, Prince Charming, Nicolas Puschmann bemalte mit Michael Overdick Unterhosen und sprach über Intoleranz innerhalb der Szene, Marcella Rockefeller sang ein paar Hits, und die Youtube-Serie “Kuntergrau” ist auch vorgestellt worden.
Am späten Abend war dann nur noch Party angesagt – da ist live aus einem Hamburger Club ein DJ-Set übertragen worden, das sich gewaschen hatte – und dass bei vielen Zuschauer sicherlich die Sehnsucht nach den Clubs befeuerte.

All das ist innerhalb von wenigen Tagen auf die Beine gestellt worden – und das alles für den guten Zweck. Denn nebenher lief eine Spendenaktion für den CSD-Verein in Deutschland, ein weiterer Teil der Spenden ging an viele der Künstler.
Bis zu 1500 Menschen sahen zu, selbst weit nach Mitternacht waren es noch fast 900. Insgesamt waren es über den Tag verteilt fast 20.000. Für die Größe der Community hätten es zwar gerne noch mehr sein können. Dass am Ende des Tages aber mehr als 7500 Euro Spenden zusammenkamen, das war dann auch noch mal eine richtig gute Nachricht.

-> Die Show auf Youtube

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